Mittwoch, 2. März 2016

Club der Töchter - Natasha Fennel/Róisín Ingle

Klappentext: Eine Inspiration für jede Frau, ihr eigenes Verhältnis zur Mutter zu klären
Natasha Fennell steht mitten im Leben, als ihre Mutter ins Krankenhaus kommt. Plötzlich fragt sie sich: Wie ist das Verhältnis zu meiner Mutter? Bin ich eine gute Tochter? Über ihre Gedanken schreibt sie einen Zeitungsartikel. Als sich darauf Hunderte Frauen bei ihr melden, ist sie überwältigt – und lädt neun von ihnen ein. Daraus wird ein langer Abend mit sehr viel Rotwein, Gelächter, Tränen und bewegenden Geschichten über Mütter und Töchter. Am Ende beschließen sie: Wir treffen uns wieder – und gründen einen Club. Jede Tochter bekommt ungewöhnliche Hausaufgaben – um das Verhältnis zu ihrer Mutter zu klären oder zu verbessern. Haarsträubende, traurige, urkomische, berührende Geschichten sind die Folge. Die Frauen lernen ihre Mütter besser kennen – und auch sich selbst. Am Ende dieser wahren Geschichte steht das Manifest des Clubs der Töchter: Zehn Dinge, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist.


Meine Meinung: Ich sage es gleich vorweg: Dieses Buch habe ich mal wieder gewonnen. In letzter Zeit bin ich bei vorablesen mal wieder ein bisschen aktiver und muss unbedingt auch noch ein anderes gewonnenes Buch zu Ende lesen und rezensieren. Aber das hier ist nicht sehr dick und ich hatte es einfach schneller durch. Gekauft hätte ich es mir vermutlich nicht, denn ich habe eine sehr gute und innige Beziehung zu meiner Mutter. Klar nervt sie mich manchmal, so wie jeder Mensch einen mal nervt, mit dem man viel zeit verbringt und den man sehr gut kennt, aber wir verstehen uns super und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich irgendetwas aufarbeiten müsste ;) Aber aus rein psychologischer Sicht hat mich das Buch dann eben doch interessiert. Schließlich geht es hier nicht um eine Frau und ihre Beziehung zur Mutter, sondern gleich um neun Frauen. Und die Geschichten sind auch noch wahr, nicht erfunden. Ihr wisst ja, dass ich so etwas immer schätze und gleich noch viel lieber lese.
Nachdem Natasha sich zu dem Thema Mutter-Tochter-Beziehung in einem ihrer Zeitungsartikel geäußert hat, erhält sie so viel Resonanz, dass sie beschließt, den Club der Töchter zu gründen und ein Buch darüber zu schreiben. Sie tut sich mit der Kolumnistin Róisín Ingle und sieben weiteren Frauen zusammen und ab sofort treffen sie sich regelmäßig und sprechen über ihre Mütter. Man kann sich das tatsächlich vorstellen, wie bei den Anonymen Alkoholikern.
Vom Aufbau her ist das Buch sehr strukturiert. Nach einer kurzen Einleitung erzählt jede Frau ihre Geschichte und erklärt an Beispielen, was das Schwierige an ihrer Beziehung zur Mutter ist. Bei den einen sind es kleinere Probleme, wie z.B. dass sie sehr abhängig von der Mutter sind oder dass sie sich nicht genug Zeit für ihre Mutter nehmen, bei der ein oder anderen gibt es aber auch viel ernstere und tiefgründigere Probleme, wie z.B. eine narzisstische Mutter, eine Mutter mit Alzheimer oder eine Mutter, die Depressionen hat. Man sieht also, dass es ein sehr breites Spektrum gibt und sicherlich findet sich hier jede Tochter irgendwie wieder. Ich zum Beispiel gehöre definitiv zu der Sorte Mensch, die sich einfach nicht vorstellen kann und will, wie es sein soll, wenn die Eltern mal nicht mehr da sind. Auch dieses Thema wird angesprochen. Es ist also für jeden etwas dabei.
Im zweiten Teil des Buches hat jede Tochter einen Brief an ihre Mutter geschrieben und erzählt dann, wie sich die Beziehung zur Mutter verändert hat, seit es den Club der Töchter gibt.
Zwar gibt es vor jedem Brief nochmal eine kurze Erläuterung zur jeweiligen Mutter-Tochter-Beziehung, ich hätte es aber trotzdem besser gefunden, wenn jeder "Tochter-Typ" en Block vorgestellt wird. Ansonsten mochte ich die klaren Strukturen.
Am Schluss gibt es noch eine kurze Aufzählung zu den 10 Dingen, die man mit seiner Mutter tun sollte, bevor es zu spät ist. Eine nette Zugabe, von denen ich glücklicherweise die meisten Dinge eh schon getan habe bzw. regelmäßig tue.


Über den Titel muss ich nichts sagen, er passt und erklärt sich von selbst. Das Cover finde ich vom Bild her zwar recht hübsch, aber für das Buch doch etwas unpassend bzw. sehr beliebig. Hier hätte mir eine Zeichnung von einer Mutter mit ihrer Tochter oder ein Foto um einiges besser gefallen.


Alles in allem liest sich das Buch also sehr flott und ist durchaus auch immer mal wieder interessant. Am besten gefallen haben mir die Stellen, an denen die Frauen ihre Gefühle offenbart haben, denn oft war das Thema einfach sehr emotional, ob wegen Trauer, Sehnsucht oder Liebe. Das hat mich sehr berührt. Und ich denke, dass es sicherlich für Frauen mit einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung noch interessanter ist.


Würdest du dieses Buch erneut lesen? Auch wenn es mich gut unterhalten hat und sehr interessant war: Nein, eher nicht. Das ist für mich irgendwie eine Art von Buch, die man nur einmal liest. Ich denke, ich verschenke es. Sicherlich gibt es Leute, die das Thema auch interessiert :)

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