Montag, 21. März 2016

Die Prinzessin von Arborio - Bettina Balàka

Klappentext: Elisabetta Zorzi ist attraktiv, beruflich erfolgreich und begehrt - und sie ist eine schwarze Witwe, wie sie im Buche steht. Die beliebte Restaurantchefin ist es gewohnt, dass sie bekommt, was sie will. Und sie ist sich ihrer anziehenden Wirkung bewusst. Ihre Mitarbeiter schwärmen genauso von ihr wie ihre Kunden und ihre Verehrer. Und keiner von ihnen ahnt, wie gefährlich es ist, sich in ihre Nähe zu begeben. Denn einmal in Missgunst gefallen, müssen die Männer in Elisabetta Zorzis Leben sterben. Einer nach dem anderen.
Die charmante Mörderin trauert gerade um ihren jüngst verstorbenen Ehemann, als sie von dem Kriminalpsychologen Arnold Körber überführt wird. Körber ist fasziniert von Zorzis Verbrechen - noch mehr aber von ihr selbst. Nach vielen Verhören muss er sich schließlich eingestehen: Er ist dem Reiz dieser Frau erlegen. Die Serienmörderin und der Profiler - ob diese Liaison ein gutes Ende nehmen kann?

Meine Meinung: Hier seht ihr mal wieder ein gewonnenes Exemplar, das ich sogar in den empfohlenen 3 Wochen rezensiert habe. Wenn ich das Buch direkt nach Erhalt anfange und sogar noch ein langes Wochenende mit längerer Autofahrt in den 3 Woche liegt, dann geht das ziemlich problemlos :D. Allerdings ist das Buch nicht besonders dick und man kann es sehr flott lesen.
In der ersten Hälfte des Buches lernen wir Elisabetta Zorzi - von allen nur Zorzi genannt - kennen. Wir erfahren etwas über ihre Kindheit mit einem Vater, der Bücher geschrieben hat und nie zufrieden mit sich oder mit Zorzi war. Und wir erfahren, wie sie heute lebt. Ihr Leben ist gut. Sie leitet ein florierendes Restaurant, ist hübsch, gesund. Sie hat jede Menge Lebenspläne. Vor allem will sie eine Familie gründen. Doch was Männer angeht hat Zorzi irgendwie kein Glück.
Ihr erster Mann drängt sie zu vielen Schönheits-OPs, ihr zweiter Mann betrügt sie gleich mit mehreren Frauen und der dritte bringt es nicht im Bett. Zorzi weiß bei jedem ab einem gewissen Punkt: Den muss ich loswerden. Hier hat es mich sehr fasziniert, wie Bettina Balàka es schafft, Zorzi trotz ihrer drei Morde nicht unsympathisch erscheinen zu lassen. Man liest das Buch und versteht zwar nicht so genau, wieso Zorzi sich nicht einfach trennt, andererseits kommt Zorzi einem nie böse vor. Es ist, als käme sie gar nicht auf die Idee, sich zu trennen, als wüsste sie sich wirklich nicht anders zu helfen. An der Stelle sollte ich vielleicht auch erwähnen, dass ich mir Zorzi nach dem Klappentext anders vorgestellt habe. Kühl, berechnend, gemein. Aber im Buch ist sie überhaupt nicht so. Man kann ihre Träume und Wünsche sehr gut nachvollziehen und erlebt sie als eine kultivierte Frau, eben abgesehen von den Morden, die sie begangen hat. Oft kommt sie einem einfach ein bisschen naiv vor.

Schon während dem ersten Teil wird parallel zu Zorzi immer wieder kurz von dem Profiler Arnold Körber berichtet, der immer wieder auf Zorzi trifft, wenn einer ihrer Männer ums Leben gekommen ist. Irgendwann wird Zorzi schließlich überführt und kommt ins Gefängnis. Ab hier verliert die Geschichte für mich leider ein kleines bisschen an Reiz. Es wird berichtet, wie Zorzi sich in das Gefangenenleben einfindet und wie Körber sie immer wieder besucht. Anfangs kommt er, weil er Zorzi als Objekt seiner Arbeit interessant findet und vielleicht ein Buch über sie schreiben will aber nach und nach kommen die beiden sich näher und es entsteht eine Art Beziehung.

Das Ende kommt dann sehr abrupt. An sich war es für mich inhaltlich nicht wirklich überraschend, es war eher so, als habe mir noch etwas gefehlt. Vielleicht bin ich zu sehr verwöhnt von großen Happy Ends oder auch nicht so schönen Buchausgängen, die aber mit einem lauten Knall daher kommen.
Diese Geschichte hier endet ganz ruhig und für meine Begriffe unspektakulär. Generell würde ich sagen, dass das Buch spannend beginnt und zum Ende hin immer mehr Spannung verliert.
Aber je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt es mir so auch mal ziemlich gut. Es ist realistisch.

summa sumarum gefällt mir das Buch. Zorzi ist eine sehr interessante Figur und sicherlich gibt es das ein oder andere reale Vorbild für sie. Auch ansonsten finde ich das Buch aus psychologischer Sicht sehr ergiebig und vielleicht wäre das mal etwas für modernere Schullektüre. ;) Auf jeden Fall könnte man hier viel analysieren.

Das Cover finde ich wunderschön. Es ist nicht schlicht, aber auch nicht auffällig. Auf dem beigen Hintergrund wirken die leicht colorierten Blumen schön filigran und passen zu der Geschichte über eine weibliche Mörderin. Außerdem handelt es sich nach meinem bescheidenen Blumenwissen um Lilien und diese stehen bekanntlich für Jungfräulichkeit, Reinheit und Unschuld. Nicht zuletzt deswegen werden sie ja gerne bei Hochzeiten als Schmuck verwendet. Auf das Buch bezogen mag ich den Kontrast, denn Zorzi ist sicherlich weder Jungfrau, noch rein und schon gar nicht unschuldig.

Mit dem Titel konnte ich zu Beginn der Lektüre nicht viel anfangen, ich bin davon ausgegangen, dass Arborio eine Region in Italien ist oder so. Tatsächlich habe ich aber gelernt, dass es eine Reisart ist und im Nachhinein finde ich auch den Titel sehr gelungen und stimmig!

Ich freue mich auf jeden Fall über den Gewinn. :)

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Das Buch fällt schon wieder unter die Kategorie "Bin nicht ganz sicher". Ich bin froh, dass ich es gelesen habe, aber ob ich es ein zweites Mal lesen würde, weiß ich echt nicht. Es wird eine Zeit lang im Regal stehen bleiben und dann entscheide ich das ein anderes Mal ;)


Montag, 14. März 2016

Waffelfail und Kinobesuch

Hallöchen. Ich habe heute mal wieder einen Back-Beitrag und zwar mal einen von der "Es kann ja nicht immer alles klappen"-Sorte ;) Sonntag war herrliches Wetter und da ich nachmittags zu meinen Eltern zum Kaffee vorbeischauen wollte, habe ich mir überlegt, dass ich Waffeln backen möchte.
Den Teig hatte ich schnell zusammengerührt, denn ich mache immer den Teig nach dem Rezept meiner Mama und da kann nicht viel schief gehen. Generell kann bei Waffelteig nicht viel schief gehen, glaube ich :D.

Allerdings dafür beim Backen, wie ich feststellen durfte. Obwohl das Waffeleisen erst das zweite Mal in Gebrauch war, ich es davor wirklich gut sauber gemacht habe und das Eisen gefettet habe, hat der Teig geklebt wie sau. Nach der dritten Waffel sah das Eisen dann so aus:



Nicht so, wie ich mir das Waffeln backen vorgestellt habe :D. Nach kurzer Frustration habe ich dann gegoogelt, weil ich den Teig nicht wegschmeißen wollte und die Internetwelt war sich einig: Zur Not kann man den Teig auch wie Pancakes braten. Das habe ich natürlich direkt ausprobiert und es hat super geklappt. Der Teig hat null geklebt und die Pancake-Waffeln sind auch richtig schön geworden.








Selbst Tommy haben sie hinterher geschmeckt. ;)
Nichtdestotrotz habe ich meinen Eltern nachmittags dann meinen Geburtstagswunsch präsentiert: Ein neues Waffeleisen. Hihi.

Nach der halb misslungenen Backaktion bin ich dann noch in den Ruhrpark gefahren und habe mir mit Jenny, Sweta und den Kiddies Zoomania angeschaut. Sweta hatte das am Freitag recht spontan vorgeschlagen und da ich den Film eh sehen wollte, hab ich mich sehr gefreut. Es war auch sehr angenehm mit den beiden Ladies und die Kinder waren sehr brave Kinogänger. Das wiederholen wir bestimmt mal. Ich stehe doch sowieso so auf Kinderfilme <3.

Kaffeeklatsch bei meinen Eltern war danach auch sehr schön und abends habe ich Tommy ein bisschen umsorgt, weil der arme krank ist. Er hat frische Kartoffelsuppe bekommen und wird hoffentlich schnell wieder fit!

Auf eine schöne neue Woche!

Sonntag, 13. März 2016

Mad Max und Voodoo Circle in der Matrix Bochum - 12.03.2016


Eeeendlich waren wir mal wieder auf einem Konzert <3. Ich sage euch, das hat viel zu drastisch abgenommen in den letzten Monaten. Aber gestern Abend haben wir Mettie abgeholt und sind dann zur Matrix gedüst. Ich habe mittlerweile ein paar Konzerte im umgebauten Rockpalast miterlebt und mir gefällt die Location sehr gut. Als wir ankamen war grad Einlass und oben angekommen haben wir uns ein schönes Plätzchen direkt vor der Bühne gesucht.


Normalerweise muss ich nicht so weit nach vorne, aber a) bestand keine unmittelbare Moshpit-Gefahr und b) ist die Location so klein, dass man eh immer nah an der Bühne steht. Die Zeit verging dann auch irgendwie sehr schnell und schon stand auf einmal Mad Max auf der Bühne. Ich muss vorweg sagen, dass ich Mad Max auf Platte nicht so gerne höre. Ich mag die Stimme vom Sänger und auch den Sound, aber das Songwriting ist mir oft etwas zu langweilig und so sind die Platten nichts für mich. Aber live mochte ich die Band schon immer. Schon damals als Vorband von Axel Rudi Pell. Und auch gestern haben sie mir wieder gut gefallen. Ich glaube, entscheidend ist hier vor allem diese unglaubliche Spielfreude, die die Band an den Tag legt. Und alle vier sind einfach unglaublich sympathisch.


Songtechnisch bin ich ja nicht so sehr vertraut mit der Band, aber ich erinnere mich an Burning The Stage, Lonely Is The Hunter, Heroes Die Lonely (gutes Beispiel für etwas zu lahmes Songwriting) und Night Of Passion. Gefehlt hat mir ein bisschen das Lied Caravan....das hat mir bei früheren Auftritten immer sehr gut gefallen. Nichtdestotrotz war es wieder ein solider Auftritt mit lockeren Ansagen und guter Stimme!

Anschließend fing Tommy schon in der Umbaupause an, sich fragend umzuschauen, denn noch stand kein Keyboard auf der Bühne. Und eigentlich ist das Keyboard Pflicht bei Voodoo Circle. Ich hatte mir noch nichts dabei gedacht, da würde sicherlich noch ein Keyboard kommen. Aber um kurz nach acht kamen dann Voodoo Circle auf die Bühne und tatsächlich stand da immer noch kein Keyboard. Und die Band kam auch nur zu viert. Nach einigen irritierten Blicken und Zwischenrufen legten sie erst mal mit dem ersten Song Heart Of Babylon los. Danach haben David Readman und Alex Beyrodt aber kurz erklärt, was los war. Dass Matt Sinner als Bassist nicht dabei sein würde, weil er mit Rock Meets Classic unterwegs ist, wussten wir bereits. Und der Keyboarder hatte wohl vor einer Woche einen Unfall und deswegen standen sie vor der Entscheidung, die Tour erneut abzusagen (so wie schon im November 2015) oder einfach ein bisschen umzudisponieren. Letztendlich haben sie sich für die zweite Variante entschieden, viel geprobt und standen daher gestern auf der Bühne. Wir waren natürlich schon enttäuscht, da nun gleich zwei coole Bandmitglieder fehlten (mich eigentlich drei, denn Tim war bei dem Uriah Heep Konzert damals wohl auch nur ein Ersatz), aber der Bassist wurde natürlich ersetzt und so haben wir halt mal geschaut, was so daraus wird. Und ich muss sagen, auch wenn das Keyboard natürlich zwischendrin gefehlt hat: Das Konzert war bombig!
David Readman hat einfach eine Stimme zum niederknien und Herrn Beyrodt an der Gitarre kann man einfach nur bewundern.
(Wie man hier auch unschwer erkennen kann:)







Die Stimmung war großartig, die Band bestens gelaunt und die Songauswahl hat mir auch sehr gut gefallen. Heartbreaking Woman, Heart Of Stone, Rhythym Of My Heart, Trapped In Paradise, Watch And Wait, Cry For Love (mein Highlight), Graveyard City, Devil Takes Me Down sind nur einige, die mir grade einfallen.....auf jeden Fall eine gute Mischung aus altem und neuem Material.
Und nicht nur ich, auch die Jungs waren sehr zufrieden :).

Es gibt Bands, da kann man einfach immer unbesorgt Konzertkarten kaufen und Voodoo Circle gehören definitiv dazu!

Sonntag, 6. März 2016

Nusskuchen

Vorletztes Wochenende hatte meine Omi Geburtstag und zur Feier des Tages hat sie uns zum Essen eingeladen. Im Gegenzug gab es anschließend noch eine schöne Kaffeetafel bei meinen Eltern und ich wollte natürlich auch etwas beisteuern. Also habe ich am Samstagmorgen einen leckeren und super saftigen Nusskuchen gezaubert. Der Kuchen ist so einfach, dass ich ihn unbedingt verbloggen muss!
Zutaten
250 g Butter (warm)
200 g Zucker
4 Eier
1 Prise Salz
250 g Mehl
1 Pck. Backpulver
250 g gemahlene Haselnüsse
1/8 L Milch
(nach Bedarf auch noch eine gute Handvoll Schokostreusel)
Den Ofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen und die Backform mit Butter und Mehl fetten.
Zuerst gebt ihr die Butter und den Zucker in eine Schüssel und schlagt beides zusammen kurz auf. Ich gebe die Butter vorher meistens noch ein Minütchen in die Mikrowelle, denn am besten ist sie, wenn sie noch nicht ganz flüssig, aber doch wärmer als Zimmertemperatur ist.
Anschließend gebe ich die 4 Eier dazu und schlage die Masse erneut auf, bis sie luftig und schaumig ist. Dann siebe ich das Mehl und das Backpulver dazu und ebenso die Prise Salz. Ab da rühre ich die Zutaten nur noch mit dem Löffel unter.
Zum Schluss kommen die Haselnüsse und die Milch in die Schüssel und alles wird nochmal verrührt.
Ich gebe in der Regel auch noch Schokostreusel hinzu. Habe ich sowieso nahezu immer im Schrank und ein bisschen Schokolade schadet fast keinem Kuchen :D.
Im übrigen habe ich auch schon oft weniger Haselnüsse und dafür gemahlene Mandeln in den Teig gegeben. Oder 200 g gemahlene und 50 g gehackte (und geröstete) Haselnüsse. Schmeckt alles total lecker!
Der Kuchen kommt dann für ca. 40 Minuten (kommt ein bisschen auf die Form an) in den Ofen.
Aber ich gehe eh immer ein bisschen nach Bräunungsgrad und mache außerdem die Stäbchenprobe.


So sah meiner dann am Wochenende aus:



Die kleinen Muffins unten sind von Maike....Giotto-Nougat-Muffins. Sie hat mich damit ein bisschen inspiriert, denn für den nächsten Tag habe ich den Nusskuchen-Teig einfach nochmal gemacht und in Muffin-Förmchen gefüllt.
Dazu ein bisschen weiße Kuvertüre und auf jeden Muffin ein Giotto gedrückt und schon hat man ein super leckeres Mitbringsel für einen Spielenachmittag. :)



Guten Appetit!

Mittwoch, 2. März 2016

Club der Töchter - Natasha Fennel/Róisín Ingle

Klappentext: Eine Inspiration für jede Frau, ihr eigenes Verhältnis zur Mutter zu klären
Natasha Fennell steht mitten im Leben, als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt. Plötzlich fragt sie sich: Wie ist das Verhältnis zu meiner Mutter? Bin ich eine gute Tochter? Über ihre Gedanken schreibt sie einen Zeitungsartikel. Als sich darauf Hunderte Frauen bei ihr melden, ist sie überwältigt – und lädt neun von ihnen ein. Daraus wird ein langer Abend mit sehr viel Rotwein, Gelächter, Tränen und bewegenden Geschichten über Mütter und Töchter. Am Ende beschließen sie: Wir treffen uns wieder – und gründen einen Club. Jede Tochter bekommt ungewöhnliche Hausaufgaben – um das Verhältnis zu ihrer Mutter zu klären oder zu verbessern. Haarsträubende, traurige, urkomische, berührende Geschichten sind die Folge. Die Frauen lernen ihre Mütter besser kennen – und auch sich selbst. Am Ende dieser wahren Geschichte steht das Manifest des Clubs der Töchter: Zehn Dinge, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist.


Meine Meinung: Ich sage es gleich vorweg: Dieses Buch habe ich mal wieder gewonnen. In letzter Zeit bin ich bei vorablesen mal wieder ein bisschen aktiver und muss unbedingt auch noch ein anderes gewonnenes Buch zu Ende lesen und rezensieren. Aber das hier ist nicht sehr dick und ich hatte es einfach schneller durch. Gekauft hätte ich es mir vermutlich nicht, denn ich habe eine sehr gute und innige Beziehung zu meiner Mutter. Klar nervt sie mich manchmal, so wie jeder Mensch einen mal nervt, mit dem man viel zeit verbringt und den man sehr gut kennt, aber wir verstehen uns super und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas aufarbeiten müsste ;) Aber aus rein psychologischer Sicht hat mich das Buch dann eben doch interessiert. Schließlich geht es hier nicht um eine Frau und ihre Beziehung zur Mutter, sondern gleich um neun Frauen. Und die Geschichten sind auch noch wahr, nicht erfunden. Ihr wisst ja, dass ich so etwas immer schätze und gleich noch viel lieber lese.
Nachdem Natasha sich zu dem Thema Mutter-Tochter-Beziehung in einem ihrer Zeitungsartikel geäußert hat, erhält sie so viel Resonanz, dass sie beschließt, den Club der Töchter zu gründen und ein Buch darüber zu schreiben. Sie tut sich mit der Kolumnistin Róisín Ingle und sieben weiteren Frauen zusammen und ab sofort treffen sie sich regelmäßig und sprechen über ihre Mütter. Man kann sich das tatsächlich vorstellen, wie bei den Anonymen Alkoholikern.
Vom Aufbau her ist das Buch sehr strukturiert. Nach einer kurzen Einleitung erzählt jede Frau ihre Geschichte und erklärt an Beispielen, was das Schwierige an ihrer Beziehung zur Mutter ist. Bei den einen sind es kleinere Probleme, wie z.B. dass sie sehr abhängig von der Mutter sind oder dass sie sich nicht genug Zeit für ihre Mutter nehmen, bei der ein oder anderen gibt es aber auch viel ernstere und tiefgründigere Probleme, wie z.B. eine narzisstische Mutter, eine Mutter mit Alzheimer oder eine Mutter, die Depressionen hat. Man sieht also, dass es ein sehr breites Spektrum gibt und sicherlich findet sich hier jede Tochter irgendwie wieder. Ich zum Beispiel gehöre definitiv zu der Sorte Mensch, die sich einfach nicht vorstellen kann und will, wie es sein soll, wenn die Eltern mal nicht mehr da sind. Auch dieses Thema wird angesprochen. Es ist also für jeden etwas dabei.
Im zweiten Teil des Buches hat jede Tochter einen Brief an ihre Mutter geschrieben und erzählt dann, wie sich die Beziehung zur Mutter verändert hat, seit es den Club der Töchter gibt.
Zwar gibt es vor jedem Brief nochmal eine kurze Erläuterung zur jeweiligen Mutter-Tochter-Beziehung, ich hätte es aber trotzdem besser gefunden, wenn jeder "Tochter-Typ" en Block vorgestellt wird. Ansonsten mochte ich die klaren Strukturen.
Am Schluss gibt es noch eine kurze Aufzählung zu den 10 Dingen, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist. Eine nette Zugabe, von denen ich glücklicherweise die meisten Dinge eh schon getan habe bzw. regelmäßig tue.


Über den Titel muss ich nichts sagen, er passt und erklärt sich von selbst. Das Cover finde ich vom Bild her zwar recht hübsch, aber für das Buch doch etwas unpassend bzw. sehr beliebig. Hier hätte mir eine Zeichnung von einer Mutter mit ihrer Tochter oder ein Foto um einiges besser gefallen.


Alles in allem liest sich das Buch also sehr flott und ist durchaus auch immer mal wieder interessant. Am besten gefallen haben mir die Stellen, an denen die Frauen ihre Gefühle offenbart haben, denn oft war das Thema einfach sehr emotional, ob wegen Trauer, Sehnsucht oder Liebe. Das hat mich sehr berührt. Und ich denke, dass es sicherlich für Frauen mit einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung noch interessanter ist.


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Auch wenn es mich gut unterhalten hat und sehr interessant war: Nein, eher nicht. Das ist für mich irgendwie eine Art von Buch, die man nur einmal liest. Ich denke, ich verschenke es. Sicherlich gibt es Leute, die das Thema auch interessiert :)