Klappentext: Es ist 1987 und Cora ist auf dem Weg zum Amt, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden - und seinen Namen. Noch ahnt sie nicht, wie sehr dieser Moment ihr Leben und das ihres Sohnes prägen wird.
Coras Mann Gordon, ein allseits beliebter Arzt, erwartet, dass sein Sohn nach alter Tradition den Namen des Vaters bekommt - und somit den von Generationen herrischer Männer vor ihm. Ihre Tochter Maia möchte den kleinen Bruder Bear nennen, und Cora selbst bevorzugt Julian, in der Hoffnung, dass ihr Sohn sich so zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln kann.
Florence Knapps Debütroman ist die bewegende und hoffnungsvolle Geschichte von drei Namen, drei Versionen eines Lebens und den unendlichen Möglichkeiten, die eine einzige Entscheidung auslösen kann. Es ist die Geschichte einer Familie und ihrer Liebe zueinander — egal, was das Schicksal bereithält.
Britischer Buchpreis 2026: Bester Debütroman des Jahres
Und im Laufen spürt er, wie seine Hoffnung Auftrieb bekommt wie ein Drachen, er rennt schneller, will sie höher steigen lassen, will an ein Happy End glauben. Wünscht sich jede große Geste, die er aus Liebesfilmen kennt, in Orlas und sein Leben, will alles fühlen. Wirklich fühlen. Er will ihr mit dem Ghettoblaster ein Ständchen bringen. Im Regen stehen und auf den Moment warten, in dem sich ihre tropfnassen Gesichter einander nähern. Doch dann brechen diese Gedanken mit einem Kreischen ab, wie eine Nadel, die über eine Schallplatte kratzt, und er kommt sich albern vor. Sofort hat er Maias und Megs Gelächter im Ohr. Aber jetzt ertönt Cians Stimme, feuert ihn an: "Denk nicht daran. Du schaffst das, mein Junge!" Und Julian lächelt und läuft schneller, denn ja, er will ein großes, furchtloses Leben leben. Er will sich streiten, weil sie etwas verbindet, worum es sich zu kämpfen lohnt. Er will vor lauter Wut gegen die Fußleiste treten und mit ihr über seinen geprellten Zeh und seinen Jähzorn lachen, weil sie beide keine Angst haben.
Meine Meinung: Das Buch hat mich bei Vorablesen vor allem deshalb so angesprochen, weil ich den Gedanken, was meine Entscheidungen (auch die Kleinen!), für Auswirkungen auf mein Leben und das Anderer haben, schon lange immer wieder aufgreife. Ich war gespannt auf ein Buch à la Butterfly Effect.
Zu Beginn war ich dann etwas unzufrieden, denn ja, das Leben des Kindes und seiner Familie ändern sich je nach Namenswahl, allerdings ja vor allem aufgrund des Arschlochs Vaters. Bzw. der Entscheidung der Frau, den Mann nicht zu verlassen. Dennoch fand ich es sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Figuren, je nach Namenswahl, später leben.
Gegen Ende wurde das Thema von weiteren kleinen Lebensentscheidungen dann auch doch nochmal vermehrt aufgegriffen und ich habe immer mehr Gefallen daran gefunden, die Geschichte(n) zu lesen. Es war dem Thema entsprechend angemessen tiefgründig ohne dass das Lesen dadurch anstregend wurde.
Titel und Cover: Während ich den Titel sehr einfallslos finde, liebe ich das Cover. Es ist offensichtlich, warum es so gut zur Geschichte passt und es fällt definitiv auch ins Auge wenn man in der Buchhandlung steht.





