Montag, 17. Dezember 2018

Das Geheimnis der Grays - Anne Meredith


Klappentext: Jedes Jahr im Dezember lädt das ebenso greise wie geizige Familienoberhaupt Adrian Gray die gesamte Verwandtschaft samt Anhang in sein abgelegenes Landhaus King‘s Polar ein. Und alle kommen, weil sie auf sein Geld aus sind, obwohl fast jeder einen Grund hat, ihn zu hassen. An Heiligabend versammelt sich die Familie wie gewohnt, nur dass am nächsten Morgen Gray ermordet aufgefunden wird. Hat sich eines seiner sechs Kinder seinen Weihnachtswunsch selbst erfüllt? Dieser nostalgische und ungewöhnliche Kriminalroman erzählt die Geschichte einer dunklen Weihnachtsnacht.


Meine Meinung: Die Erinnerungsmail, dass meine Rezension zu dem Buch noch fehlt, hab ich locker schon vor 4 Wochen bekommen. Hupsi. Aber da ich diesen Weihnachtskrimi sowieso noch vor Weihnachten vorstellen wollte, konnte ich mir jetzt doch mal einen Arschtritt verpassen und zwischen der gemütlichen Weihnachtspäckchen-Verpackerei (ich liebe das! Könnte den ganzen Tag Päckchen zusammenstellen und mit Paketband umwickeln. hihi) auch mal wieder ein Buch bewerten. Ich habe bei der Verlosung mitgemacht schon alleine deswegen, weil es vom Stil so gut zu Geheimnis in Rot von Mavis Doriel Hay passt und natürlich auch, weil ich die Leseprobe spannend fand.
Hatte ich zu Beginn einen klassischen englischen Oldschool Krimi erwartet, wurde ich doch schnell eines Besseren belehrt. Hier gibt nicht den üblichen Kreis von ganz vielen Verdächtigen und der Kommissar ermittelt gemeinsam mit dem Leser, bis er zum Schluss den Schuldigen findet. Oh nein, hier weiß der Leser quasi als allererstes (abgesehen vom Täter selbst natürlich :D), wer der Schuldige ist. In dem Buch geht es nicht um die Ermittlungsarbeit, sondern um die Gedanken des Täters und was die Tat bei ihm bewirkt. Das finde ich zum einen grundsätzlich interessant, weil diese Sichtweise zur damaligen Zeit noch nicht so verbreitet war und zum anderen fand ich es unglaublich spannend zu erleben, dass die Tat beim Täter letztendlich vor allem Erleichterung hervorgebracht hat.


Das Buch beleuchtet viele Seiten der Moral und letztendlich kann man sich in jeden Beteiligten irgendwie hinein versetzen. So etwas zeigt für mich immer wahre schriftstellerische Kunst.


Die vielen Sticheleien, der böse britische Humor und das Setting in einer sehr wohlhabenden und dennoch größtenteils unzufriedenen Familie bleiben dem Leser aber als klassische Stilelemente der britischen Krimi-Literatur erhalten.


Ein sehr schönes Geschenk für Krimi-Fans mit viel Tiefgang!


Titel und Cover: Das Cover ist, ebenfalls wie bei Geheimnis in Rot, in Stoff eingeschlagen, wodurch die Haptik einfach wunderbar ist. Auch das Bild darauf ist passend zur Geschichte und zur Jahreszeit. Den Titel finde ich dafür etwas lahm und vor allem auch unpassend. Ich zumindest habe anfangs erwartet, dass ein Familiengeheimnis aufgedeckt wird, doch dem ist nicht so. Daher etwas irreführend.


Würdest du das Buch erneut lesen? Ja, vor allem da es hier nicht um die Auflösung sondern um den Gedankengang des Täters geht. Die Spannung geht also nicht verloren :)

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