Montag, 6. April 2015

Ostern bei Fräulein Krög

So ihr Lieben,

endlich steht mal mein erster längerer Post zum Thema Tradition an. Und zwar Ostertraditionen. Vorweg solltet ihr wissen, dass weder ich noch meine Familie besonders gläubig sind. Aber wie sagt man so schön? Wir feiern die Feste, wie sie fallen :P Im Prinzip ist es bei uns ganz einfach: Wir sitzen gerne zusammen, wir essen gerne, wir quatschen gerne. Wieso also nicht auch an Ostern?
So wirklich dekoriert habe ich in den Wochen vor Ostern zugegebenermaßen fast gar nicht. Ein kleiner Holzosterhase sitzt auf der Fensterbank und unser Balkon wurde frühlingsfit gemacht, das war es auch schon. Was leider auch daran lag, dass ich meine Osterdeko und vor allem die schönen alten Ostereier von meiner Oma nicht mehr finden konnte. Ich hoffe, dass ich die Kiste bei der Keller-Aufräum-Aktion in meinem Urlaub wieder finde. Könnt ja mal die Däumchen drücken.

Aber bevor ich abschweife: Am Karfreitag ging das Osterwochenende dann bei meinen Eltern los. Wie jedes Jahr waren wir zum großen Fischessen eingeladen. Wie schon erwähnt, wir sind nicht gläubig und dieses Fisch essen an Karfreitag hat sich bei uns einfach so eingebürgert, aber selbstverständlich habe ich in der Schule gelernt, weshalb Christen an Karfreitag keinen Fisch essen. Zum einen ist der Fisch eines der ältesten Symbole des Christentums und zum anderen ist es eine christliche Tradition, dass an Fastentagen generell auf Fleisch (wozu Fisch zumindest früher nicht zählte, es hieß wohl "Tiere des Himmels und der Erde" - das habe ich jetzt allerdings gegoogelt ;)) verzichtet wurde. Und in Gedenken an Karfreitag war jeder Freitag früher ein Tag, an dem kein Fleisch gegessen wurde. Heute hat sich das sicherlich bei vielen lediglich auf den Karfreitag beschränkt. Ganz früher wurde an Karfreitag sogar gar nichts gegessen, um besonders der Kreuzigung von Jesus und seinen damit verbundenen Leiden zu gedenken.
Aber das käme bei uns nicht in die Tüte ;) Ich habe also ordentlich gefuttert, es geht nichts über frischen Fisch mit Zitrone!
Den restlichen Tag haben wir dann gemütlich verbummelt. Mettie und Tommy haben gezockt und ich habe ein bisschen gelesen und gedöst. Abends hat sich Tommy auch tatsächlich noch dazu bereit erklärt, mit mir einen kleinen Osterspaziergang durch die Schrebergärten zu unternehmen. Das Wetter war aber auch unerwartet großartig!

Am nächsten Morgen hieß es: Früh raus aus den Federn! Tommy hatte Frühschicht und musste spätestens um viertel vor sieben an der Tankstelle sein und ich wollte direkt mitfahren, da ja schließlich noch der große Ostereinkauf erledigt werden wollte. Mein Plan war es, möglichst früh an den Geschäften zu sein, um der Hysterie zu entgehen und das hat auch super geklappt. Ich habe alle Sachen zügig bekommen und bin dann direkt heim gefahren, um dort noch ein bisschen aufzuräumen. Schließlich wollten heute Abend Björn und Julia vorbeikommen und für Sonntag hatten wir ja die gesamte Familie zum große Osterfrühstück eingeladen. Die meiste Zeit habe ich beim Einkaufen übrigens vor den Eierfarben verbracht! Was für eine Auswahl. Eierfarben mit goldener Folie, Eierfarben mit Stickern, Eierfarben und Schwämme für Tupfmuster, Pastellfarben, Glitzerfarben, Wachsstifte für feinere Malereien....ich wusste gar nicht, was ich nehmen sollte. Ich habe nämlich schon lange keine Eier mehr gefärbt. Als ich klein war, hat meine Oma das immer mit mir und meiner Schwester gemacht, aber als wir größer wurden, hatte ich da nicht mehr so ein Interesse dran und alle anderen hatten auch keine Lust mehr, Eier auszublasen. Aber dieses Jahr hatte ich mir ja fest vorgenommen, mal wieder einiges aufleben zu lassen und Eier selbst färben gehörte unbedingt dazu!
Ich habe mich nach langem Hin und Her für die Sticker-Variante entschieden:


Ich glaube, unterbewusst hat mich vor allem das Ei mit den Beinen dazu gebracht. So süß! Und das Prinzip klang auch einfach. Die gekochten Eier zunächst erst in einer Mischung aus Wasser, Essig und der gelben Farbe ein paar Minuten einfärben und trocknen lassen. Anschließend Sticker nach Belieben drauf kleben und die Eier dann entweder in ein orangenes Farbbad oder ein grünes Farbbad geben. Gesagt, getan:


In der Praxis hat es leider nicht ganz so gut geklappt, denn die Sticker haben bei weitem nicht so fest geklebt, wie sie hätten kleben sollen. Dadurch ist stellenweise Farbe unter die Sticker gekommen. Einige Figuren konnte man gar nicht mehr erkennen. Aber mein Gott....ein Versuch war es wert. Nächstes Jahr hole ich eine andere Färbepackung und probier was Neues aus. Und das ein oder andere Ei ist ja auch ganz nett geworden :)


Und geschmeckt haben sie sowieso (sagt zumindest der Herr des Hauses). Beim Eierkochen musste ich übrigens auch mal wieder über mich selbst den Kopf schütteln. Normalerweise essen wir nicht viele gekochte Eier und wenn, dann kaufen wir bereits gekochte. Die sind aber immer schon bunt, also musste ich mir weiße Eier selbst kochen (weil aufs Ausblasen hatte ich immer noch keine Lust ;)). Na ja, ich habe mich jedenfalls daran erinnert, dass man die rohen Eier nicht ins kochende Wasser packen sollte, sondern sie langsam erhitzen muss. Hab schon so lange keine Eier mehr gekocht, dass ich zwar wusste, dass man sie nicht einpieksen muss, aber dass sie einem bei zu schnellem Erhitzen ja platzen. *dötsch* Typisch Frau Krög.

Nun ja. Während die Eier so kochten und Farbe annahmen war ich aber nicht untätig, sondern habe auch schon den Teig für den großen - sehr großen! - Hefezopf angesetzt. Denn ich liebe Hefegebäck über alles und der sogenannte Osterzopf gehört ja zu einem typischen Osterfrühstück dazu!
Feige wie ich bin, habe ich den Zopf vor ein paar Wochen schon mal zur Probe gebacken. Denn bislang habe ich nicht viel Erfahrung, was Hefegebäck angeht, und alles, was ich bislang an süßem Kram aus Hefe gebacken habe, ist mir viel zu trocken gewesen. Da kam mir das Rezept aus der Lecker ganz recht, denn bislang habe ich mit den Rezepten daraus nur gute Erfahrungen gemacht. Das Rezept ist außerdem super bebildert und ich habe gelernt, dass man Frischhefe nicht immer zwingend in warmer Milch auflösen muss. ;)
Was ihr für den Zopf braucht:

500 g Mehl
75 g Zucker (wenn man den Zopf pur essen will, ist mir das zu wenig, daher habe ich auf 100 g erhöht)
eine Prise Salz
1 Würfel Frischhefe (42 g)
1/4 L lauwarme Milch
100 g zimmerwarme Butter
1 zimmerwarmes Ei

Zum Bestreichen/Bestreuen
1 Eigelb
2 EL Milch

Ihr beginnt damit, die frische Hefe aufzulösen. Das geht entweder, indem ihr die Milch zusammen mit der Hefe langsam erhitzt oder aber ihr zerbröselt den Hefewürfel in eine Schüssel und streut einen TL Zucker darüber. Das rührt ihr kurz um und wartet dann ein paar Minuten. Durch den Zucker wird die Hefe von selbst total flüssig. Ich finde das so toll, ich bin gar nicht dazu gekommen, ein Foto davon zu machen :D.
Zwischendurch heizt ihr am besten schon mal den Ofen auf 50 Grad vor. Denn dort drin soll euer Teig nachher schön aufgehen!

Ich habe die Milch dann einfach kurz in der Mikrowelle erhitzt und währenddessen schon mal das Mehl, den Zucker und die Prise Salz vermischt. In das Mehlgemisch wird dann eine Kuhle in die Mitte drückt und da wird die lauwarme Milch zusammen mit der flüssigen Hefe gegossen. Außen an den Rand verteilt man dann die Butter in Stückchen und eben so das Ei. In dem Heft wird erklärt, dass man das nur macht, weil das Fett nicht sofort mit der warmen Hefe in Berührung kommen soll, weil sie sonst nicht gut aufgeht. Wieder was gelernt!
Dank Küchenmaschine musste ich dann nur aufs Knöpfchen drücken und der Knethaken hat dann den Rest erledigt. Kneten soll man den Teig, bis er sich von selbst als Klumpen von der Schüsselwand löst.


Nun ist der Hefeteig schön durchgeknetet und kann für 45 Minuten in den Ofen. Danach sollte er sein Volumen verdoppelt haben (und laut Lecker sollte sich die Kuhle, die man beim Test mit dem Finger reindrücken soll, von selbst wieder zurückbilden - das tut sie bei mir allerdings nie und der Zopf wird trotzdem was O.o).
Den Ofen anschließend auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
Jetzt wird der Teig auf einer bemehlten Fläche nochmal gut durchgeknetet und anschließend in drei gleich große Teile geteilt. Die rollt man dann zu langen Strängen aus, legt diese auf ein Backblech und flechtet einen Zopf daraus. Ich brauche dabei immer Hilfe, weil der Teig so schwer ist, dass ich das mit zwei Händen gar nicht schaffe. Er reißt mir dann immer. Generell muss ich die Flechttechnik beim Hefezopf noch üben, bei Haaren kann ich das irgendwie besser :D.
So...entweder, der Zopf soll sofort gebacken werden, dann lässt man ihn nochmal 20-30 Minuten auf dem Backblech gehen, streicht ihn dann mit der Eigelb-Milch-Mischung ein und streut Hagelzucker drüber. Anschließend wird der 20-25 Minuten gebacken.
Ich drehe den Zopf in der Mitte der Zeit und streiche ihn außerdem auch nochmal mit dem Rest der Eigelb-Milch-Mischung ein. Wenn der Zopf droht, zu dunkel zu werden, deckt ihn 10 Minuten vor Ende noch mit Alufolie ab.
Wenn ihr den Zopf - so wie ich es am Samstag vorhatte - erst am nächsten Morgen backen wollt, dann deckt Zopf auf dem Backblech mit einer Tüte o.ä. ab und lagert ihn über Nacht im Kühlschrank. Lasst ihn am nächsten Tag wieder auf Zimmertemperatur aufwärmen, bestreicht ihn dann und dann ab in den Ofen. Bei mir ist es über Nacht zwar ein bisschen zusammengefallen, aber das Ergebnis sah trotzdem noch gut aus:


Und geschmeckt hat er auch <3. Pur oder mit Marmelade ganz köstlich. Danke liebe Lecker!
Joa....abgesehen vom Hefezopf, den ich Sonntagmorgen dann noch schnell gebacken habe, war ich um halb acht schon Brötchen holen. Da war es nämlich noch wunderbar leer und ich hatte die freie Auswahl. Außerdem haben Tommy und ich den Tisch schön gedeckt, das Osterlamm von der Tochter einer Nachbarin auf dem Tisch platziert und ich habe Rührei mit Bacon gemacht.



Ende vom Lied? Der Zopf hat nicht mehr auf den Tisch gepasst :D
Muss ich mir nächstes Jahr was anderes überlegen, denn irgendwie war er ja eigentlich so ein kleines Highlight. Egal. Auf dem Sofa sah er auch toll aus und letztendlich ist er auch ratzeputz aufgegessen worden (ein paar kleine Stücke habe ich hinterher noch an Freiwillige verteilt ;)).
Und dann war das Osterfrühstück irgendwie schon wieder rum. Schön wars! Die Männer haben hinterher noch Golf auf der Wii gespielt und wir Frauen haben auf dem Balkon gequatscht.
Nachmittags gab es eine kleine Pause für Tommy und mich und Abends sind wir mit meinem Papa und meinem Onkel nach Stiepel gefahren, um uns dort das Osterfeuer anzusehen.
Das ist auch Tradition. Zum einen das Osterfeuer an Ostern im Allgemeinen und zum anderen, dass wir speziell immer nach Stiepel fahren. Auch meistens nur wir vier.
Lustigerweise haben wir uns dann auch über die Frage unterhalten, weshalb Osterfeuer entzündet werden und das passt ja nun auch gut in den Post hier.
Tatsächlich waren wir uns alle sofort einig, dass das sicherlich ein heidnischer Brauch war, den die Kirche auch nur adaptiert hat, aber laut Internet ist dem nicht so. Ursprünglich wurde vom Priester nämlich an Karsamstag (also dem Samstag vor Ostersonntag) eine Kerze während der Messe entzündet, die das Licht symbolisieren soll, das Jesus auf die Welt gebracht hat und in dieser Nacht folgen die Christen Jesus vom Tod ins Leben.
Also habe ich auch hier wieder was gelernt. Viele Osterfeuer werden also bereits an Karsamstag entzündet. Lediglich in Westfalen entzündet man das Feuer erst am Ostersonntag.
Bei uns gibt's dann immer noch ein Bierchen und eine Bratwurst und dann stehen wir da, quatschen, und gucken uns das Feuer an. Ich liebe es :)

Ich hoffe, ihr hattet wunderschöne Ostertage! Freue mich schon auf nächstes Jahr.





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