Montag, 10. August 2015

Wie Mr. Rosenblum in England sein Glück fand - Natasha Solomons

Klappentext:  In dem Moment, als Jack Rosenblum 1937 in Harwich von Bord geht, fasst er einen Entschluss: Als deutscher Jude, der mit seiner Frau aus Berlin fliehen konnte, möchte er so schnell wie möglich ein echter Engländer werden. Und so erstellt er eine Liste: einen leicht verständlichen Führer durch die Sitten und Gebräuche Englands. Fünfzehn Jahre später hat Jack viel erreicht. Nur einen Punkt auf seiner Liste konnte er noch nicht abhaken: Er ist noch nicht Mitglied in einem englischen Golfclub. Und da ihn niemand aufnehmen will, beschließt er, selbst einen Golfplatz zu bauen. Also schleift er seine Frau Sarah in das Herz der englischen Countryside, nach Dorset. Doch hier, im Land der Borstenschweine, Glockenblumen und des Apfelweins, scheint die schwierigste Aufgabe noch vor ihnen zu liegen ... 
Meine Meinung: Dieses wunderbare kleine Schätzchen war ein Geschenk von Viola und es stand definitiv zu lange ungelesen im Regal. Sowas passiert aber nicht, weil ich keine Lust habe, das jeweilige Buch zu lesen, sondern weil ich so viele ungelesene Bücher habe, die manchmal auch hinter anderen verschwinden. Ich muss mir definitiv mal ein richtiges RUB machen, wo wirklich alle ungelesenen Bücher beisammen stehen. 
Dieses hier ist mir jedenfalls beim Einräumen der letzten Bücherkiste vom Umzug wieder in die Hönde gefallen, das süße, verspielte Cover hat mich direkt angesprochen und so hab ich es endlich zum Lesen rausgenommen. (Leider ist es bei meinem Spaziergang zum Stadtpark vorletzte Woche ziemlich nass geworden :( Aber im Großen und Ganzen hat es sich gut gehalten :D)
Es geht um Jack Rosenblum und seine Frau Sarah, die als deutsche Juden während des Zweiten Weltkrieges nach England flüchten. Jacks großes Ziel ist es, ein neues Zuhause zu finden und dort auch wirklich mental anzukommen. Da er nun ein Ausländer ist, möchte er sich unbedingt so gut wie möglich integrieren und erstellt sich eine lange Liste mit Punkten, die seiner Meinung nach auf einen Engländer zutreffen. Nachdem sie einige Jahre in London gelebt haben, ziehen sie unter anderem deswegen aufs Land. Denn ein unglaublich wichtiger Punkt auf der Liste von Jack ist ein Golfplatz. Ein richtiger Engländer spielt Golf und Jack hat sich die Idee in den Kopf gesetzt, dass er den besten und schönsten Golfplatz von ganz England bauen möchte.
In Dorset mietet er mit Sarah ein kleines Cottage und beginnt dort direkt mit den Bauarbeiten. Doch sein Plan hat seine Tücken. Zum einen arbeitet er ganz alleine und kommt nur langsam voran und sein Geld ist nicht unbegrenzt. Außerdem wird er im Dorf nicht akzeptiert und zu allem Übel treibt auch noch das mysteriöse Wollschwein sein Unwesen auf seinem wunderbaren Golfplatz.
Über die ganze Arbeit am Platz vergisst Jack außerdem völlig seine Frau, die um ihrer verlorene Familie trauert, um ihre jüdischen Wurzeln. Sie will sich eigentlich gar nicht integrieren, vermisst ihr Zuhause in Deutschland und versteht nicht, wie Jack sie nicht verstehen kann. Das einzige, was ihr als Erinnerung hilft, ist das Backen. Die Eheleute merken erst viel zu spät, wie sehr sie sich voneinander entfernt haben.
 
Dieses Buch ist ein richtiger kleiner Schatz. Hier geht es nicht um Spannung, sondern darum, dass man viel zu oft erst merkt, was einem wichtig ist, wenn man es verloren hat. Es geht um die Frage, wann man irgendwo ein Zuhause hat. Es geht darum, Barrieren im Kopf zu überwinden und sich zu integrieren. Um Freundschaft, Enttäuschung, Beharrlichkeit, Mut....
Ich war am Ende des Buches wirklich verzaubert. Es gibt so viele kleine Details im Buch, die man sicherlich nie wieder vergisst. Zum Beispiel den Erinnerungsbaumkuchen, den Sarah backt, oder die Briefe, die Jack immer an sein großes Golfer-Idol schreibt.
 
Ich kann dieses Buch wärmstens zu einer Tasse Tee empfehlen, wenn man das Bedürfnis hat, sich einfach mal wohlzufühlen und etwas runter zu kommen. Sicherlich auch ein schönes Geschenk! (War's bei mir schließlich auch!). Das Cover ist verspielt ohne überladen zu sein und passt perfekt zu der Geschichte. Nur das Wollschwein hätte sich doch noch irgendwo verstecken können....dann hätte ich es auch mal gesehen ;)
 
 

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