Samstag, 22. Juni 2013

Unterbewusstes Verarbeiten

es liegt das zweite richtig schöne Juniwochenende hinter mir. Letzten Freitag war ich mit David, Dennis, Babs und Sascha im Game beim Currywurst all you can eat. Und auch wenn ich nur einen Teller geschafft habe, war es trotzdem super. Danach hab ich mit Tommy noch meine Eltern aus Stiepel abgeholt und um zum vereinbarten Treffpunkt zu kommen, musste ich einmal durch die Stadt. Es dürfte so um elf gewesen sein und es war wunderbar, an diesem lauen Sommerabend durch die Stadt zu schlendern, vor allem durchs Bermuda-Dreieck. Trubel, Stimmengewirr, Gelächter, Karaoke-Gesang aus dem Kult. Es war richtig schön :).
Samstag kam dann Aylin mit Emma zum Grillen zu uns und musste sich der geballten Familie Kröger stellen ;). Alle waren gespannt auf Emma oder zumindest aufs Essen *grins*
Es war ein super schöner Nachmittag mit viel Gequatsche und Gejauchze. Emma durfte sich zwischendurch auf eine Decke in die Sonne legen und mit ihrem Spielebogen spielen und hat sich währenddessen einfach so zum ersten Mal vom Bauch auf den Rücken gedreht. Herzallerliebst. Sowieso muss ich sagen, dass ich immer wieder beeindruckt bin, wie entspannt und glücklich Aylin wirkt. Sie kommt so toll mit Emma klar und geht so liebevoll mit ihr um. Und Emma ist auch einfach ein Super-Baby! Zwischendurch ist sie immer wieder eingenickt und hat ansonsten mit Tommy geflirtet *hihi*
Sonntag sind wir dann nach Seppenrade auf einen Bauernmarkt gefahren. Das Wetter war toll, es gab Erdbeeren und Erdbeerbowle und leckeres frisches Brot. Besser kann ein Wochenende nicht sein!

Als es dann wieder an die Arbeit ging wurde es leider ziemlich schnell ziemlich heiß. Schwüle Luft bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ist einfach nichts für mich und auch wenn ich mich möglichst wenig beschweren will, weil wir ja wenig Sommer hatten bis jetzt, hing ich Mittwoch schon ordentlich in den Seilen. Konzentrieren fällt mir schwer und ich kann nur noch daran denken, wie warm mir ist und wie müde ich bin. Zumindest, wenn ich im Büro bin. Draußen ging es noch einigermaßen. Sommer ist für mich halt etwas anderes. Aber richtig dicke kam es dann gestern.
Nachdem ich meinem Kollegen schon den ganzen Vormittag die Ohren vollgejammert habe, wo denn das Gewitter bleibt weil es ja immer noch so schwül ist, kam dann nach der Mittagspause endlich das angekündigte Gewitter. Aber als der Himmel zunehmend dunkelgrün wurde, war klar, dass das eher eine Sintflut wird. Binnen Minuten war der gesamte Eingangsbereich der Firme geflutet, der Aufzugsschacht vollgelaufen und auch die Straße vorm Gebäude komplett überspült. Zwei Autos gingen in den Wassermassen kaputt und die Telefone hier liefen heiß.
Es war faszinierend und gruselig. Ich hab dann zuhause angerufen um mal nachzuhören und hatte eine entnervte Maike am Telefon, weil unser Keller unter Wasser stand. Das mit dem Shoppen konnten wir uns wohl abschminken ;). Ich habe dann früher Feierabend gemacht, um zuhause zu helfen. Zum Glück hatten sich im Foyer unten schon genug andere Helfer versammelt.
Das nach Hause kommen gestaltete sich dann auch schwerer, als gedacht, denn es fuhr kein Bus und ich musste zum Bahnhof laufen. Dort fuhren dann die Bahnen zum Glück und ich habe Hetti und Viola getroffen, die den Sturm zum Glück gemütlich im Vapiano überstanden haben. Maike schrieb mir dann nochmal ne SMS, dass das Wasser jetzt auch durch die Kellerfenster reinlaufen würde und da war ich dann doch froh, dass ich früher Schluss gemacht habe. Als ich dann die Tür aufgeschlossen habe, hab ich es schon plätschern gehört. Kein gutes Zeichen ;).
Hab mich dann schnell umgezogen und mich dann ans Helfen gemacht. Dank unseres Rückstauventils hatten wir noch wirklich Glück im Vergleich zu den Nachbarn. So sind nur die Kellerfenster vollgelaufen und es kam die Kellertreppe runter. Im Endeffekt standen vielleicht 4 cm Wasser. Ohne das Ventil wäre es sicher hüfthoch gewesen. Im vorderen Bereich war das gar kein Problem. Dort ist alles gefliest und wir mussten nur trocken wischen. Aber im hinteren Teil musste der Teppich natürlich raus und auch der PVC war unterspült. Und natürlich ebenso die Holzbar und –wand. Ich hab dann Tommy angerufen und mit vereinter Kraft haben wir es tatsächlich geschafft, alles Wasser rauszuschüppen, die Bodenbeläge rauszunehmen, alle Möbel zu verrücken und den Boden trocken zu legen.
Maike hat zudem alles für die Versicherung fotografiert. Letztendlich dürften wir die Schimmelgefahr beseitigt haben und sind wie gesagt noch wirklich gut weggekommen. Bei den Nachbarn stand das Wasser teilweise deckenhoch und von den Menschen im Osten will ich gar nicht reden. Da steht das Wasser ja auch noch tagelang!
Es wartet jetzt zwar viel Arbeit auf uns, aber das kriegen wir hin. Und Kellerpartys müssen dann halt vorerst Kemnader-See-Partys weichen oder so ;).
Heute schauen wir noch, dass wir einige meiner im Keller gelagerten Bücher retten und die Kommode mit den Fotoalben von der nassen Wand wegziehen. Und natürlich alle Schränke und Kartons ausräumen, die nass geworden sind.
Ich war überwältigt davon, wie hilfsbereit alle Menschen um uns rum sein können. Angefangen bei den Kollegen, die sofort in der Firma geholfen haben (hab gehört, dass sogar welche in unsere Quartiere zu den Mietern gefahren sind), über die ganzen Leute aus unserer Straße, die sich gegenseitig Hilfe angeboten haben (schräg gegenüber von uns ist einfach spontan die komplette Fußballmannschaft von unserem Nachbarn angerückt ;)) bis hin zu Tommy, der sofort gekommen ist obwohl es ihm nicht so gut ging und meinen tollen Freunden, die alle gesagt haben, dass sie gerne helfen kommen, obwohl bei denen teilweise selbst die Keller oder Autos voll waren! Großartig! <3
Und wie wichtig diese Hilfsangebote sind, habe ich gestern wieder gemerkt. Meine Mama ist auch zu unserer Nachbarin rübergegangen. Die Frau ist alleinstehend, über 70 und ihre beiden Kinder sind im Urlaub. Und als meine Mutter gefragt hat, ob wir helfen können, hat sie angefangen zu weinen. Zwar brauchte sie keine akute Hilfe mehr, unser anderer Nachbar hat wohl auch schon gefragt, aber natürlich war sie aufgeregt und ängstlich. Es hat ihr gut getan, einen Moment mit meiner Mutter zu reden. Und sie weiß jetzt, dass wir ihr helfen, falls sie Möbel oder ähnliches aus dem Keller raustragen muss.

Tja…und nun zum Titel meines Blogeintrages. Ich musste heute erst gegen halb zehn auf der Arbeit sein, daher hätte ich ausschlafen können. Allerdings war ich schon um 6 Uhr wach und konnte nicht mehr einschlafen. Normalerweise schlafe ich immer sehr gut länger, wenn ich spät arbeiten muss, aber heute ging das nicht. Und mir ist klar geworden, dass mich das Unwetter und der vollgelaufene Keller beschäftigen. Es ist ja wirklich nichts schlimmes passiert bei uns. Wir hatten Glück, sind versichert, haben helfende Hände und es sind auch keine wirklich materiell oder emotional unendlich wertvolle Gegenstände kaputt gegangen (bis jetzt nicht). Aber trotzdem wühlt einen das innerlich auf uns hallt nach. Und ich habe diese innere Unruhe öfter, wenn etwas Unvorhergesehes und sehr Überraschendes passiert. Auch wenn es positiv ist. Ich bin damit dann erst mal ein paar Tage unterbewusst beschäftigt. Und das schon, obwohl gar nichts tragisches passiert ist.


Bei Facebook gab es übrigens unzählige Fotos und Posts zu dem Unwetter….wirklich faszinierend, welche Kraft Wasser hat und wie schnell das alles gegangen ist.
Hier mal ein paar Eindrücke und Fotos:

 
Haltestelle Oskar Hoffmann-Straße in Bochum
Bild vom Ecksee, das ein Freund gemacht hat


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