Mittwoch, 19. April 2017

Aimée's geheimer Wunsch - Kelly Doust


Klappentext:
Maggie ist Auktionatorin und lebt mit ihrer Familie in London. Eines Tages stößt sie auf einen aufwändig gearbeiteten Kragen und ist wie elektrisiert: Wer hat diese Kostbarkeit gefertigt, und wie kam sie nach London? Die Geschichte des Kragens beginnt in der Normandie 1891, wo Aimée ihn als Schmuck für ihr Hochzeitskleid anfertigt. Er gelangt dann in die Hände der Pariser Trapezartistin Lexi, von dort an die Tänzerin Zephyr in Shanghai, und über Rom und Istanbul schließlich nach London. Hinreißende Episoden, die das Lebensgefühl von Frauen zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Metropolen beschreiben, wechseln ab mit der Geschichte Maggies, die in der heutigen Zeit vor allem mit den Problemen einer berufstätigen Mutter kämpft.
Kelly Doust ist ein wunderschöner Roman gelungen – fein gewebt und reich bestickt.


Meine Meinung: Nach langer Zeit mal wieder ein EBook, daher wie immer in so einem Fall kein richtiges Foto. Auch gewonnen natürlich :D. Ich sag ja: momentan habe ich einen Lauf. Hab noch zwei weitere gewonnene Bücher zuhause,die auf mich warten. Aber nun erst mal zum aktuellen Exemplar. Die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und konnte mich sofort in den Bann ziehen. Nachdem ich das Buch endlich auf dem IPad hatte (mit dem Downloadlinks habe ich leider immer Probleme irgendwie), habe ich sofort mit dem Lesen angefangen. Dabei ist mir mal wieder etwas aufgefallen, was sicherlich auch schon einige von euch gemerkt haben: Ich bin eine hoffnungslose Träumerin. Und dieses Buch ist perfekt für alle Tagträumer. Wie oft stehe ich auf Flohmärkten, alten Gebäuden und Industrieanlagen oder in fremden Wohnungen, betrachte alte Stücke und frage mich, wem sie mal gehört haben, was sie schon alles gesehen haben. Wer hat den Satz in diesem Buch unterstrichen, das ich grade auf dem Flohmarkt ergattert habe? In welcher Villa stand die alte Kommode aus den 20er Jahren? Wer hat hier jahrelang gearbeitet? Zu welchen wichtigen Anlässe  wurde diese Brosche getragen? (Da wünscht man sich dann erst Recht Madame Pottine, die sprechende Teekanne aus Die Schöne und das Biest, herbei. Hihi)
Ich jedenfalls verbringe oft Stunden damit, mir Geschichten und Begebenheiten zu irgendwelchen alten Sachen auszumalen. Und genau darum geht es auch in diesem Buch.

Maggie ersteigert zusammen mit einem Haufen Krempel einne alten Kragen. Der fällt ihr sofort auf, weil er zwar sehr alt, aber sehr gut erhalten ist. Und weil er so akkurat und filigran gearbeitet ist. Ein echtes Schmuckstück. Sie fragt sich sofort, woher der Kragen wohl kommt und wer ihn angefertigt hat, doch durch ihren Job ist sie stark eingespannt und forscht niht weiter nach. Dabei liegt ihr das als Auktionatorin im Blut. Maggie muss aber so schon versuchen, ihre kleine Familie, den Job und die Probleme mit ihren Eltern in den Griff zu bekommen. Als nach einem Auftritt in einer Fernsehsender eine ältere Frau namens Francesca zu ihr kommt und ihr erzählt, dass der Kragen eine verschwommene Erinnerung in ihr wachgerufen hat, wird Maggie allerdings noch neugieriger. Sie erfährt von Francesca, dass diese als kleines Kind adoptiert wurde und dass sie ihre leiblichen Eltern nicht kennt. Maggie beginnt daraufhin doch mit den Nachforschungen und findet nach und nach Einiges über den Kragen heraus.
Parallel dazu bekommt der Leser viel detailliertere Eindrücke von der Reise des Schmuckstücks. Von Aimee, einem jungen Mädchen, dass sich nichts sehnlicher wünscht als die Freiheit, die aber einen älteren Mann heiraten muss und den Kragen für ihre Hochzeit näht, über Lexi zu Zephyr und Bell und einigen weiteren Stationen. Sie alle sind starke Frauen in völlig verschiedenen Situationen, denen der Kragen aber nie wirklich Glück gebracht hat. Maggie findet bei weitem nicht alles heraus, aber letztendlich kann sie Francesca zumindest ein kleines Stück Vergangenheit zurück geben.  Während der Recherche lernt sie außerdem viel über sich selbst und kann nach und nach auch erkennen, was für sie wirklich wichtig ist, auch wenn es da schin fast zu spät ist.

Ich finde das Buch ganz wunderbar. Man bekommt nicht nur eine Geschichte, sondern gleich ganz viele. Maggies Leben gibt zwar eine Art Rahmen, aber auch über die anderen Frauen und ihre Lebensumstände erfährt man viel. Jede Frau steht vor einem anderen Problem, mit dem sie fertig werden muss. Armut, Sehnsucht nach Freiheit, verbotene Liebe...das Buch wird dadurch sehr vielschichtig. Eigentlich hätte man am liebsten über jede Person ein eigenes Buch gelesen, aber auch so wird die Spannung angefacht dadurch, dass man hofft, zumindest durch Maggies Recherche noch ein bisschen mehr zu dem weiteren Lebensweg der jeweiligen Frau zu erfahren. Bis auf Zephyr waren mir auch alle sehr sympathisch, vor allem Maggie. Mit ihr kann man sich gut identifizieren, da sie vor alltäglichen Problemen steht, die viele von uns kennen.
Am Ende laufen alle losen Fäden zusammen und die Geschichte endet mir der Frau, mit der sie auch begonnen hat: Aimee. Ein sehr schönes Ende im übrigen, das diesen reichhaltigen, bunten nMund kurzweiligen Roman perfekt abrundet.

Das Cover finde ich leider nicht sehr gelungen. Es erschließt sich mir nicht, wer das sein soll und der abgebildete Kragen passt so gar nicht zu dem aus dem Buch.
Umso besser ist der Titel, denn Aimée hat wirklich ein Geheimnis, das ers ganz zum Schluss gelüftet wird. Mehr will ich aber nicht verraten. Lest lieber selbst!

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Mit Vergnügen.

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