Sonntag, 8. Februar 2015

Notfallbabysitten

Manchmal, wenn es um etwas Wichtiges geht, dann kann ich auch spontan sein! So geschehen letzte Woche Donnerstag, als Aylin mich spät abends fragte, ob ich wohl am nächsten Tag auf Emma aufpassen könnte, weil sie sich ja eine Wohnung angucken wollte.
Ich hab dann schnell mit Maike und Tommy gequatscht und so hat mich Maike am Donnerstag etwas früher von der Arbeit abgeholt und wir haben dann Emma am Kindergarten in Empfang genommen und hatten einen seeehr tollen, niedlichen Nachmittag.
Am Anfang war Emma nicht so gut drauf, aber nachdem wir sie mit Smarties bestochen haben, ging alles super :D
Mama kam später auch noch vorbei und als Aylin und Dennis abends zum abholen kamen, haben wir noch gemütlich einen Kaffee getrunken. Es war ein toller Nachmittag!


Hier hab ich nur Emma nachgemacht :D Die hat
kurz vorher noch so geguckt ;)





Samstag, 7. Februar 2015

Kinder sagen doch immer die Wahrheit, oder?

Momentan sind wir bei Tommys Cousine und somit auch bei seinen Patenkindern zu Besuch.
Grade saß ich im Wohnzimmer und Lena fragte "Du bist geschminkt, oder?"
"Ja."
"Ungeschminkt siehst du schöner aus."

Ich freu mich da jetzt einfach mal drüber ;) :D

Mittwoch, 4. Februar 2015

Yumini in Bochum

Gestern war ich mit lieben Freunden beim Yumini in Bochum. Dennis wollte den Laden gerne mal ausprobieren und da haben wir uns natürlich gerne angeschlossen ;)
Das Prinzip von dem Laden ist ganz einfach. Du nimmst All you can eat und bekommst ein Tablet an den Tisch, über das du dir dein Essen bestellen kannst. Insgesamt gibt es 10 Runden und du darfst pro Runde 5 Sachen bestellen. Angeblich kommt keiner bis Runde 10 und ich kann das zumindest für mich bestätigen. Nach 3 Runden war ich platt.
Das Buffet kostet 19,90 € und dazu kommen dann eben noch die Getränke.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Essen echt sehr lecker war. Die Sachen waren alle super frisch zubereitet und jeder bestellte Gang kam recht flott. Besonders das Eis am Ende hat mir nochmal gefallen und bei Vanessa durfte ich das schwarze Sesameis probieren, das war ganz köstlich!
Alles in Allem lohnt sich der Laden für mich aber nicht so, einfach weil ich kein Sushi esse. Ich esse beim Japaner, Mongolen oder Chinesen immer nur gebratenen Reis, gebratene Nudeln, Frühlingsrollen und Hähnchen und das bekomme ich eben auch sehr lecker beim Hongyunlai oder im Oriental Garden und da ist das Buffet mindestens 5 € günstiger.
Das, was das Buffet hier so teuer macht, ist nun mal die riesige Sushi-Auswahl.
Aber das war mir schon vorher klar und ich gehe ja auch nicht NUR zum essen dahin, sondern auch um meine allerliebsten Freunde zu sehen. Zusammen zu essen und zu quatschen ist doch das Tollste ;).

Also für alle Sushi-Fans ist der Laden echt ein Muss. Nebenbei kann man sich dann nämlich auch noch die nette Einrichtung angucken. Sven meinte, er wird sich auch so einen Kronleuchter in sein Bad hängen :D


Dienstag, 3. Februar 2015

Die Kinder der Freiheit - Ken Follet

Klappentext: Deutschland nach dem Mauerbau: Rebecca Hoffmanns Welt in Ostberlin scheint in Ordnung zu sein - bis sie durch Zufall erfährt, dass der eigene Mann sie seit Jahren im Auftrag der Stasi bespitzelt. Als sie ihn zur Rede stellt, begeht sie einen verhängnisvollen Fehler, den sie und ihre Familie ihr Leben lang bereuen sollen. - In den USA erlebt George Jakes als Vertrauter von Justizminister Robert Kennedy hautnah den Kampf der Bürgerrechtsbewegung gegen Rassismus, Intoleranz und Ungerechtigkeit - und bekommt am eigenen Leib zu spüren, was es heißt, ein Farbiger zu sein. - Cameron Dewar ist Republikaner, aber auch er kämpft unbeirrt für seine Überzeugungen. Als CIA-Agent muss er sich in einer Welt aus Täuschung, Lügen und Intrigen zurechtfinden. - Ähnlich geht es Dimka Dworkin, dem jungen Berater von Nikita Chruschtschow, als sich Sowjetunion und USA in einen Konflikt stürzen, der die Welt an den Rand des Atomkriegs führt. Seine Schwester Tanja begibt sich als Journalistin an die Brennpunkte des Geschehens, von Moskau über Kuba bis nach Prag und Warschau - dorthin, wo Weltgeschichte geschrieben wird. Der in sich abgeschlossene Roman erzählt die miteinander verbundenen Schicksale von Menschen aus Ost und West vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen vom Anfang der Sechziger- bis zum Ende der Achtzigerjahre. - 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs - 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs - 50 Jahre nach der Aufhebung der Rassentrennung in den USA - 25 Jahre nach dem Fall der Mauer bringt Ken Follett, seine Jahrhundert-Trilogie, die mit STURZ DER TITANEN und WINTER DER WELT begann, zu einem packenden und furiosen Finale.

Meine Meinung: Noch eines von diesen tollen Weihnachtsgeschenken, die ich bekommen habe. Und mit den weit über 1000 Seiten ist das hier auch eine echte Schwarte, an der man lange lesen kann.
Da ich momentan auch viel unterwegs bin, habe ich etwas länger zum Lesen gebraucht. Das liegt aber definitiv nicht an dem Buch, denn das ist wirklich spannend. Das Cover und den Namen möchte ich vorab ausdrücklich loben, denn beides passt zu diesem Buch wie die Faust aufs Auge!
Meiner Meinung nach ist es der beste Band der Trilogie. Ein würdiges Finale quasi ;). Ken Follet schafft es, an allen Handlungsorten gleichzeitig Spannung aufzubauen. Man denkt beim Lesen, man erlebt die Geschichte hautnah mit.
Wieder einmal wurde mir beim Lesen bewusst, wie brutal das Regime der DDR war. Irgendwie geht das oft unter, so im Schatten den 2. Weltkrieges. In dem Buch wird passend dazu auch wunderbar beschrieben, wie wichtig Musik zu dieser Zeit war.
Zeitgleich liest man von Dimka, der in Russland versucht, den Kommunismus zu einer praktikablen Staatsform zu machen und von George, der in Amerika um die Rechte der Schwarzen kämpft. (Ich muss gestehen, dass ich schockiert war, wie lange die Schwarzen um ihre Rechte kämpfen mussten....erst dieses Buch hat mir bewusst gemacht, dass es nur ein paar Jahrzehnte her ist, seit Schwarze und Weiße auf getrennte Toiletten gehen mussten. Nur so als Beispiel, gab natürlich noch viel schlimmere Diskriminierungen).
Beide Charaktere führen einen durch die Entwicklung des Kalten Krieges und es läuft einem beim Lesen immer wieder kalt den Rücken runter, wenn man darüber nachdenkt, was alles hätte passieren können, hätte eine der beiden Staaten einen atomaren Angriff gestartet.
Dimkas Schwester ist während der Kuba-Krise vor Ort und erlebt den Höhepunkt des Kalten Krieges hautnah mit während ihr Freund Wassili die grausamste Seite des kommunistischen Staats kennen lernen muss.
Und dann sind da noch Walli und Dave und Cam und Maria....so viele Charaktere. Trotzdem kann man super den Überblick behalten!

Ich kann gar nicht beschreiben, was mich so fasziniert an diesen Büchern. Es sind unglaublich viele Einzelaspekte. Ken Follet kann entscheidende geschichtliche Ereignisse unglaublich atmosphärisch beschreiben und er zeichnet nebenbei großartige Charaktere, die man entweder leidenschaftlich liebt oder genau so leidenschaftlich hasst. Man bekommt außerdem einen Eindruck davon, wie schwer Politik ist. Auch aus der Sicht von führenden Köpfen. Tatsächlich hat die Lektüre dieses Buches mein Denken ein bisschen gewandelt von "Wieso wurde das damals eigentlich so gemacht?" zu "Ach so wenn er das Gesetz nur durchbekommen kann, wenn er den und den auf seine Seite ziehen muss und dafür eben dieses und jenes in Kauf nehmen muss....". Das fand ich auch ganz großartig.
So als kleiner unwichtiger Bürger sieht man ja immer nur die Fehlentscheidungen bzw. das Zögern und erkennt gar nicht, was da manchmal hinter steckt.
Besonders spannend finde ich es auch immer, wenn er über berühmte Persönlichkeiten schreibt, so wie in diesem Buch über J. F. Kennedy oder Martin Luther King. Ich möchte jetzt unbedingt über diese beiden Männer mal Dokumentationen schauen und mir auch von beiden eine Biografie besorgen.
Vielleicht bin ich von diesem Buch hier auch deswegen so fasziniert, weil die Ereignisse am aktuellsten sind. Ich habe zwar nichts davon persönlich mit erlebt, aber es ist einem irgendwie präsenter....es ist näher dran an dem eigenen Leben. Speziell der Mauerfall zum Beispiel in meinem Fall.

Auf jeden Fall kann ich nach diesen drei großartigen Büchern eines sagen: Ich bin immer wieder fassungslos, was für schreckliche, menschenverachtende Regime es gab und gibt. Wie viel Leid in die Welt gekommen ist, weil ein einzelner Verrückter oder eine kleine Gruppe von Gestörten an die Macht gekommen ist. Es sind so abartige Dinge passiert, körperlich wie seelisch, dass ich es kaum glauben kann. Mein Kopf weiß, dass es passiert ist, aber so richtig in ihrer Endgültigkeit begreifen kann ich viele Ereignisse einfach nicht und werde es sicher auch nie können.

Noch erschrockener bin ich darüber, wie lange sich so etwas halten konnte. So viele Menschen haben diese Systeme unterstützt, Menschen gequält, so viele haben die Augen verschlossen und ich kann nicht mal sagen, wie ich mich damals verhalten hätte. Sicherlich wäre ich auch damals dem BDM beigetreten, aber wie weit wäre ich noch gegangen? Hätte ich passiv zugesehen? Hätte ich die NSDAP unterstützt? Hätte ich mich blenden lassen und auch alle Juden verteufelt und gehasst? Oder hätte ich Juden versteckt, ihnen bei der Flucht geholfen? Wäre ich in der DDR bei der Stasi gelandet und hätte dort gearbeitet? Hätte ich gar Freunde und Familie bespitzelt? Oder hätte ich versucht zu flüchten? Ich kann es nicht sagen. Aber die Fragen beschäftigen mich immer mehr. Und mindestens genau so bemerke ich, wie mich immer wieder in der Öffentlichkeit ein bestimmter Drang überkommt, wenn ich alte Menschen sehe.
Ich verspüre den Drang, sie zu fragen, wie es denn war, damals. Ob die alte Dame wohl auch ihren Mann im Krieg verloren hat? Ob sie von ihren Kindern getrennt wurde? Ob sie auch wochenlang hungern musste? Ob sie selbst geflüchtet ist oder sogar als Spionin und Widerstandskämpferin gearbeitet hat? Und wenn das, für wen hat sie gearbeitet?
Hat der alte Mann, der da so humpelnd den Weg entlang geht, eine Kriegsverletzung? Hat er im 1. Weltkrieg an Weihnachten im Schützengraben gesessen und sich gefragt, wozu er das eigentlich macht? Hat er eventuell die Juden in die Gaskammer geschickt oder Frauen und Kinder vor riesigen Gruben erschossen? Hat er im Keller seines Hauses einen jüdischen Freund versteckt? Ist er vom Osten in den Westen geflüchtet?
Das und tausend Fragen mehr spuken mir im Kopf herum. Bislang war ich zu feige, jemals jemanden darauf anzusprechen und einfach zu fragen, aber immerhin habe ich mich bei meinen eigenen Großeltern getraut. Mein verstorbener Opa hat mir erzählt, wie sein Vater im 1. Weltkrieg gefallen ist und was das mit seiner Mutter gemacht hat. Wie er selbst sich im 2. Weltkrieg in einem Bunker versteckt hat, als das Haus seiner Familie zerbombt wurde und wie er dann zusammen mit vielen anderen Kindern zum eigenen Schutz nach Preußen gebracht wurde.
Und meine Oma ist damals aus der DDR geflüchtet und hat mir von ihren Erlebnissen in dem Flüchtlingslager in Westdeutschland erzählt, in dem sie dann vorrübergehend leben musste.
Das, was sie mir erzählt haben, haben Millionen andere Menschen auch erlebt. Und trotzdem sehe ich meine Großeltern seitdem mit völlig anderen Augen und habe noch viel mehr Respekt vor ihnen.

Und jetzt seid ihr von meinen Lobeshymnen und Romanen entlassen ;) Geht und kauft euch lieber diese wunderbaren Bücher! ;)

Sonntag, 1. Februar 2015

Eine Begegnung, die nachdenklich macht

Heute waren Tommy und ich zuerst bei meinen Eltern und Maike zu Besuch, um ein paar schöne Fotos zum Geburtstag von meiner Omi zu machen und danach kamen uns Mettie und Waltraud zu uns. Tommy und ich hatten von Frau Imhäuser noch ein riesiges Kalbfilet eingefroren, das wir heute mal verarbeiten wollte. Es gab also Kalbfilet mit Pfeffersoße und Spätzle. Hat auch super geschmeckt, nur die Soße müssen wir noch üben. Das schaffen wir noch nicht so ganz in der gewünschten Menge ohne "Soße pur" von Knorr oder so....aber Übung macht den Meister ;)

Aber davon wollte ich heute eigentlich gar nicht schreiben. Zwischendurch haben Tommy und ich nämlich unseren alten Fernseher weggebracht. Wir brauchen den nicht mehr und daher hatte Tommy den heute morgen ins Internet gesetzt. Schon Mittags hat sich eine nette Dame darauf gemeldet und ihn sich reservieren lassen. Sie hat einen Fernseher für ihre Mutter gesucht, die morgen umzieht und gerne einen neuen Fernseher haben will. Da die Mutter nicht weit von uns entfernt wohnt, hat sie uns noch gebeten, den Fernseher vorbeizubringen.
Gesagt, getan und um halb sechs waren wir da.
Wir haben den Fernseher in die Wohnung gebracht und auch kurz aufgebaut, zum ausprobieren.
Die Dame, die mit Tommy telefoniert hat, war ungefähr 50 und ihre Mutter, ungefähr 80 Jahre alt, war auch da. Die sollte morgen nicht einfach umziehen, wie wir dann erfahren haben, sondern in ein Pflegeheim und zwar weil sie dement ist. Die alte Dame konnte kaum noch laufen und saß nur auf dem Sofa während unseres Termins. Sie hat fast ununterbrochen geredet, hat uns angeboten, dass sie aus der Küche noch eine Glühbirne holt und einschraubt, damit wir mehr Licht zum Fernseher aufbauen haben, sie hat ihre Tochter gebeten, uns einen Schraubenzieher zu besorgen, sie hat mindestens 3 Mal innerhalb von 10 Minuten gefragt, wie alt der Fernseher ist und noch einmal explizit "Ist der Fernseher neu?". Und zwischendurch hat sie angefangen, von Sachen zu reden, die sie in ihrer Wohnung noch machen will.
Ihre Tochter hat immer wieder beruhigend auf sie eingeredet und andauernd "Reg dich nicht so auf Mama!" gesagt.
"Morgen ziehst du um. Du brauchst hier nichts mehr machen."
"Guck mal Mama, der Fernseher nimmt richtig wenig Platz ein."
"Mamaaa, bleibt du mal sitzen und beruhig dich ein bisschen."
"Du ziehst morgen in das Heim das wir uns zusammen angesehen haben." - "Ich war da noch gar nicht." - "Doch Mama, wir waren letzte Woche zusammen da und haben uns einen Sportkurs angesehen." (Darauf hat die Mutter gar nichts gesagt und verwirrt vor sich hin gestarrt.)
Ich glaube, die Tochter hat versucht, die Situation irgendwie zu entspannen. Denn tatsächlich war es mir und auch Tommy unangenehm, aber das ist doch normal.
Mir hat die alte Dame schrecklich leid getan, sie war offensichtlich verwirrt, hatte Angst vor dem was kommt. Genau so tat mir die Tochter leid, die versucht hat, ihrer Mutter irgendwie ein bisschen Ruhe zu vermitteln und die selbst noch so viel vor sich hatte. Sachen packen, ihre Mutter ins Pflegeheim bringen, die Wohnung auflösen, ihr Mann arbeitet noch dazu momentan in Bayern, sodass sie nur am Wochenende einen Partner zur Entlastung hat.

Wir haben uns dann verabschiedet, der alten Dame alles gute für ihren Umzug gewünscht und sind wieder heim gefahren. Wir hatten dann noch einen schönen Abend mit Waltraud und Mettie, aber heute Nacht habe ich davon geträumt, dass mein Opa dement ist und wir ihn pflegen. Dass er bei meinen Eltern im Keller wohnt, weil nur dort sein Bett reingepasst hat und dass wir alle ein schlechtes Gewissen haben, weil er eben im Keller liegt.
Dementsprechend nachdenklich bin ich heute morgen aufgestanden. Der Opa von dem ich geträumt habe, war nie dement und ist an etwas anderem gestorben aber mein anderer Opa hatte Demenz. Der ist allerdings verstorben, als ich sechs war. Ich habe in der Familie also nicht wirklich bewusst Demenz oder Alzheimer erlebt, aber ich denke, eine solche Begegnung stimmt einen grundsätzlich nachdenklich.
Man beginnt unweigerlich an die eigenen Eltern zu denken und bekommt Angst davor, dass die eigene Familie irgendwann selbst in so eine Situation kommt. Ich denke, solchen Situationen ist niemand wirklich gewachsen. Man kann nur sein Bestes geben und versuchen, sich so gut zu kümmern wie möglich.
Und die Zeit auskosten, in der man die Lieben gesund um sich hat!

Ich hoffe, die alte Dame ist gut im Pflegeheim angekommen!