Sonntag, 16. Juni 2013

Das große Glück kommt nie allein von Kajsa Ingemarsson

Klappentext: Das Leben von Schriftstellerin Stella Fridberg gleicht einer Baustelle: Sie ertappt ihren neuen Freund in flagranti, mit dem neuen Roman geht es nicht voran und jetzt steht auch noch ihre schöne Wohnung, die sie mit so viel Liebe eingerichtet hat, unter Wasser. So kann es nicht weitergehen und Stella ist der Verzweiflung nahe. Doch da tritt der junge Johnny Strandberg in ihr Leben, der nicht nur ihre Wohnung, sondern auch ihr Leben renoviert.

Meine Meinung: Eigentlich ist das die Sorte Klappentext, die mich überhaupt nicht anspricht. Die Story klingt ehrlich gesagt ziemlich nichtssagend. Tatsächlich oute ich mich hier mal als Cover-Käuferin. Ich kaufe Bücher meistens nach ihrem Cover. (Dieses Buch habe ich von einer Freundin geschenkt bekommen, habe es mir allerdings auch ausdrücklich gewünscht, also war es kein Zufallsgeschenk ;)) Und auch bei Frau Ingemarsson war es so. Das Cover macht einen gemütlichen, warmen Eindruck und zeigt einen Ort, an dem man es sich mit einem schönen, leichten Unterhaltungsroman gemütlich machen möchte. Ich habe bereits "Es ist nie zu spät für alles" aus diesem Grund gekauft und wurde, trotz ähnlich unspannender Story, nicht enttäuscht. Denn ausnahmsweise geht es hier mal nicht um eine atemberaubende Geschichte mit Actionszenen oder Seiten, bei denen man Gänsehaut bekommt. Es ist auch kein wirklicher Pageturner. Aber genau so wenig ist es eine kitschige Liebesgeschichte. Denn diese Autorin kann etwas ganz anderes: Sie kann den ganz normalen Alltag zu einer Geschichte machen. In ihren Büchern entdeckt man sich selbst wieder. Stella zum Beispiel ist einem in der kompletten ersten Hälfte des Buches nicht wirklich sympathisch, sie kommt unnahbar rüber und manchmal sogar überheblich. Doch man erfährt nach und nach, warum sie so ist und so werden ihre Macken nicht weniger, aber der Leser kann sie Kapitel für Kapitel besser verstehen. Es geht hier nie um seltsame Zufälle oder Handlungsstränge, die sich am Ende auf ganz merkwürdige Art zusammenfügen. Die Geschichten, die Frau Ingemarsson erzählt, können jedem genau so passieren und genau das ist das Tolle an den Büchern. Alltagsgeschichten, die einen ablenken, die aber ganz und gar nicht unwirklich erscheinen.
Und ich habe noch eine Parallele zu ihren anderen Büchern entdeckt: Sie machen Mut, so zu sein wie man ist und sie machen Mut, sich das Leben so zu gestalten, wie man es gerne haben möchte. Ohne darauf zu achten, was andere von einem halten. Und das ist schließlich etwas sehr Wichtiges im Leben. ;)
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mich die Auszüge aus Stellas Roman zwischendurch etwas gestört haben. Hier hat die schriftstellerische Qualität doch stark gelitten und die Story war auch recht flach. Was natürlich bei so kurzen Auszügen auch gar nicht anders möglich ist, aber für mich hätte man sie einfach weglassen können. 

Fazit: Wer mal Lust auf leichte Unterhaltung ohne Kitsch verspührt, sollte hier zugreifen. 7 von 10 Punkten.

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