Dienstag, 29. Oktober 2019

[Werbung / kostenloses Rezensionsexemplar] Als wir den Himmel berührten - Marie Leander

Zusammenfassung: 
Ein Maler mit einem Herz aus Eis. Eine Frau, die es zum Schmelzen bringt. Und ein Geheimnis, das sie beide das Leben kosten könnte …
Marseille im Sommer 1940. Der Maler Nicolas Guyot sitzt zeichnend am Hafen. Ein verliebtes Paar fällt ihm auf, das so gar nichts mit den Scharen von Flüchtlingen gemein zu haben scheint, die verzweifelt versuchen, Europa zu verlassen. Als die Frau auf seine Bilder aufmerksam wird, bittet sie ihn überraschend, ein Porträt von ihr anzufertigen. Seit dem Tod seiner Ehefrau hat Nicolas sein Herz nie wieder für jemanden geöffnet, doch die attraktive Juline fasziniert ihn. Zunächst widerwillig, lässt er sich auf den Auftrag ein. Er ahnt nichts von den gefährlichen Geheimnissen, die Juline und ihr Mann verbergen – und dass diese auch ihm bald eine folgenschwere Entscheidung abverlangen werden ...

Meine Meinung: Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schon mal super leicht. Wir lernen als Opener einen alten Mann kennen, vermutlich ist es Nicolas, der einen Brief von einem unbekannten Absender erhält und dieser Brief wirft ihn zurück in die Vergangenheit, zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Dort stoßen wir auf Juline und Georg, die in Marseille auf der Suche nach einer Unterkunft sind. Doch schon da merken wir als Leser, welche Auswirkungen der Krieg bereits auf die Stadt hat. Da schon so viele Flüchtlinge in der Stadt am Meer gestrandet sind, finden sie lange keine Bleibe, bis ein älterer Jude ihnen schließlich einen Tipp gibt.

Derweil hat Nicolas ganz andere Probleme, er schuldet seiner Vermieterin nämlich schon wieder Geld und schafft es grade so, sie ein letztes Mal zu vertrösten, da er hofft, bei deiner anstehenden Vernissage endlich wieder Geld einzunehmen. Er scheint genau der Typ Künstler zu sein, den man sich vorstellt. Er schläft lang, lebt in einer unaufgeräumten Wohnung und ist ständig knapp bei Kasse. Aber er ist keinesfalls unsympathisch.
Als Nicolas kurz darauf am Hafen ein paar Skizzen anfertigt, unter anderem auch von Juline und Georg, kommen die drei ins Gespräch. Nicolas ist sofort fasziniert von der jungen Frau und lädt das Paar zu seiner Vernissage ein. In was für ein Abenteuer er da hinein geraten würde, hätte er da sicher selbst noch nicht vermutet.

Mir haben während des Lesens vor allem die "kleinen" Szenen gefallen, die einem einerseits die Figuren näherbringen und zum anderen deutlich machen, wie sich die Lage in der Stadt Marseille langsam zuspitzt. Dabei denke ich an die Stelle, wo Nicolas unbedingt Croissants besorgen will oder an die Verabschiedung zwischen ihm und dem jüdischen Nachbarsjungen. Es gab unglaublich viele so kleine, berührende Momente.

Außerdem nimmt das Buch immer mehr Fahrt auf und man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen. Und vor allem das Ende war wunderbar! Ohne zu spoilern: Ich konnte Nicolas so gut verstehen. Dieser Zwiespalt, in dem er gesteckt hat, diese kurzzeitige Verbitterung, die ihn überkommt.
Was mich allerdings wirklich tief berührt hat, ist der Moment, als er mit Yves auf dem Meer ist und für sich beschließt, nicht an dieser Verbitterung festzuhalten, sondern für etwas Gutes zu kämpfen. Die Welt im Rahmen seiner Möglichkeiten besser zu machen. (und wie schön war da auch nochmal das Aufgreifen des Titels?) Da musste ich schon ein bisschen weinen.

Lediglich ein Wiedersehen am Ende war mir etwas zu kitschig und nachdem ich am Ende wieder bei der Rahmenhandlung angelangt war, war ich auf einen Charakter unglaublich wütend! Wenn ihr es lest, werdet ihr wissen, von wem ich spreche.

Und dann das Nachwort <3 Ich finde es schön, wenn ich dort nicht nur Danksagungen lese, sondern der Autor nochmal ein bisschen zum Hintergrund der Geschichte erzählt. Vor allem wenn es, wie hier, auf wahren Begebenheiten beruht. Von Varian Fry habe ich noch nie gehört und werde das nun ganz bestimmt ändern und mich mal mit ihm befassen.

Danke für dieses wundervolle Büchlein <3

Cover und Titel: Der Titel wird, wie schon oben erwähnt, wunderbar erläutert. Und das Cover ist ja wohl der Knaller. Passt ebenso gut zur Geschichte; diese junge Frau die so sehnsuchtsvoll auf das große Schiff schaut, das für sie und viele andere Menschen die einzige Rettung sein könnte.

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Ja natürlich :)

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