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Montag, 2. November 2020

Coronagedanken

Hallo Ihr Lieben. Na, wie geht’s euch? Ich dachte, ich melde mich mal wieder mit einem Blogbeitrag, der nichts mit Büchern zu tun hat. Einfach, weil mir in diesem Jahr schon wieder viele Gedanken durch den Kopf schwirren und ich nun das Bedürfnis habe, sie mal zu Papier auf den Blog zu bringen. 

Corona hat die Welt ja leider fest im Griff und auch wenn nichts von dem, was ich von mir geben möchte, neu ist, ist es mir irgendwie doch ein Bedürfnis. Ich verstehe so viele Menschen, die momentan Angst vor den kommenden Monaten haben oder gefrustet sind. Sei es, weil sie finanziell davon betroffen sind. Sei es, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Sei es, weil sie mit der dunklen Jahreszeit psychisch eh schon Probleme haben und es dieses Jahr noch schlimmer wird, weil es weniger gibt, worauf man sich freuen kann. Sei es, weil sie sich Sorgen um Angehörige machen. Sei es, weil sie Kinder haben, die sie nicht betreuen können, wenn Kitas etc. zumachen. Sei es, weil sie in den vergangenen Monaten schon viel zurückgesteckt haben. Ich verstehe auch, dass viele Menschen sich grade ungerecht behandelt fühlen. Vielleicht sind sie Künstler und haben sich Konzepte überlegt, wie sie wieder Auftritte in kleinerem Rahmen ermöglichen können. Oder sie sind in der Gastronomie tätig und haben die Zeit genutzt, um zu renovieren, haben in Luftfilter investiert und die Tische reduziert, nur um nun doch wieder schließen zu müssen. Manche Maßnahmen verstehe auch ich nicht wirklich und ich bin definitiv der Meinung, dass die Politik vor allem in diesen Bereichen jetzt wirklich schnelle, unkomplizierte Hilfe anbieten muss.
Wen ich aber nicht so gut verstehe, sind die Menschen, die Äußerungen tätigen wie „Ich möchte feiern.“, „Ich möchte in den Urlaub fliegen.“ oder „Wir dürfen jetzt bald gar nichts mehr.“

Jetzt mal abgesehen von den Corona-Leugnern, denn ich fürchte, da sind Diskussionen sinnlos: Habt ihr euch mal in anderen Ländern umgesehen? Wir dürfen uns doch auch immer noch treffen, nur halt nicht mit vielen Menschen auf einmal. Und vielleicht schaffen wir es alle, den generellen Kreis einzuschränken. Mir ist manchmal nicht so ganz klar, wieso sich viele Leute da schon in ihren Grundrechten eingeschränkt fühlen. Aber gut, jeder denkt leider anders, ne? Wobei es mir teilweise Angst macht, wie krass die Ansichten mancher Leute sind und dass es in manchen Länder schon gewalttätige Auseinandersetzungen wegen der Maßnahmen gibt. Corona zeigt mir umso deutlicher, dass die Menschheit sich irgendwann selbst abschaffen wird.

Ich für meinen Teil sehe das z.B. so: Ich habe das unfassbare Glück, dass ich beruflich bislang überhaupt nicht betroffen bin. Ich kann ganz normal weiterarbeiten. (Genau wie alle in meinem nahen Umfeld übrigens. Das alleine ist doch schon ein Segen!). Zudem kann ich mich gut alleine beschäftigen und merke sogar, wie ich durch die vergangenen Corona-Monate ruhebedürftiger geworden bin. Daher denke ich, dass es mir ja ein Leichtes ist, mich nun zurück zu nehmen. Also tue ich es. Das bedeutet aber nicht, dass ich alles mit Freuden absage und insgeheim grinse, weil ich endlich eine Ausrede habe. Nee! Ich sag das nur nochmal, weil ich bei manchen Menschen manchmal das Gefühl habe, dass sie das denken. Mir wurde nämlich durchaus auch schon gesagt „Du triffst dich doch mit der und die trifft doch auch andere Leute. Und so ist das bei jedem, den du triffst. Also ist das Risiko doch auch nicht größer, wenn du auf eine Feier gehst.“ Ich sag mal so: Das ist mindestens Ansichtssache ;).
Im Übrigen fehlen uns natürlich auch Konzerte, Festivals etc. Aber ich denke, wenn wir uns alle noch ein bisschen am Riemen reißen, tragen wir hoffentlich dazu bei, dass all sowas schneller wieder stattfinden kann. Klar, keiner weiß, ob und wenn ja, wann es einen Impfstoff geben kann und mir ist natürlich klar, dass man die aktuelle Situation schon rein wirtschaftlich nicht noch 2 Jahre so weiterlaufen lassen kann, aber das Virus ist für alle neu und die Zeit, die bislang da war, um es zu erforschen, ist kurz. Von daher finde ich es ratsam, dem ganzen noch etwas Zeit zu geben.

Ich habe dieses Jahr auf einiges verzichtet, was mir durchaus weg getan hat. Jasmins Polterabend, Sebastians Geburtstag, Lenas Taufe, mein eigener 30. Geburtstag…das und vieles andere haben wir/ich abgesagt. Einfach schon, weil wir einige Leute in der Risikogruppe um uns herum haben (Oma, meine Eltern, Tommys Mama, mein kleinstes Patenkind etc.). Klar finden wir das schade. Aber wir haben für uns beschlossen, dass es sinnvoller ist. Ich hätte auch gerne Toni in Berlin besucht und ihre kleine Tochter kennen gelernt. Oder Svenja in München um mir endlich mal die Stadt zeigen zu lassen. Aber ich halte es für mich für sinnvoll, den Radius dieses Jahr deutlich einzuschränken. Ich möchte auch das nicht pauschalisieren. Wenn es Menschen gibt, die weiter weg wohnen, die aber im Umfeld sonst niemanden haben, dann kann man natürlich auch mal hinfahren und soziale Kontakte pflegen. Aber wenn ich weiß, die Lieben sind nicht alleine, dann ist es doch sinnvoll, wenn jeder in seinem Kreis bleibt. Grade meine Oma oder Tommys Mama können wir diesen Winter unmöglich die ganze Zeit isolieren, wollen sie aber auch keinem unnötigen Risiko aussetzen. Und ich will den Scheiß selbst auch nicht bekommen. Es ist nun mal so, dass man Corona haben kann, ohne es selbst zu wissen oder die Symptome tauchen erst auf, wenn man schon tage infektiös ist. Und dass viele Menschen noch monatelang mit Nachwirkungen zu kämpfen haben, ist auch mittlerweile bekannt. Ich bin nicht der Meinung, dass es wie eine normale Grippe ist und wir damit nun mal klar kommen müssen und alles weiter laufen kann.

Hach…ich merke, wie ich mich schon wieder rechtfertige. Das will ich eigentlich gar nicht. Aber ich wollte nochmal klarstellen: Sollte ich euch abgesagt haben oder es in den nächsten Monaten tun: Das heißt nicht, dass ich euch nicht sehen will ;).

Mit meiner lieben Nachbarin habe ich letztens länger mal drüber gesprochen, weil wir da durchaus auch unterschiedlicher Meinung sind in manchem, und wir haben was Interessantes festgestellt: Es liegt augenscheinlich auch sehr am Umfeld, wie man mit der Situation umgeht. Bei mir zum Beispiel ist es so: Locker 95 Prozent sind genau derselben Ansicht wie ich. Unsere Familien hier wollen auch lieber zu vorsichtig als zu nachsichtig sein und auch der Freundeskreis hält sich extrem zurück dieses Jahr. Unsere Winde-Runden haben exakt zwei Mal stattgefunden, obwohl es sonst monatlich ist und es war auch jedes Mal eine deutlich kleinere Gruppe als sonst. Mein Buchclub berät jedes Mal, ob wir uns treffen oder es online stattfinden lassen. Maike arbeitet im Krankenhaus und ist eh sensibilisiert für das Thema und und und. Liebe geht raus an euch alle <3!!!
Vermutlich bin auch ich einfach wegen meinem Umfeld daher etwas vorsichtiger. Irgendwie habe ich das Gefühl, den Menschen gegenüber respektlos zu sein, die ich sehe und die vorsichtig sind, wenn ich andauernd on Tour wäre. Wisst ihr, was ich meine? Es soll und muss also jeder für sich selbst gucken. Im Radio hab ich letztens einen SPD Politiker sagen hören, dass wir nach Corona alle auch erst mal verzeihen müssten. Und er meine das nicht nur im politischen sondern auch im privaten Bereich. Das fand ich sehr wahr. 

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte: Was macht ihr so, um gut durch die Zeit zu kommen? Wir wollen z.B. schauen, dass wir mit Oma öfter auf einen Tee zusammen sitzen, wann immer möglich draußen und natürlich mit Abstand. Und wir wollen mehr basteln.
Ich lese außerdem viel, häkel und schnappe mir Hörbücher. Und ich schaffe auch mal Dinge, die ich sonst ewig vor mir hergeschoben habe. Schubladen ausmisten z.B.
Das Beste aber ist, dass ich endlich mal die Zeit genutzt habe, um meiner lieben Omi beim Gulasch kochen über die Schulter zu schauen. Deswegen schreibe ich hier überhaupt, weil das nämlich so schön war. 

Wie oft verstirbt ein lieber Angehöriger (außer Oma, die wird mindestens 105! Hab ich ihr schon befohlen ;)) und mit ihm verschwinden allseits beliebte Familienklassiker. Bei meiner anderen Oma war das teilweise so (zum Glück konnten wir aber zum Beispiel ihr weltberühmtes Tonkaplätzchen-Rezept retten ;)) und seitdem denke ich immer „Katja, du musst dir zeigen lassen, wie Oma Gulasch, Rouladen, Rotkohl etc. kocht.“ Mal abgesehen von dem egoistischen Grund, dass man niemals auf so leckere Sachen verzichten will verbringt man so einfach eine schöne Zeit mit deinen Lieben, bekommt alte Geschichte zu hören (z.B. der, in der Oma mal aus Versehen den Gulasch mit Zimt gewürzt hat. Hihi. Tommy fand das war der beste Gulasch ever :D) und zeigt echte Wertschätzung. Habt ihr auch so Familienrezepte, die ihr euch mal zeigen lassen wollt? Oder habt ihr es sogar schon getan, so wie die liebe Janke? Erzählt mal!

Oma spielt das immer runter und tut so, als würde sie nur das Fleisch anbraten und dann Wasser drüber kippen ;) Daher habe ich mich letztens einfach mal selbst eingeladen und ihr über die Schulter geschaut. Ehrlich Leute, man macht das viel zu selten. Ich musste z.B. auch oft daran denken, wenn Tommy und ich im Saarland waren, weil da auch super oft Rezepte von Oma Lore gekocht/gebacken werden (die ich leider nie kennenlernen konnte) und fand es immer so wunderbar, dass die Menschen so weiterleben. Und ich hab nun endlich mal den ersten Schritt gemacht und werde – auch wenn der Fleischkonsum hier deutlich zurück gegangen ist – bald mal selbst versuchen, Omas Gulasch zu kochen. Werde berichten. 

Was ich in der Coronazeit außerdem noch mehr für mich entdeckt habe als eh schon: Briefe und Postkarten schreiben. Videochats sind gut und schön, aber mit mehr als 3 Leuten auch super anstrengend wie ich finde. Und Telefonieren war noch nie meine Lieblingsbeschäftigung (außer mit Svenja komischerweise :D). Und so ein Brief oder eine Karte…ich meine, da hat sich jemand richtig hingesetzt und sich Gedanken gemacht und ich liebe sowas. Bin bei Instagram in einer Postkartengruppe, wir wichteln jetzt für Weihnachten zusammen und werden Pakete verschicken und meine liebsten Brieffreundinnen werden auch bald wieder Post von mir bekommen! 

Habt ihr noch Tipps für die Zeit daheim? Oder habt ihr neue Hobbies für euch entdeckt? Ich hoffe, ihr passt alle auf euch und eure Mitmenschen auf und denkt immer dran: We are all in this together. Küsschen <3

Dienstag, 29. Januar 2019

Verbrauchermacht

Leute, Frau Krög muss sich mal wieder ein bisschen aufregen und an eure Vernunft appellieren. Ob das so sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt, weil es momentan ja eh ein kleiner Trend ist und viel in den Medien darüber gesprochen wird, aber es schadet nicht, denke ich. Jede Stimme zählt und so.


In den letzten Wochen bin ich wieder vermehrt in Situationen geraten, in denen mir klar geworden ist, dass ich viel mehr Hinterfragen und Nachdenken muss, bevor ich etwas kaufe bzw. Dienste in Anspruch nehme. Wenn eine Dienstleistung oder ein Produkt sehr günstig ist, dann kann das verschiedene Gründe haben. Die Ware ist vielleicht ein Auslaufmodell, es gibt Überproduktion oder die Produkte sind B-Ware mit kleinen Mängeln. Oder die Firma macht vielleicht nicht viel Werbung, spart an aufwendiger Verpackung oder Produktpräsentation. Es kann aber auch sein, dass dahinter eine ganze Menge an - entschuldigt das dramatische Wort, aber es passt manchmal einfach zu gut - ausgebeuteten Mitarbeitern steckt. Erst letztens habe ich z.B. erfahren, dass ein junges, aufstrebendes Unternehmen die Mitarbeiter schön über Zeitarbeit einstellt. Nennt mich naiv und idealistisch, aber wäre es nicht erstrebenswerter, langsamer zu wachsen und dafür die vorhandenen Mitarbeiter vernünftig zu bezahlen?
Zeitarbeit ist für mich so ein wunderbares Beispiel für ein absolut fehlgeleitetes Projekt. Ich verstehe den Ursprungsgedanken. Wenn ein Unternehmen schnell einen Mitarbeiter benötigt um z.B. Krankheitsfälle zu ersetzen oder auch wenn ein Mitarbeiter fristlos gekündigt wird und man schnell Ersatz braucht, kann man auf einen großen Datenpool einer Zeitarbeitsfirma zurückgreifen und schnell jemanden bekommen. Nicht schön finde ich es allerdings, dass es mittlerweile in vielen Firmen so läuft, dass Mitarbeiter jahrelang über Zeitarbeitsfirmen beschäftigt werden. Meiner Meinung nach sollte man jemanden, den man schätzt und der gute Arbeit abliefert, auch ganz normal bei sich einstellen und nicht einer Zwischenfirma Geld bezahlen.
Für mich ist es auch ein großer Unterschied, ob jemand einfach nicht mehr Lohn zahlen kann oder ob es aus Arroganz passiert. Ich habe in den letzten Wochen von Aussagen wie man sehe nicht ein, für diese und jene Tätigkeit 10 € Stundenlohn zu bezahlen. Oder ein Freund hat kurz nach seiner Ausbildung auf die Frage hin was er denn verdienen möchte gemeint, es wäre schön, 1.100 € netto raus zu bekommen. Die Antwort lautete "So viel zahle ich nicht.".
Ganz ehrlich? Da platzt mir die Hutschnur.
Solche Aussagen können meiner Meinung nach nur von Menschen kommen, die den Bezug zur Realität verloren haben. Ja, 10 € sind über dem Mindestlohn. Das heißt aber nicht, dass man damit reich wird. Im Gegenteil! Es ist klar, dass man einem Architekten oder einem Arzt mehr bezahlt als einem Maler oder einer Putzfrau, aber wenn ich es als Arbeitgeber kann, dann finde ich 10 € die Stunde für jede Art von Tätigkeit mehr als angebracht. Und bei Leuten, von denen ich weiß, dass sie drei-, vier-, fünfmal so viel verdienen kann ich das irgendwie erst recht nicht ernst nehmen. Ja, mehr Verantwortung verdient mehr Geld, aber mehr Verantwortung erfordert auch etwas, was du in keinem Studium lernen kann. Soziales Verständnis und Verantwortungsbewusstsein!
Es kommt wie immer auf das Wie an. Wie schon gesagt, wenn ich es mir anders nicht leisten kann, dann ist das okay. Und wenn die Arbeit wertgeschätzt wird und man auch mal ein ehrliches "Danke!" oder auch mal ein "Wie läuft es so bei dir? Klappt alles?" hört, dann macht es auch direkt mehr Spaß und gleicht ne Menge an fehlendem Geld auf.
Aber den Lohn nur nicht zu zahlen, weil man die Arbeit für nicht wichtig genug hält ist mir mehr als unsympathisch. Dann sollen diese Leute den Job doch selbst machen für weniger Geld. Echt mal!


Ich habe mir fest vorgenommen, noch viel mehr zu hinterfragen und mein Einkaufsverhalten anzupassen, wenn mir so was zu Ohren kommt. Wir fliegen z.B. aus Prinzip nicht mehr mit Ryan Air. Da verzichte ich dann lieber im Urlaub auf ein paar mal Essen gehen oder bleibe eine Nacht weniger. Genau so ist es mit Amazon. Ich weiß noch, wie ich für unsere Hochzeit bei einer kleinen Firma das Papier für unsere Einladungskarten bestellt habe. Die Ware kam superflott an und neben den bestellten Sachen lagen noch ein paar Sticker und Karten dabei und ein Brief, in dem man sich für meine Bestellung bedankt, das Team vorgestellt und am Schluss geschrieben hat, dass sie sich wirklich freuen würden, wenn ich das nächste Mal direkt bei denen im Online-Shop bestelle, ohne Zwischenhändler, denn dann müssten sie keine Gebühren mehr bezahlen. Bäm. Da hab ich mich erst mal schlecht gefühlt. Wir sind alle so darauf gepolt, alles schnell und bequem und billig zu bekommen, dass wir uns nicht mal 30 Sekunden Zeit nehmen, um den Firmennamen zu googlen.
Seitdem gibt's bei mir gar nichts mehr von Amazon. Fällt mir eh nicht schwer, da ich selten online bestelle, aber trotzdem.


Ich dachte, ich teile diese Situationen mal mit euch. Sicherlich gibt es da noch viel mehr, was mir grade nicht einfällt. Und vielleicht habt ihr ja selbst auch schon mal etwas Ähnliches erlebt und wollt davon berichten? Wo ihr nicht mehr hingehen oder einkaufen würdet? Davon profitiere ich dann ja auch wieder :)
Oder es regt den ein oder anderen von euch an, mal genauer hinzuschauen. Mir ist klar, dass ich damit jetzt nicht wie Welt rette, aber ich denke nach wie vor, dass jeder Mini Schritt zählt. Schaden kann es so oder so nicht!


Das Gute ist, dass ich wieder mal ganz demütig geworden bin und bemerkt habe, wie dankbar ich für meinen Arbeitgeber sein kann. Ich habe 30 Tage Urlaub, tarifliche Bezahlung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Beihilfe, Kaffee umsonst. Das ist Luxus pur und ich merke immer wieder, dass es in der heutigen Arbeitswelt alles andere als selbstverständlich ist.
Darauf stoße ich heute Abend mal an :)!

Montag, 31. Dezember 2018

Nachdenklich ins neue Jahr

Der Jahreswechsel steht vor der Tür und damit endet ein aufregendes und chaotisches Jahr 2018. Vor allem arbeitstechnisch war es für uns kein einfaches. Viel Veränderung, viele Termine, viel Arbeit. Und das wird 2019 nicht anders.  Das muss nicht schlecht sein, aber ich mache mir nun mal meine Gedanken und bin ja auch ein altes Gewohnheitstier ;)
Das Thema Arbeit hat mich dieses Jahr aber auch sonst auf vielen Ebenen beschäftigt, vielleicht nicht zuletzt auch deshalb, weil ich letztens einen Brief von einer Freundin bekommen hab, die schreibt, dass sie dieses Jahr mehrfach weinend im Büro ihres Chefs saß, weil sie permanent nur Leistungsdruck und negative Kritik bekommt.
Hab einfach immer mehr das Gefühl, dass es mittlerweile Standart ist und das macht mich traurig. Es gibt so viele tolle, ehrgeizige, motivierte, engagierte und intelligente Menschen da draußen, das sollten Firmen mehr nutzen. Sich mehr darauf besinnen. Ohne Ränkeschmiede und mit etwas mehr Vertrauen in die Fähigkeiten. Mit mehr Wertschätzung.
Das wünsche ich mir für 2019! Arbeit muss Spaß machen, oder? Wir verbringen ziemlich viel Lebenszeit damit ;)

Aber ich will nicht nur jammern. Privat war es ein schönes Jahr. Tommy und ich sind viel gereist, zumindest Städtetrips, ich könnte viel lesen (wenn auch quasi nichts davon verbloggen), viel schöne Zeit mit Freunden und der Familie. Papa ist runde 60 Jahre alt geworden, ich habe mit Aylin darüber gejammert, dass Emma nun tatsächlich schon so groß geworden ist, dass sie 2019 in die Schule kommt (:D), Klaus der Sauerteig ist bei uns eingezogen, ich habe Julia und Vitalij oft im neuen Haus besuchen können (sie wohnen nun quasi in Kirschkernspucknähe! Neologismus, Freunde!), habe versucht, Diät zu machen, bin kläglich gescheitert, und mag mich trotzdem ganz gern, habe unseren ersten Hochzeitstag quasi gar nicht gefeiert, aber mich trotzdem tierisch drüber gefreut, habe mit Maike Musicals besucht, mit Oma viel Tee getrunken (und mit Papa viel Bier, hihi), mit Mama viel über Gott und die Welt gequatscht, mit den Besten in den Winden geile Spieleabende verbracht, mich von Hetti und Viola bekochen lassen, mit Babs die ModeHeimHandwerk besucht, mit Tommy und Björn ein paar Lost Places Touren gemacht und und und.
Danke, dass ihr mich alle begleitet und mein Leben so bunt macht! Auch wenn hier nicht alle namentlich steht. Ich liebe euch.

Politisch war das Jahr ein Graus. Alleine, dass Trump immer noch Präsident der Vereinigten Staaten ist, lässt meine Haare grau werden. Ich mag den Fernseher gar nicht mehr an machen und die Zeitungen nicht mehr aufschlagen. Jens Spahn (nicht Heiko Maas...ich verwechsel die beiden Namen komischerweise ständig :D) meint, wenn jede Pflegekraft einfach mal ein paar Stunden die Woche mehr arbeitet, dann hätte man gar keinen Pflegenotstand. Die AFD kann machen was sie will und wird trotzdem gewählt, Hambacher Forst, Atomwettrüsten, Brexit-Verhandlungen mit der einzigen Gewissheit, dass gar nichts klar ist....
Wir alle vergessen hier in Europa mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks, wie gut es uns geht. Offenbar viel zu gut, weil wir uns alle die Köpfe einschlagen anstatt zusammen froh zu sein, dass wir genug zu Essen, sauberes Wasser und ein Dach über dem Kopf haben.

Für 2019 wünsche ich mir mehr inneren Frieden. Ich werde weiterhin naiv an das Gute im Menschen glauben und Harmonie aufrecht erhalten, möchte aber versuchen, deutlicher zu kommunizieren, wenn mir etwas gegen den Strich geht. Meine Wünsche deutlicher machen, mehr hinterfragen. Zudem möchte ich mich von diesen Energiefressern mehr zurückziehen. Also diese Menschen, die ständig nur jammern und andere mit runterziehen statt sich hochziehen zu lassen.

Liebe, Leute!
Das ist die Antwort. Klingt kitschig, ist es auch, stimmt aber trotzdem.
Lieber einmal mehr lächeln statt jemanden anfahren, der es nicht verdient hat. Ihr könnt einen ganzen Tag retten für denjenigen!
Das ist mein persönliches Mantra. Schon immer gewesen, wird aber immer wichtiger.

So und nun bin ich fertig, ihr seid entlassen. Kommt gut und sicher ins neue Jahr. :)

Ich habe ein bisschen Respekt vor 2019, aber wir werden es schon schaukeln <3

Mittwoch, 9. August 2017

Hochzeitsgedanken

Ich hatte ja letztens mal erwähnt, dass ich nochmal ein bisschen über das Thema Hochzeit sprechen wollte. Wie ich auch schon wieder vor einiger Zeit mit Babs festgestellt habe (wir waren nämlich nochmal in der Traumfabrik, um ihr frisch eingetroffenes Brautkleid zu begutachten) ist es ja nun nicht mehr lange hin bis zu ihrer und somit auch zu meiner Hochzeit.
Und da ich immer, wenn ich in letzter Zeit mal sage, dass ich gestresst bin, ein mitleidiges "Ja wegen der Hochzeit, ne?" ernte, wollte ich dazu doch noch mal ein paar Worte verlieren.

Wegen der Hochzeit war ich bis jetzt nämlich eigentlich noch gar nicht gestresst. (Mich stressen eher so Dinge wie Autounfälle, geklaute Kennzeichen und Koffergrößen für Urlaubsflüge ;D)
Entgegen vieler Kommentare und Meinungen kann man eine Hochzeit auch sehr gut planen, wenn man erst 10 Monate vorher beginnt. Sicherlich kommt es auf die Wünsche des Brautpaars und den Zeitpunkt der Hochzeit an, aber ich behaupte mal ganz frech, wir hätten auch gut und gerne noch später anfangen können mit dem Planen.
Nachdem wir wussten, wie viele Leute wir ca. einladen wollen, haben wir uns auf Locationsuche gemacht und auch sehr schnell eine gefunden, die uns mehr als zugesagt hat. Der Caterer macht für uns nun nahezu alles. Wir kümmern uns nur noch um Kleinigkeiten. Beispielsweise möchte ich den Eingangsbereich noch schmücken.
Dann habe ich die Einladungskarten ja selbst gebastelt, wie ihr schon wisst, und momentan sitze ich a den Platzkärtchen. Da waren letztens Maike, Viola und Julia zum Basteln da.
Dann mache ich noch die Menü- und Getränkekarten selbst und sicherlich noch ein paar andere Kleinigkeiten wie eine Kartenbox oder so. Aber das stresst mich ja alles nicht, das macht mir ja Spaß.

Einiges hat sich bei uns auch durch etwas Glück gefügt. Beispielsweise haben wir uns ja doch für einen DJ entschieden, einfach weil in der Location keine Musikanlage vorhanden ist, sprich die hätten wir eh mieten müssen. Und mit DJ entspannt es sich für uns wieder. Erst hatte ich einen Bekannten gefragt, weil ich bislang fast nur schlechte DJs erlebt habe und bdie ihm weiß ich halt, dass er das spielt, was wir hören wollen. Leider ist der aber während der Hochzeit auf Tour. Dann hatten wir eine Empfehlung von Viola, der DJ war aber schon gebucht. Der hat uns dann wieder jemand anderen empfohlen. Der war aber zum einen recht teuer und zum anderen war er mir auch irgendwie nicht so sympatisch. Aber ich hatte auch nicht mehr so Lust noch ewig weiter zu suchen und die Referenzen waren gut. Und einen Tag vor dem Termin, bei dem wir einen Bertrag mit dem abgeschlossen hätten, erzählt Yvonne mir von ihrer Hochzeit und von ihrem tolle, sympathischen DJ. Ich hab mir die Nummer geben lassen, wir haben telefoniert und nun haben wir für die Hälfte des Geldes einen super netten DJ, der alles nach unseren Wünschen macht. Freudeeeee :)

Mein Kleid ist auch keine große Sache. Ich war einmal mit Mama, Maike und Viola in einem Brautladen. Ich glaube, das habe ich vor allem für meine Mama gemacht. Und für mich selbst um mal zu schauen, welcher Schnitt mir wirklich gefällt. Und es hat sich bestätigt, was ich vorher schon wusste: Ich möchte kein bodenlanges Kleid. Mir gefallen viele lange Brautkleider natürlich total gut aber für mich sind sie alle nicht geeignet für die Praxis. Ich bin kein Kleidertyp und in einem Prinzessinnenkleid würde ich mich nicht wohlfühlen. Und ich habe auch keine Lust so wahnsinnig viel Geld auszugeben dafür. Ich mache dann lieber einen schönen Urlaub.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich in beiden Brautläden auch nicht sooo gut beraten gefühlt habe. Da fand ich die Traumfabrik bei Babs zum Beispiel schon mal besser.
Wie auch immer....ich habe mich dann im Internet umgesehen. Erst mal habe ich ein bisschen nach Onlineshops gegoogelt. Die meisten haben ja wirklich schlechte Bewertungen und ich wollte natürlich nicht irgendwo bestellen, wo ich hinterher nur Ärger habe. Ich bin dann schließlich bei Cocomelody gelandet. Die haben gute Bewertungen und auch eine Art Online-Beratung, wo ich sehr nette Tips und Hinweise bekommen habe. Dort habe ich mir dann ein Kleid nach Maß bestellt und nach 4 Wochen war es da und es sitzt wie angegossen :) Ich lasse es eventuell noch ein bisschen kürzen, denn momentan ist es wadenlang und ich hätte lieber knielang. Insgesamt hab ich dann vielleicht 350 Euro ausgegeben dafür.
Aus Interesse habe ich übrigens noch ein Kleid bei Ebay für 60 Euro bestellt....und selbst das sieht zwar nicht so toll aus wie auf dem Foto, ist aber für 60 Euro immer noch sehr bequem und schön. Ich würde es immer wieder so machen.

Dann gibt es noch so viele Kleinigkeiten von denen ich immer wieder höre, wir "müssten sie machen". Ich versuche mich davon zu lösen. Ich muss gar nichts. Ich muss keine Spiele spielen, ich muss keinen Brautstrauß haben, ich muss nicht alle Hochzeitsgäste das ganze Wochenende bespaßen, ich muss keinen Eröffnungstanz machen. Es mag ja sein, dass das auf den meisten Hochzeiten so gemacht wird, aber ich bzw. wir beide möchten das halt nicht. Lustigerweise sagen die meisten Leute, von denen ich im Vorfeld gedacht habe, sie würden genau so was erwarten, sofort "Das war doch klar Katja, das würde eh nicht zu euch passen!" zu mir.
Das beruhigt mich ja doch sehr. Unterbewusst beschäftigt mich das nämlich sehr. Hatte letztens einen Albtraum, bei dem alle angekommen sind und nach dem Sektempfang hat sich jeder hingesetzt und dann haben uns auf einmal alle angesehen und erwartungsvoll angeschaut und ich konnte nur sagen "Es passiert aber jetzt gar nichts spannendes, es gibt einfach essen." :DDDD
Total bescheuert.
Ich freue mich einfach auf einen schönen Abend mit all den Leuten, die wir gerne haben. Gutes Essen und gute Getränke, nette Gespräche, tanzen, lustige Fotos mit der Fotobox. Das reicht uns völlig. 

Dadurch sind wir zeitlich echt gut dabei. Letztes Wochenende hat Tommy in Roermond im Outlet auch zumindest schon mal ein Sakko gefunden und bei den Ringen bin ich auch ganz entspannt. Wir hätten uns beinahe für insgesamt 40 Euro silberne Ringe auf dem BYH gekauft ^^. Es gab dann nur nicht mehr unsere Größen. Entweder wir finden noch schöne, oder wir nehmen die beiden Partnerschaftsringe, die wir schon seit 10 Jahren tragen.

Ich habe schon so viele Dinge zum Thema Hochzeitsfeier gehört, die ich seltsam fand. Beispielsweise gibt es Leute, die erwarten offenbar, dass sie die Kosten von den Hochzeitsgästen wieder voll rein kriegen in Form der Geschenke. Am besten noch das Geld für ne Hochzeitsreise drauf. Ich mein, jeder wie er möchte, aber ich lade die Leute doch nicht ein, damit sie mir möglichst viel Geld schenken. Wir wünschen uns zwar auch Geld, aber nur weil uns sonst nichts einfällt, was wir uns gemeinsam wünschen könnten. Wenn jemand eine andere Idee hat, dann bin ich sehr gespannt. Und überhaupt: am meisten freue ich mich über Karten. Schöne Karten mit einem selbst geschriebenen Text oder einem süßen Spruch. Ich liebe Karten über alles. Also Leute: Falls ihr kommt, ein Geschenk brauch ich nicht, aber wehe ihr kommt ohne Karte :DDD

Oder auch das Thema Reden. Ich selbst habe den beiden Freundinnen, bei denen ich Trauzeugin sein darf/durfte direkt gesagt, dass ich alles (mit)mache, aber dass ich keine Rede halten kann. Ich kann es einfach nicht. Ich sage hundertmal "ähm" und verhasple mich und vermutlich weine ich dann auch noch und niemand würde mich verstehen. Zum Glück haben das auch die beiden Freundinnen sofort verstanden. So was ist doch nur schön, wenn derjenige da auch ein bisschen Lust drauf hat, oder? Ich erwarte von niemandem, dass er eine Rede für uns hält. Wenn das jemand gerne von sich aus machen möchte, dann darf er das gerne tun, aber ich bin die letzte die meint, die Trauzeugen oder der Vater der Braut muss unbedingt eine Rede halten. Es soll für alle ein schöner, entspannter Tag werden.
Wie sagte Yvonne letztens zu mir: "Erwarte nicht, dass es der schönste Tag deines Lebens wird."
Genau das ist vermutlich der Punkt. Ich freue mich drauf, aber so überladene Erwartungen darf man einfach nicht haben. Wie soll ein einzelner Tag denn auch diesem Anspruch gerecht werden? ;)
Der Tag wird so rucki zucki vorbei sein, dass ich wahrscheinlich gar nicht weiß, wie mir geschieht.

Genau deswegen kämpfe ich momentan auch dafür, dass die ganze Geschichte nicht doch wieder größer wird, als anfangs gedacht. Mama würde zum Beispiel am liebsten nach dem Standesamt noch irgendwohin und dort dann anstoßen und ein Häppchen essen. Find ich auch grundsätzlich eine süße Idee, aber das muss aber auch wieder organisiert werden, die Leute müssen dahin etc. Und dann dauert es auch wieder so lange.
Wir bleiben nun dabei, dass wir nach dem Standesamt einen Sekt trinken. Direkt vor Ort. Ich weiß, dass ein oder zwei Arbeitskollegen und eine Freundin meiner Mama noch dazu kommen wird, aber sehr viel mehr werden es dann vormittags ja gar nicht mehr werden, da ja abends alle kommen. Und dann reicht ein Sekt am Standesamt völlig aus :).

Mal abgesehen davon, dass sicher noch genug Kleinigkeiten kommen, die ich noch gar nicht auf dem Schirm habe. Letztens fiel mir zum Beispiel auf, dass wir zwar einen Termin beim Standesamt haben, ich aber keinerlei Infos über den Ablauf habe. Also müssen wir uns irgendwie um Musik kümmern oder so? Ich werde da also demnächst nochmal anrufen.

Ich hoffe nun einfach, dass die Sachen, die ich noch selbst machen will, so klappen wie ich mir das vorstelle. Und natürlich dass dann jeder einen schönen Abend hat und dass ich mit jedem ein bisschen quatschen kann. Ich rechne von vorneherein damit, dass es für uns sehr aufregend wird und dass ich viel zu wenig Zeit haben werde für jeden. Ein bisschen Realismus kann doch nicht schaden. Aber all unsere Lieben ein bisschen aufgehübscht und mit guter Laune unter einem Dach.....das wird schon toll. Und dann die Kids, die eingeladen sind, in schicken Klamottis <3 Das wird bestimmt süß.

Die Aufregung steigt und ich bin gespannt, wie es wird. Von den ganzen Basteleien, die ich noch so mache, berichte ich natürlich beizeiten gerne.

Wie seht ihr das denn so? Wünscht ihr euch schon seit dem Kindergarten eine Märchenhochzeit? Oder lieber zu zweit auf Hawaii? Und wenn ihr schon geheiratet habt, was lief gut, was schlecht? Was würdet ihr im Nachhinein weglassen? Erzählt mal :)

Mittwoch, 15. Februar 2017

Vier Jahre

Gestern hatte mein Patenkind Geburtstag. Ich kann immer noch kaum glauben, dass sie jetzt schon vier Jahre alt ist. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.
Montag war ich sowieso noch in der Stadt und habe dann spontan noch für Muffins eingekauft. Philadelphia-Brownie-Muffins mit Himbeeren nach meiner liebsten Arbeitskollegin Caro.
Hat auch ganz gut geklappt mit dem Nachbacken, sodass ich gestern nicht nur Geschenke, sondern eben auch noch ein paar Muffins mitbringen konnte. (Große Nachbackempfehlung an dieser Stelle!!! Die Himbeeren oder andere Beeren kommen einfach zwischen den Schokoteig und der Käsekuchencreme und es schmeckt bombig! Wie alles, was Caro so backt ;))


Als ich kam, saß die ganze Familie schon beisammen. Emmas Kindergartenfreund war auch da und Dennis musste schon fleißig das neue Playmobil aufbauen ;).
Wir haben dann Kuchen gegessen und später gab es sogar noch Nudelsalat, kleine Schnitzel etc.
Was ein Service ;)


Ich finde es einfach immer wieder toll, wenn ich so richtig mit in die Familie komme und an dem gemeinsamen Leben teilhaben darf (Aylins Mama hat mich letztes Jahr sogar zu ihrem Geburtstag eingeladen!!!). Wir haben gemütlich gequatscht und über die unterschiedlichsten Familienkonstellationen gesprochen. Emma hat Kindersekt bekommen und war völlig begeistert und später hat sie für uns noch "O Tannenbaum die Oma hängt im Gartenzaun" gesungen.
HERRLICH :D Habe schon lange nicht mehr so gelacht.


Nun wünsche ich dem kleinen Wildfang ein weiteres spannendes Jahr mit vielen tollen neuen Erfahrungen und ich freue mich auf viele lustige und schöne Momente.
(Wir müssen unbedingt bald wieder grillen!)

Montag, 2. Januar 2017

Da kommt was Großes auf mich zu!

Nämlich 2017. Ich habe es vor dem Jahreswechsel gar nicht mehr geschafft, euch angemessen einen guten Rutsch zu wünschen. Aber die Zeit zwischen den Jahren ist für mich wirklich immer eine Zeit der Ruhe und ich habe viel gelesen und einfach mal entspannt und so. Zum Bloggen hatte ich nicht so Lust.
Nun hoffe ich aber sehr, dass ihr sehr gut ins neue Jahr gestartet seid.

Von dem was ich so mitbekomme und lese, sind die meisten ja von 2016 genervt und fanden das Jahr doof. Sicherlich sind auch viele schlimme Dinge passiert, aber ebenso gab es viel Gutes. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, dass ich immer wieder auf Leute stoße, bei denen ich den Eindruck nicht loswerde, dass sie einfach nur das Schlechte sehen wollen...
Ich hoffe daher, dass ihr alle mit positiver Energie in das neue Jahr starten könnt. Voller Zuversicht, Hoffnung und mit offenen Herzen. Hass kann niemals die Lösung sein, egal für welches Problem.

Für mich persönlich war 2016 wahrlich kein schlechtes Jahr. Ich habe meine Fortbildung erfolgreich beendet und eine Gehaltserhöhung bekommen. Ich hatte wieder viel Zeit mit tollen Kollegen, Freunden und meiner einzigartig tollen Familie und meinem Liebsten  <3 Danke dafür von Herzen. Es ist toll, dass mich so wunderbare Menschen durch mein Leben begleiten.

Außerdem haben Tommy und ich in diesem Jahr beschlossen, dass wir heiraten wollen und somit folgt schon der erste riesen Schritt, den wir 2017 zusammen gehen werden. Ich bin schon aufgeregt und freue mich darüber. Sicherlich kann ich bald mehr dazu erzählen.

Ich kann mich zudem schon auf zwei Reisen freuen, die ich 2017 unternehmen werde. Mit Maike geht es zu einem Harry Potter Wochenende nach London. Und mit Tommy erfülle ich mir einen zweiten Traum und werde zwei Wochen Urlaub in Schottland machen.
Und es geht noch weiter. Eine Freundin wird ein Kind bekommen, Freunde werden heiraten. 2017 hat also einiges zu bieten.

In diesem Sinne bin ich gespannt auf das, was kommt. :)

Ich wünsche mir vor allem, dass es friedlicher wird und dass sich viele Menschen, die hier in Deutschland leben, mehr bewusst machen, wie gut es uns geht. Das Leben kann so oft von alleine schon scheiße sein, da sollte man es sich nicht selbst noch schlechter reden. Das löst die Probleme, die zweifellos da sind, sicherlich auch nicht.
Wir haben alle nur diesen einen Planeten und vermutlich auch alle nur dieses eine Leben und wir müssen alle zusammen auf dieser Erde leben und miteinander klarkommen. Daran führt kein Weg vorbei! Versteht mich nicht falsch, jeder ist mal schlecht drauf und das ist auch okay. Und auch Ängste soll man äußern dürfen. Aber es gibt einen Unterschied zwischen Realismus und Schwarzmalerei.

In diesem Sinne passt auf euch auf und macht es euch schön so gut es geht :)


Samstag, 2. Januar 2016

Hallo 2016

Keine Angst, ich bin nicht an Überfressung gestorben und wurde auch nicht von einem Silvesterböller getroffen. Ich habe dieses Jahr einfach keine Zeit mehr für einen Jahresabschlussblogeintrag gefunden. Diesen hole ich jetzt quasi mit einem Wilkommenspost für 2016 nach ;)
2015 war ein Jahr mit viel Höhen und ein paar Tiefen. Es gab durchaus ein paar blöde Sachen, aber glücklicherweise viel mehr Schönes. Vor allem über Tommys feste Stelle und dass er sich dort so gut eingelebt hat, freue ich mich immer noch. Und natürlich darüber, dass Julia und Vitalij einen gesunden kleinen Sohn bekommen haben :).
Generell war das Schönste, dass ich wieder viel Zeit mit Familie und Freunden verbringen durfte! Das macht Spaß und gibt immer wieder Kraft und Energie! 
Ich habe zudem das Brotbacken für mich entdeckt und plane für 2016 noch viel mehr Brote zu backen!

Da es besonders gegen Ende des Jahres für mich irgendwie doch ein bisschen stressig wurde, habe ich mir gedacht, dass ich endlich mal etwas tue, was ich sonst eigentlich nie getan habe: Vorsätze haben. Ich hatte vielleicht mal ein, zwei...aber dieses Mal werden es mehr und außerdem werde ich sie dieses Jahr schriftlich festhalten und zwar hier auf dem Blog. Heute oder morgen werde ich eine neue Blog-Seite anlegen, auf der ich meine Ziele für 2016 festhalten werde und im Laufe des Jahres schauen wir dann mal, wie gut ich alles in die Tat umsetzen kann. Über das Jahr gesehen gab es so viele Situationen, in denen ich mir - teilweise mit anderen zusammen - etwas vorgenommen habe und das möchte ich alles auch gar nicht vergessen. Wie z.B. Zusammen mit Aylin und Emma Laternen basteln. Oder endlich wieder mehr lesen. Genau so habe ich 2015 Dinge gemacht, die ich in 2016 gerne beibehalten möchte.
All das wird festgehalten und eisern verfolgt.
Ich freue mich darauf!

Ich hoffe auf mehr Harmonie und weniger Streit und Krieg in 2016, vor allem global gesehen. Es gab ja doch sehr viele schlechte Nachrichten letztes Jahr (konnte mir die ganzen Jahresrückblicke gar nicht ansehen!) Und natürlich hoffe ich auch privat wie immer auf Harmonie und wenig Streit, ihr wisst ja, ich habe eine Streit- und schlechte Laune-Allergie ;)

Und nicht zuletzt starte ich bald auch mit einem kleinen Fernstudium. Jaaa ihr lest richtig, Fräulein Krög möchte sich ein bisschen weiterbilden und habe mir zusammen mit meiner Firma ein Fernstudium zur Kreditoren- und Debitorenbuchhalterin herausgesucht. (Mich irritiert nur immer das Wort "Studium" denn eigentlich ist es ja ein Fernlehrgang). Wenn ich fleißig genug bin, habe ich im Laufe des nächsten Jahres dann schon den Abschluss :) Bin aufgeregt und sehr gespannt, wie es wird, nach drei Jahren Pause mal wieder richtig zu Lernen. Drückt mir mal die Daumen, dass das auch so klappt. Ich werde berichten!

Also 2016! Ich freu mich auf dich und hoffe sehr, ich schaffe es, aus dir ein tolles, nein, ein großartiges Jahr zu machen :)

Frohes Neues Jahr :)

Sonntag, 29. November 2015

Zeit mit Omi

Auch die zweite Urlaubswoche ist schnell verflogen, hatte doch wieder viel vor :D Aber ich habe wirklich einiges geschafft, was ich im Arbeitsalltag eben nicht so geschafft hätte. Ich habe zum Beispiel mal alle unsere Fenster inklusive Fensterbank und Rahmen geputzt. Oder mal wieder den kompletten Boden gewischt. Und natürlich ein bisschen weihnachtlich dekoriert. Ich mache da nicht zu viel, weil ich ehrlich gesagt später auch nicht so Lust habe, alles wieder wegzuräumen. Aber ein selbstgemachtes Adventsgesteck haben wir. Außerdem zwei beleuchtete Papiersterne und eine beleuchtete Holzsternschnuppe in den Fenstern. Und dann hier und dort mal noch ein paar kleine weihnachtliche Dinge. Das reicht eigentlich völlig. Und ich reiße mich auch absichtlich zusammen, denn grade zur Weihnachtszeit bin ich sehr anfällig für Deko ;).
Ich habe aber nicht nur in der Wohnung rumgewuselt, ich war auch viel unterwegs. Unter anderem war ich letzte Woche Samstag mit meiner Oma bei einem kleinen Weihnachtsbasar im Altenheim bei uns um die Ecke. Ich weiß, dass meine Oma im November oft nicht so gut drauf ist. Es wird dunkler, sie kann nicht mehr so viel raus und das drückt ihr aufs Gemüt. Daher wollte ich grade im Urlaub die Zeit zu nutzen, um auch viel Zeit mit ihr zu verbringen. Und abgesehen von diversen Kaffeedates waren wir eben auch auf diesem Basar. 
Warum ich davon erzähle? Es war richtig schön! Und es hat mir außerdem mal wieder in einigem die Augen geöffnet. Wir haben uns die Stände angeschaut und ein paar Kleinigkeiten gekauft und haben uns dann in die Cafeteria gesetzt und Waffeln gefuttert und Kaffee getrunken. Oma kennt viele Leute aus dem Heim, sowohl Bewohner als auch Mitarbeiter. Sie hat mir viel erzählt vom Heim....dass man hier keine echten Kerzen auf dem Zimmer haben darf, dass eine Dame die sie kennt nie Besuch von der Familie bekommt, dass die Cafeteria nicht jeden Tag für die Bewohner auf hat aber dass es ja trotzdem ganz nett sei....da wurde mir mal wieder bewusst, dass meine Oma große Angst davor hat, in ein liebloses Heim abgeschoben zu werden. Ich meine nicht, dass sie sich grundsätzlich weigert, in ein Heim zu gehen, aber dass sie eben Angst hat, dort zu versauern. Und ich verstehe sie sehr gut! Noch ist sie total fit, aber sie ist nun mal schon 80 Jahre alt und hat viele Freundinnen, die schlechte Erfahrungen in solchen Heimen und mit der Familie gemacht haben. Außerdem ist sie die letzte aus der Reihe meiner Großeltern....da ist es doch nur natürlich, dass man sich Gedanken macht. Wir haben noch eine zeitlang weitergequatscht und ich habe ihr zu verstehen gegeben, dass ich sie garantiert sehr oft besuchen würde und dass sie sich aber doch erst mal noch an ihrer eigenen Wohnung erfreuen kann. Alt werden ist sicherlich nicht einfach...:/
Dann kamen aber zwei Bekannte meiner Oma zu uns an den Tisch und das Gespräch ging dann in andere Richtungen. Irgendwann berichtete Oma von einer Frau, die sie mal auf einer längeren Busreise getroffen hat und die ihr gleich ihr gesamtes Leben erzählt hat. Oma meinte, sie wisse nun alles über Ehemann Nummer 1, Ehemann Nummer 2, etc....
Daraufhin fragte die eine Bekannte grinsend, ob sie denn auch Details aus dem Schlafzimmer verraten hätte? Ich sag euch...die drei Omis haben gegiggelt und ich hab erst ein bisschen doof geguckt, bevor auch ich gegrinst hab. Es klingt beschränkt, aber ich kenne diese Unterhaltungen eben eher von jüngeren Damen. ;) Aber wir hatten sehr viel Spaß. 
Außerdem haben sich die drei auch über Beziehungen unterhalten. Alle drei haben ihre Ehemänner schon vor einigen Jahren verloren und die eine meinte dann "Aber einen anderen Mann will ich nicht mehr. Ich habe meinen Mann geliebt und habe gar keine Lust mehr, mich umzugewöhnen. Außerdem mag ich es, dass ich nur auf mich Rücksicht nehmen muss." 
Ich habe ganz fasziniert zugehört und sie hat mit einem Blick auf mich nachgeschoben, dass wir sie nicht falsch verstehen sollen und dass sie eine sehr glückliche Ehe geführt hat.
Es war einfach sehr spannend zu erfahren, dass sich auch die ältere Generation durchaus noch Gedanken um die Liebe macht. Irgendwie klar, aber ich hab selten darüber nachgedacht.

Es war jedenfalls ein toller Nachmittag. Bei meiner bereits verstorbenen Oma mache ich mir im Nachhinein auch heute noch Vorwürfe, dass ich sie zu wenig gesehen habe. Sie war zwar nicht im Heim, im Gegenteil war sie bis wenige Monate vor ihrem Tod topfit und hat in ihrer eigenen Wohnung gelebt, aber ich hätte sie einfach öfter besuchen sollen. Den Fehler will ich jetzt nicht nochmal machen. Im Krankenhaus und im Hospiz war ich die letzten Wochen dann häufig, aber das konnte die verlorene Zeit nicht ersetzen. Heute wünsche ich mir oft, dass ich noch viel mehr Strick- und Häkeltricks von ihr gelernt hätte. Dass ich sie mehr über meinen Opa und über ihre Kindheit ausgefragt hätte...aber sie schien so fit und ihr Tod so fern....
Das macht mich jedes Mal sehr traurig, wenn ich darüber nachdenke...
Verzeiht meine Sensibilitäten. Vielleicht liegt es daran, dass sie heute Geburtstag gehabt hätte.
Maike und ich haben, wie jedes Jahr seit ihrem Tod, Tonkaplätzchen an ihrem Geburtstag gebacken. 


Das war ihre Spezialität und wir haben die Kekse schon als Kinder geliebt.
Hoffentlich zieht der wunderbare Duft auch dorthin, wo sie jetzt ist <3

Habt einen wunderbaren ersten Advent und genießt die Zeit mit euren Lieben! :)

Sonntag, 15. November 2015

Über einen 90. Geburtstag und warum Hoffnung nie sterben darf

Wisst ihr, was ich Freitagabend gemacht habe? Ich habe mit Tommy zusammen das Wer wird Millionär Jackpot Special geschaut und nebenher gebrannte Mandeln für Onkel Friedhelm gemacht (er ist eigentlich nicht mein Onkel, sondern der meines Vaters...aber der Einfachheit halber nennen wir ihn alle so). Der Gute ist nämlich am 12.11. sagenhafte 90 Jahre alt geworden und hat auch die ganze Bochumer Familie zur Feier nach Minden eingeladen. Ich liebe Familienfeiern und besonders Onkel Friedhelm und seine Frau Christa mochte ich schon immer sehr gerne. Ich sehe sie aufgrund der Entfernung nur sehr selten und wollte sie schon lange unbedingt mal wieder sehen. Außerdem hab ich mich auf Antonia und Norman gefreut. Toni ist die Enkelin von Friedhelm und wir haben uns vor ziemlich genau 15 Jahren auf der Feier zu seinem 75. Geburtstag kennen gelernt. Wir sind nicht nur irgendwie verwandt, wir haben uns auch sofort total gut verstanden, schreiben uns seitdem Briefe und besuchen uns immer mal wieder gegenseitig. Es gab also jede Menge Grund zur Freude und ich war Freitag Abend gut beschäftigt. Nicht zuletzt hab ich seit ein paar Tagen Halskratzen und Dementsprechend sind wir recht früh schlafen gegangen und haben nichts mehr von der Welt mitbekommen.

Als wir dann gestern Morgen gegen 7 Uhr vom Wecker wach wurden, ging Tommy rauchen, kam wieder rein und sagte sofort mit Blick auf sein Handy "Ach du Scheiße! Gestern gab es sieben Terroranschläge in Paris." Ich musste sofort an die Bombendrohung denken, von der ich gestern im Büro schon gehört hatte, war völlig schockiert und wir haben schnell den Fernseher angemacht. Dort haben wir dann nicht besonders viele Infos bekommen, aber dennoch genug, um völlig fassungslos vorm Fernseher zu sitzen. Terroristen haben in Cafes, in der Nähe des Stadions von Paris Sprengsätze gezündet und vier Terroristen sind in den Club Bacatlan eingedrungen, wo grade die Eagles of Death Metal ein Konzert gaben und haben wild um sich geschossen und sich selbst in die Luft gesprengt. Allein dort wurden über 100 Menschen getötet. Ich weiß nicht, was ich zuerst gedacht habe. 
Schon wieder Frankreich.
Ein Rockkonzert.
Ich oder Freunde hätten genau so gut in dem Club sein können.
Was wäre gewesen, wenn die Terroristen ins Stadion gekommen wären?
Was heißt das bloß für die Flüchtlingsdebatte?
Geht es heute weiter mit Anschlägen?
In was für einer Welt leben wir bloß?
Das und zig andere Gedanken flogen durch meinen Kopf und ich musste wirklich ein paar Tränen runterschlucken.
Und dann? Ja dann haben wir uns fertig gemacht und mussten meine Eltern abholen. Es war sehr seltsam. Natürlich haben wir auch mit meinen Eltern drüber gesprochen und ich hatte mein Ipad mit um zwischendurch weitere Nachrichten zu lesen, aber viel Neues kam noch nicht heraus. Einerseits war die Fahrt lustig...wir haben über alles Mögliche gequatscht und uns auf die Feier gefreut und andererseits wurde ich das Gefühl nicht los, dass sich immer mehr Schlechtes tut auf der Welt.
Wieso? Vielleicht, weil seit Monaten riesige Flüchtlingsströme nach Europa ziehen. Vielleicht, weil sich das Land immer mehr spaltet an der Frage, wie man damit umzugehen hat. Vielleicht, weil der IS präsenter und präsenter wird und ich das Wort "Glaube" bald nicht mehr hören kann. Dabei hat das alles mit Glauben einfach nichts zu tun. Wahnsinn trifft es eher.
Spätestens seit gestern Abend bekannt wurde, dass einer der Terroristen anfang Oktober als Flüchtling registriert wurde, mache ich mir zunehmend Sorgen. Es ist das eingetreten, wovor viele seit Wochen warnen und Angst haben. Ich selbst habe auch nie bestritten, dass mit der Flüchtlingswelle auch Terroristen nach Europa kommen können und werden. Ich glaube auch nicht, dass es der letzte Terrorangriff dieser Art sein wird.
Ich glaube aber genau so fest, dass man nicht alle über einen Kamm scheren kann und darf. Es ist nicht jeder Deutsche ein Nazi, es ist nicht jeder Amerikaner ein Waffennarr, es ist nicht jeder Flüchtling ein Terrorist. Im Gegenteil sind es immer kleine Minderheiten, die den Rest mit in den Dreck ziehen. Wir müssen die Augen aufmachen und differenzieren. Und es ist leider einfach Fakt: die meisten Flüchtlinge fliehen vor genau dem, was gestern in Paris geschehen ist. Und egal wie gut wir aufpassen, wer in unser Land kommt (da müssen wir so oder so genauer hinschauen), man kann solche Anschläge nie zu hundert Prozent ausschließen. Es wird immer Menschen geben, die vorher einfach nie in Erscheinung getreten sind, die nie auffällig waren. Leider. 
Ich glaube nach wie vor, dass der Großteil der Menschheit in Frieden leben will, in Freiheit. Dieses Ziel dürfen wir nie aus den Augen verlieren.
All das hilft den Angehörigen der gestrigen Opfer leider überhaupt nicht....ihnen kann man einfach nur Kraft und Halt und genug Willensstärke wünschen, das irgendwie irgendwann zu verarbeiten. 
In diesen Stunden hoffe ich immerhin, dass sie mitbekommen, dass viele Menschen an sie denken. Genau wie an all die anderen Terroropfer aus allen anderen Ländern...

Und ich denke, wie so oft, dass ich dankbar bin für jeden lieben Menschen, den ich um mich habe.
Natürlich wurde auch bei der Feier gestern über die Attentate gesprochen, aber nicht viel. Jeder war sicher froh, dass mal ein paar Stunden zu vergessen. Und auch dafür bin ich dankbar....dass ich sowas überhaupt noch ausblenden kann. Es gibt so viele Menschen, die direkt davon betroffen sind und die Gedanken daran niemals ausblenden können. Welch ein Luxusleben ich doch führe! 
Es gab gutes Essen, viele Ständchen, weil Onkel Friedhelm und Tante Christa seit Jahren im Chor sind, schöne Reden und eine Diashow. Bilder aus 90 Jahren Leben eines Menschen, der den zweiten Weltkrieg erlebt hat und Kriegsgefangener in Russland war. Als ich seinen Erzählungen dazu lauschte, war einer meiner Gedanken, dass ich nur hoffen kann, dass weder wir noch unsere Kinder einen dritten Weltkrieg erleben müssen....besonders eben vor den aktuellen Geschehnissen. Es war sehr interessant, ihm zuzuhören. 
Und viel öfter war es außerdem echt lustig. Es waren natürlich auch bilder meiner verstorbenen Großeltern dabei und es gab auch viele schöne und amüsante Anekdoten. Es war ein toller Nachmittag. Toll mit der Familie, toll mit den älteren Leutchen und toll mit Toni und Norman. Nur viel zu kurz, wie immer.



Auf der Heimfahrt war es dann schon dunkel und ich habe viel nachgedacht. Was wäre denn, wenn alle nun aufhören würden, an das Gute im Menschen zu glauben? Wenn niemand mehr anderen Menschen helfen möchte? Wenn niemand mehr Hoffnung auf eine schöne Welt hätte? Auf Frieden? Dann würde niemand mehr kämpfen, sich niemand mehr für bessere Bedingungen einsetzen. Das wär der Anfang vom Ende.

Die größte Schwäche der Menschen ist, dass wir hassen können, verzweifelt sein können, neidisch sein können, uneinsichtig sein können. Die größte Stärke hingegen ist, dass wir lieben, verstehen und hoffen können. Auf die guten Eigenschaften müssen wir uns besinnen.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt." sagt man. Für mich wird der Satz immer bedeutender.

Verzeiht, wenn der Text etwas wirsch ist. Ich vermische Schönes mit Traurigem, aber genau so war es gestern. Vermischt. Und wenn mir so viel im Kopf herumschwirrt, hilft mir Aufschreiben immer. Da müsst ihr durch. 
Um es mit den Worten von Reckless Love zu sagen, die natürlich auch - wie viele andere Bands aus der Metal Szene - ein Statement gepostet haben: Hold your dearest close tonight and everyday in the future. Be good to each other, make them smile. Our thoughts go with the people of Paris, France. 

Donnerstag, 12. November 2015

"Du magst doch eh jeden!"

Diesen Satz habe ich in den letzten Wochen des Öfteren in diversen Versionen und von verschiedenen Leuten gehört. Beim ersten Mal dachte ich mir noch nichts dabei, aber so langsam fange ich doch an, darüber nachzudenken.
Das erste Mal fiel der Satz als ich Freunden von einem ehemaligen Schulkameraden erzählt hatte, den ich auf einer Party getroffen habe, und eben auch gesagt hatte, dass ich mich darüber gefreut habe.
Beim zweiten Mal weiß ich gar nicht mehr, in welchem Zusammenhang das genau fiel, aber gestern kam eine Kollegin zu mir ins Büro und fragte mich etwas zurückhaltend "Katja, du kannst doch eigentlich mit allen Leuten ziemlich gut, oder?". Sie wollte einen Rat wie sie mit einer bestimmten Situation umgehen soll. Das hat mich natürlich in erster Linie geehrt, aber ich war auch verdattert. Die Kollegin ist älter als ich und hat sicherlich einfach mehr Lebenserfahrung und mal ganz davon ab stellte ich mir die Frage, ob es wirklich bei allen Leuten so rüber kommt, als käme ich irgendwie mit jedem aus.
Ich habe da dann noch länger drüber nachgedacht und komme mittlerweile zu dem Schluss: Das stimmt tatsächlich in vielen Bereichen. Natürlich komme ich nicht mit jedem aus, aber mit sehr vielen Menschen. Und ich freue mich wirklich über diese Aussagen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob das jeder immer komplett positiv meint. Manchmal werde ich dabei nämlich angesehen, als wäre ich so eine schrullige Alte :D
Ich glaube aber, dass das ein Grund ist, weshalb ich bislang gar nicht so schlecht durchs Leben gekommen bin.

Ich sage zum Beispiel, wenn mich etwas an jemandem stört, aber nur, wenn ich mit dieser Sache so gar nicht klar komme, mir derjenige wirklich wichtig ist bzw. ich viel mit ihm zu tun habe. Ich muss dafür aber nicht an jeder Kleinigkeit rummäkeln. Manchmal hilft tatsächlich auch mal Klappe halten. Menschen sind nun mal verschieden und das muss man oft auch einfach akzeptieren. Viel wichtiger ist doch, dass man hinterfragt, wieso sich jemand grade so und so verhält. Meistens ist das Verständnis dann auch größer. Wenn das nicht hilft, dann muss man reden, aber auch das möglichst auf einer vernünftigen Ebene. Und wenn man sich in zu vielem nicht einig wird? Ja dann ist das so. Man muss ja nicht mit jedem klarkommen und kann sich entweder aus dem Weg gehen und muss sich außerdem sowieso nicht immer gleich die Köppe einhauen, oder? Und ich verwende definitiv lieber meine Zeit darauf, den Leuten, die ich mag, das auch zu zeigen, statt denen, die ich nicht so mag, auf den Sack zu gehen. Haben ja alle mehr von im Endeffekt.

Zudem bin ich auch einfach nicht immer wegen jeder Kleinigkeit sauer. Ganz ehrlich? Wenn ich mitbekomme, weswegen sich manche Leute streiten, dann kann ich nur der Kopf schütteln. Wenn man sich mal länger nicht bei mir meldet, wenn man mal meinen Geburtstag vergisst, wenn man mal etwas grober im Ton ist...mein Gott...kann passieren. Wenn man sich grundsätzlich mag, dann sind das doch Peanuts!

Ich will jetzt natürlich nicht sagen, dass man immer schön ruhig alles hinnehmen soll. Natürlich nicht. Aber ich denke, dass wir uns doch sooo oft viel zu wichtig nehmen. Wenn wir den Fokus mal ein bisschen verschieben, dann erscheint Vieles eben doch nur noch halb so schlimm. Und Vieles ist einfach viel zu unwichtig um sich darüber aufzuregen. Das ist doch Lebenszeitverschwendung!

Als Letztes gebe ich natürlich auch offen zu: Ich bin harmoniesüchtig. Ich hasse Streits abgrundtief und grade weil ich mich selbst so selten streite, macht es mich - wenn es dann doch mal so sein sollte - ziemlich fertig. Genau so, wenn Freunde sich streiten etc. Das Gefühl das jemand auf mich wütend sein könnte ist furchtbar!
Also liegt es sicherlich auch an mir selbst....ich wäre am liebsten mit der ganzen Welt befreundet und auch wenn der Wunsch nach Weltfrieden bei Miss Undercover immer stark belächelt wurde, so kann ich doch sagen, dass das genau so was ist, was ich mir wünsche. Man kann so viel von anderen Menschen lernen.

Ich lerne öfter Menschen kennen, die so anders sind als ich, dass ich nie mit ihnen befreundet sein wollen würde, aber trotzdem ist es interessant, sich mal zu unterhalten. Und bevor man über andere urteilt, sollte man sich erst mal an die eigene Nase fassen. Niemand ist perfekt und jeder hat sein Päckchen zu tragen, oder? Das sollte man immer im Hinterkopf haben.

Ich wiederhole mich sicherlich bei einigen Dingen, aber ich bin wirklich überzeugt davon. Aus eigener Erfahrung kann ich definitiv sagen, dass ich sehr glücklich bin, mich so wenig zu streiten und einfach viele Menschen um mich herum zu haben, die ich so mag wie sie sind.

Mein Wort zum Dienstag (und vielleicht auch schon zur Vorweihnachtszeit?! ;))


Dienstag, 27. Oktober 2015

Schreibtherapie

In den letzten Wochen schwirrt mir wieder ziemlich viel im Kopf herum. Teilweise sind es Dinge, die noch nachhängen, teilweise Aktuelles, teilweise Dinge aus dem Freundeskreis. Alles nichts Schlimmes, manches auch eher positiv (wie z.B. die Frage, ob ich nicht eine kleine Weiterbildung machen möchte, einfach für mich.), aber in der Summe merke ich einfach, dass ich innerlich wieder sehr unruhig bin.

Was hilft mir dabei? Zum Einen hilft tatsächlich fast immer eine Tasse Tee und tiefes Durchatmen. Zum Anderen hilft mir auch fast immer Schreiben. Manchmal tatsächlich richtiges Tagebuchschreiben, manchmal hier auf dem Blog und manchmal - so wie momentan - Briefe und Mails. Ich habe letzte Woche endlich mal Stefans 50seitige Mail von seinem bisherigen Neuseelandaufenthalt beantwortet. Ich hatte Angst, wenn ich nicht schreibe, bevor die nächste Mail kommt, schaffe ich gar keine Antwort mehr ;). Nun hat er aber erst mal eine Antwort und auch wenn es keine 50 Seiten sind, ist sie doch recht lang geworden.

Und nun schreibe ich wieder viel an meine liebste Michi in Freiburg. Auch wenn ich gar nicht über Probleme schreibe, sondern einfach ihren letzten Brief ihr letztes Buch beantworte, lenkt es wunderbar ab. Und es hilft beim gedanklichen sortieren :). Ich liebe es, ihre Berichte über London zu lesen und irgendwie bin ich richtig stolz, wenn ich nach einigen Stunden all meine geschriebenen Seiten umblättere. Mein Kopf hatte dann wie ein Reset und ich kann mich wieder auf andere Dinge konzentrieren.

Probierts mal aus: Wenn es euch nicht so gut geht oder ihr zu viel im Kopf habt, schreibt mal einen Brief.

Donnerstag, 17. September 2015

Warum reg ich mich noch auf?

Letzten Samstag habe ich von jemandem aus meiner Freundesliste bei Facebook einen Beitrag gelesen in dem es um Tierquälerei geht. Darunter schrieb ein Mädchen, das Gott sei Dank nicht in meiner Freundesliste ist (wäre sofort aussortiert worden!), sinngemäß, wie schrecklich das alles sei und dass man nur noch von Tierquälerei und Kinderschändern lese. Und dazu dann auch noch die ganzen Asylanten, die alles kaputt und dreckig machen würden.
Da blieb mir doch grade wieder die Spucke im Hals stecken. Ich habe mich bislang nicht zur Flüchtlingsdebatte geäußert, weil es ein so komplexes Thema ist, dass ich Stunden drüber schreiben könnte. 
Das werde ich auch jetzt nicht tun, aber dennoch hatte ich heute morgen das Gefühl, dass ich was schreiben muss. Vllt weil ich das erste Mal in meiner eigene Facebooktimeline einen so verkackten Kommentar gelesen habe. Bislang bin ich nämlich ganz stolz, dass ich niemanden aussortieren musste ;) klar äußern einige Kritik, aber eben fundiert. Ist ja völlig okay. Die aktuelle Flüchtlingspolitik ist zum Haare raufen. Da können aber die Flüchtlinge nichts für.
Ich finde es zum Beispiel lachhaft, dass so viele EU-Mitgliedsstaaten sind strikt weigern, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Vorteile der EU-Mitgliedschaft werden dankend angenommen und die Pflichten lehnen wir aber ab? Großartige Einstellung. 

Und genau so verstehe ich ja auch die Kritik. Ich finde die Massen, die man teilweise im Fernsehen sieht, auch beängstigend. Ich finde auch, dass die Flüchtlinge ordentlich registriert werden müssen. Ich verstehe auch, dass die Angst größer wird, dass Terroristen die Situation ausnutzen um sich ins Land zu schleusen. Es stimmt auch, dass man die Situation in den Herkunftsländern verbessern muss. Das geht aber nicht von heute auf morgen. Und ja ich hoffe auch, dass die Menschen, die zu uns kommen - teilweise eben wirklich aus Ländern mit völlig anderen kulturellen Vorstellungen insbesondere was das Frauenbild und die Ausübung vom eigenen Glauben angeht - sich hier gut eingliedern.

Alles Dinge, über die man diskutieren kann, zu denen es unterschiedliche Ansichten gibt und bei denen eh noch keiner sagen kann, wo es letztendlich hinführen wird.

Aber Fakt ist doch, dass ich ebenfalls versuchen würde, aus den Ländern zu fliehen, aus denen die meisten dieser Menschen kommen. Dass viele wirklich dringend Hilfe brauchen.

Und Fakt ist auch, dass ich so unqualifizierte Aussagen wie oben erwähnt einfach nur zum davonlaufen finde! Genau wie "Die Politiker sollen sich erst mal um unsere eigenen Obdachlosen kümmern." und all solche Dinge, die von Leuten weitergeplappert werden, die einfach reden ohne zu denken.

Wie gesagt, man darf bei dem Thema durchaus sehr unterschiedlicher Meinung sein, aber dabei kann man immer wertfrei und respektvoll bleiben und sich vor allem informieren bevor man irgendwelche Hasskommentare in die Welt setzt!

Ende im Gelände.

Dienstag, 1. September 2015

Immer die Falschen

Letzte Woche Freitag ist ein Kollege von mir gestorben. Wir wussten alle, dass er schwer krank war und doch war es ein Schock, als ich Sonntag abend von seinem Tod erfahren habe.
Andi war so ein netter, hilfsbereiter und lustiger Kollege....es ist einfach nicht fair, dass er so früh gestorben ist!

Übermorgen ist Beerdigung und so wie es aussieht, geht die ganze Firma hin...
Das wird ein sehr trauriger Arbeitstag!

Freitag, 14. August 2015

Zwiespalt

Heute ist so ein Zwischentag. Zumindest jetzt noch. Kennt ihr das, wenn die Laune so hin und hergerissen ist?

Heute sind die beiden Kollegen nicht da, die ich vertrete, es kann also stressig werden. Heute arbeite ich trotzdem nur bis 11 Uhr, weil ich danach mit Tommy und Mettie ins Saarland fahre. Dort feiern Philipp und Sarah ihre Abschiedsparty weil sie an den Bodensee ziehen.

Und heute vor vier Jahren ist mein Opa gestorben.

Ich freue mich aufs Saarland und auf einen schönen Abend. Ich finde es schade, dass wir nur bis Morgen bleiben, aber freue mich auch auf das Konzert morgen Abend im Turock.
Und ich wäre zeitgleich so gerne heute bei meiner Oma.
Ach das Leben ist manchmal komisch.

Er fehlt mir immer noch und jedes Mal wenn ich meine Ruhe habe und an ihn denke, kommen mir die Tränen. Mit ihm ist einfach ein Stück meiner Kindheit fort.




"Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können."
~Jean Paul~

Montag, 27. Juli 2015

Toleranz? Wo?

In letzter Zeit habe ich mal wieder einige Erfahrungen bezüglich Akzeptanz und Toleranz machen müssen (oder dürfen?). Vor meinem Urlaub war es morgens auf dem Weg zur Arbeit teilweise noch etwas frisch und einen Morgen hing nur mein Pulli vom Turock-Festival (mit Totenkopf) an der Garderobe. Ich wollte Tommy nicht wach machen und dachte, da ich den Pulli eh nur auf dem Weg zur Arbeit anziehen würde, wäre es nicht weiter schlimm.
Tatsächlich hat es dann während der Pause mit meiner Kollegin aber auch geregnet und ich habe den Pulli währenddessen auch angezogen. Auf ein mal blieb meine Kollegin stehen und schaute mittelschwer schockiert auf den Pulli. Ich hab ihr grinsend erklärt, weshalb ich den trage und dass ich damit natürlich nicht ins Büro gehen würde. Aber tatsächlich war es nicht dieser Gedanke, der sie beunruhigt hat, stattdessen fragte sie entsetzt "Wieso tragt ihr in eurer Szene eigentlich immer Totenköpfe? Ich will doch nicht jeden Tag an den Tod denken."
Ich war erst mal baff. Tatsächlich ist grade diese Kollegin schon lange schockiert von meiner "dunklen Seite", wie sie es nennt. Seit sie gehört hat, wie ich mich mit ihrem Bürokollegen über Axel Rudi Pell unterhalten habe (die Musik findet sie schon unmelodiös und brutal - die Kenner unter euch dürfen jetzt gerne schmunzeln ;)).
Ich habe ihr dann erklärt, dass es mir zumindest nicht hauptsächlich um irgendwelche Motive (egal ob Totenköpfe, Pentagramme etc.) geht, sondern dass ich die Musik einfach gerne höre und dass sich viele Bands in dem Genre AUCH mit dem Thema Tod beschäftigen. Dass es grundsätzlich im Metal so vielfältige Themen gibt, die besungen werden und dass auch das ein Aspekt ist, den ich mag. Es wird eben nicht immer über die große Liebe oder über den Heli Heli Heli Helikopter geträllert ;).
Dass es sicherlich auch teilweise einfach Provokation von manchen Bands ist. Und und und. Ist ja ein gutes Thema für mich.
Ich weiß auch, dass sie es gar nicht böse oder abwertend meint, aber dieses Unverständnis gibt es immer noch so häufig, dass ich mal drüber schreiben wollte. Wie oft habe ich schon gehört "Das ist nur eine Phase."! Wieso wollen so viele, dass Metal hören nur eine Phase ist? Bei mit war zu Beginn der Pubertät Westlife eine Phase ;) Ich störe niemanden damit. Ich höre Musik nie so laut, dass sie meine Nachbarn stört und auf der Arbeit lasse ich alle böse bedruckten Shirts weg.
Und trotzdem: So Tolerant, wie viele immer tun, sind sie nämlich nicht. Noch lange nicht. Da kann es um Musik, Tattoos, Schwulsein oder oder oder gehen.

Im Übrigen habe ich ihr dann noch erzählt, dass die Metalkonzerte die friedlichsten sind, die ich je besucht habe. Und dass ich glaube, dass für viele die Musik Abschalten, Herunterkommen und sicherlich auch Agressionsbewältigung ist (nichts hilft besser gegen schlechte Laune als einmal Moonsorrow im Auto laut aufdrehen :D). Bin fest davon überzeugt, dass das ein Grund dafür ist, dass viele Metaller grade deswegen so mit sich im Reinen sind.

Wollte das nur mal so im Allgemeinen ins World Wide Web stellen. Auf die Toleranz.

Samstag, 4. Juli 2015

Sommerloch

Oder Sommer-A****loch? :D Sorry. Ich weiß ja dass sich einige über das Wetter freuen ;)
Ich bin wie erwartet ziemlich außer Gefecht gesetzt und halte mich größtenteils in der zum Glück noch erträglichen (weil dunklen, mit Rolladen abgeschotteten) Wohnung auf. Bochum Total werde ich allerhöchstens morgen besuchen und Schottys Einweihungsparty habe ich auch abgesagt :/ naja...nächstes Mal wieder!

Der Einkauf heute hat mich schon völlig aus dem Konzept gebracht. Bin wirklich dankbar, dass es immerhin noch eine recht trockene Hitze ist!

Leider bleiben auch so viele Blogeinträge auf der Strecke. Ich möchte noch vom Midsommar bloggen, vom Sommerfest in Seppenrade, vom (kulinarischen) Saarlandbesuch letztes Wochenende, von meinem zuletzt gelesenen Buch...aber keine Sorge das kommt noch.
Wenn ich wieder etwas mehr Aktivität verspüre ;)


Bis dahin retten mich nur so Dinge wie Ventilatoren, Besuche bei Omi mit selbstgemachtem Brombeerjoghurt, Smoothies, Wassermelonen und zweckentfremdete Mülleimer ;)



Ich wünsche euch schöne Sommertage! Kommt gut durch die Hitze! :) 

(Nicht mal richtig Hunger hab ich. ICH! Das ist quasi ein Wunder! :D)



Montag, 15. Juni 2015

Ich würde mich königlich amüsieren...


... wenn Ver.di das wirklich durchsetzen und innerhalb von 2 Tagen die komplette Belegschaft auf einmal der Gewerkschaft beitreten würde :D

(Auch wenn ich nicht daran glaube, dass sie das bei den Tarifverhandlungen durchkriegen.)

Dienstag, 2. Juni 2015

Hätte ich doch bloß...

Letzte Woche Freitag haben Tommy und ich erfahren, dass eine Bekannte von uns verstorben ist. Sie ist die Oma von einer Freundin von Tommy gewesen und Tommy hat ihr sehr viel geholfen früher im Haushalt und im Garten, weil sie aufgrund ihrer Krankheit nicht mehr viel machen konnte.
Er war daher sehr oft bei ihr und ab und zu war ich auch mal auf einen Besuch dabei. Obwohl sie mich kaum kannte und nicht mit mir verwandt war, hat sie sich rührend um mich gekümmert, hat mir Waffeln zum Geburtstag gebacken und mit mir Rezepte ausgetauscht. Und auch sonst hat sie viel für uns getan. Für Tommy, für seine Mama...sie hat uns gute Ärzte vermittelt und hatte immer ein offenes Ohr. Eine herzensgute Frau.
Und sie war nicht nur zu uns so freundlich, offenbar hatte sie ein riesengroßes Herz.
Da ihre Tochter taub zur Welt gekommen ist, hat sie immer dafür gekämpft, dass sie trotzdem ein normales Leben führen kann. Hat dafür gesorgt, dass ihre Tochter sprechen und Lippenlesen lernt, sodass man sich heute gut mit ihr unterhalten kann.
Um auch anderen Leuten mit diesem Problem zu helfen, hat sie einen Verein gegründet, der Familien mit Gehörlosen unterstützt. Ganz großartig :)
Dementsprechend geschockt und traurig waren wir, als wir von ihrem Tod erfahren haben. Zwar wussten wir, dass sie krank ist, aber bei unserem letzten Besuch machte sie einen recht fitten Eindruck...
Seit Tommy wieder arbeitet, waren wir viel seltener zu Besuch oder zum helfen dort. Das letzte Mal vor ca. 6 Wochen. Damals haben wir versprochen, wieder öfter zu kommen, aber im Alltag geht so vieles unter....Tommy hatte ihr wohl immerhin vor Kurzem geschrieben, dass wir gerne kommen würden, aber er hat keine Antwort erraten. Da das aber nicht so ungewöhnlich war, haben wir uns nicht so viel dabei gedacht....
Im Nachhinein bin ich sehr betrübt, dass wir nicht mal bei ihrer Tochter nachgefragt haben oder so....
:( Aber ich hoffe, sie konnte wenigstens noch lesen, dass wir an sie gedacht haben.

Gestern konnten Tommy und ich uns immerhin beide für die Beerdigung frei nehmen. Es war schön zu sehen, wie viele Leute da waren. Einige aus ihrem Verein etc. Und besonders schön fand ich, dass extra für alle Gehörlosen eine Gebärdendolmetscherin vor Ort war, die vorne neben dem Pfarrer gestanden und übersetzt hat. Das hätte die Verstorbene sehr gefreut!

Ich werde sie immer als wahnsinnig großherzige, humorvolle und starke Frau in Erinnerung behalten!

(Und einmal mehr merke ich, wie sehr wir die Zeit mit unseren Lieben genießen sollten <3)

Sonntag, 26. April 2015

Ach Geburtstag...

Jedes Jahr ist Geburtstag haben einfach wieder soooo großartig. Es ging schon damit los, dass ich wieder mal bombenmäßiges Wetter geschenkt bekommen habe. Ideal für unseren Plan, den ganzen Nachmittag im Garten meiner Eltern zu verbringen :)
Der Plan ist auch aufgegangen. Wir hatten leckeren Erdbeerkuchen und Sachertorte zum Kaffee und abends wurde gegrillt. Und Maike hat uns Aperol Sprizz kredenzt. Ich liebe es!





Ich habe so herrlich passende Geschenke bekommen: Zwei Bücher übers Brotbacken, ein Buch übers Gärtnern auf dem Balkon, eine Karte für We Will Rock You in Köln, ein Hemd von Game Of Thrones, ein indisches Kochbuch und und und. Ich habe Briefe bekommen, SMS, Anrufe. Sogar Heidi hat angerufen <3
Und ich habe mich soooo über Tonis Armband aus Vietnam gefreut.
Und auch die Tage danach gabs noch weiter Geschenke. Eine perfekt zu mir passende Tasche, tamilische Spezialitäten. Ach ich hatte einen so tollen Tag und ich danke allen, die mich irgendwie kontaktiert und an mich gedacht haben!!!

Das Schönste war aber wie jedes Jahr das gemütliche Zusammensitzen im Garten. Zusammen essen, planen, quatschen, Bier und Schnaps trinken (das Bier war übrigens das Einzige, was uns am Freitag im Stich gelassen hat. Tommy hatte extra auf meinen Wunsch hin ein Fass Bier gekauft und als wir das erste Glas probiert haben, hat das Bier total sauer geschmeckt...sowas blödes! Zum Glück war noch Ersatz in Flaschen da :D). Abends, als alle anderen schon heim gefahren waren, haben Tommy und ich noch mit meinem Papa auf der Terasse gesessen und auf Youtube Musikvideos angesehen. Von Tina Turner, Def Leppard, INXS und all sowas. Total schön.

Und passend dazu hat meine Oma mir zu meinem Geburtstag eine Karte überreicht - mit einem Spruch, den ich so schön finde, dass mir teilweise die Tränen gekommen sind:

~ Ich wünsche dir Zeit ~

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
Und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
Nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
Sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
Anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
Und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
Jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Die Tatsache, dass meine Oma mit diesem Gedicht so sehr das getroffen hat, was mir wichtig ist und auch die Tatsache um das Wissen, dass sie sich jede Zeile wirklich für mich wünscht, hat mich wirklich berührt.

Ich bin gesegnet durch all diese Menschen um mich herum <3 Danke!