Donnerstag, 12. März 2015

Ich klage an - Für die Freiheit muslimischer Frauen von Ayaan Hirsi Ali

Klappentext: Das Bild schockte die Welt: Der tote Filmregisseur Theo van Gogh, dem sein Mörder einen Drohbrief an die Brust geheftet hatte. Adressiert an Ayaan Hirsi Ali - eigentlich hätte sie sterben sollen. Sie weiß, dass ihr Kampf für die unterdrückten islamischen Frauen lebensgefährlich ist - aber sie wird, wie dieses Buch beweist, nicht aufgeben. Denn sie weiß, wovon sie redet: Der Zwangsheirat, die ihr Vater für sie arrangiert hatte, konnte sie sich nur durch Flucht entziehen. Der Bruch mit ihrer Familie, ihren Freunden, waren die unausweichliche Folge. Seitdem kämpft sie für ihre Schicksalsgenossinnen: damit sie nicht mehr nur "Söhnefabriken" sind, dass sie studieren können, dass sie endlich selber bestimmen können, wie sie leben wollen.

Meine Meinung: Dieses Büchlein hat meine Schwester freundlicherweise aus der Unibibliothek Duisburg ausgeliehen. Als ich mit ihr zusammen dort war, um Bücher für ihre Hausarbeit auszuleihen, ist es mir ins Auge gefallen. Ich habe mir schon länger vorgenommen, mal ein paar Bücher über den Islam und die Kultur zu lesen. Ich möchte nämlich mehr davon verstehen, damit ich mir ein Bild machen kann. Und dieses Buch hat schon einiges dazu beigetragen. Ich bin mir bewusst, dass Ayaan Hirsi Ali eine Feministin ist und dass ich mir definitiv noch einiges mehr an Literatur anschaffen muss, um mir Meinungen von verschiedenen Seiten zu holen.
Nichtdestotrotz haben mich viele ihrer Argumente durchaus überzeugt. Laut Ali hat der Islam ein gravierendes Problem: Er entwickelt sich nicht weiter. Er lässt keine kritische Hinterfragung zu.
Sie kritisiert drei große Punkte am Islam:

1) Nur der Koran und die Scharia haben in dieser Kultur Gültigkeit. Danach wird Recht gesprochen, danach wird das öffentliche und private Leben ausgerichtet. Es sind keine anderen Quellen zulässig und der Koran darf niemals hinterfragt werden. Man muss sich danach richten und das Bestreben ist nicht, ein schönes Leben zu führen, sondern gottgefällig zu leben, damit man ins Paradies kommt.
2) Die Gruppe steht automatisch höher als eine einzelne Person. Was zählt, ist der eine Clan, die eigene Gruppe und das Gesamtbedürfnis dieser. Dabei geht Individualität oft verloren.
3) Die Fixierung auf die Jungfräulichkeit und damit verbunden die Notwendigkeit, die eigene Ehre und die Ehre der Familie zu schützen.

Diese Dinge führen zu vielen Problemen in der islamischen Kultur. Frauen werden beschnitten, wieder zugenäht und dadurch grausam verstümmelt. Bildung ist Mangelware und dadurch wird Weiterentwicklung verhindert. Männer dürfen mehrere Frauen haben, aber eine Frau niemals mehrere Männer. Sex vor der Ehe ist absolut tabu und trotzdem muss in der Hochzeitsnacht die Ehe durch Geschlechtsverkehr vollzogen werden. Als Beweis wird Blut auf dem Bettlaken erwartet. Das ist in vielen Fällen tatsächlich eine geplante und von der Familie akzeptierte Vergewaltigung.
Männer lernen, dass Sie über Frauen bestimmen dürfen und dass Brutalität in der Ehe normal ist. Und sie können in vielen Fällen nicht mal was dafür, denn sie lernen es nicht anders.
Durch die mangelnde Aufklärung wissen auch die meisten Muslime nichts über Geschlechtskrankheiten. So ist zum Beispiel der Glaube weit verbreitet, dass ein praktizierender Muslim nicht an HIV erkranken kann, da diese Krankheit nur Ungläubige heimsucht.
Von dem grausamen schlechten Gewissen, das jeden überkommt, der beginnt, am Koran und an der Allwissenheit Mohammeds zu zweifeln, muss ich nicht sprechen.
Und erst recht nicht von Ehrenmorden an den eigenen Kindern.

Ali sagt auch, dass sie durchaus gute Seiten am Islam erkennen kann, dass diese aber komplett untergehen, weil die islamische Kultur zu viele grausame Dogmen aufweist. Sie sagt auch, dass sie nicht alle über einen Kamm scheren kann und will, dass sie viele weltoffene Muslime kennt - Männer und Frauen - die versuchen, das Beste aus ihrer Religion zu ziehen.
Aber sie will eben darauf hinweisen, dass in vielen islamischen Länder noch sehr große Missstände herrschen und dass man diese nur bekämpfen kann, indem man endlich aufhört, die Kultur und diesen Glauben nur in Schutz zu nehmen. Sie kritisiert die westlichen Länder sogar, die immer wieder betonen, wie wichtig es sei, dass man die islamische Kultur so wie sie ist, schützen muss. Sie sagt, dass nur die Muslime selbst etwas ändern können, indem sie endlich anfangen, ihre Religion und ihre Weltanschauung zu hinterfragen und zu reformieren.

Und ich muss sagen, ich stimme ihr in Vielem zu! Es ist auch für mich überhaupt nicht schlimm, wenn jemand ein Kopftuch trägt - wenn die Person es aus freien Stücken tut. Es ist für mich überhaupt nicht schlimm, wenn jemand keinen Sex vor der Ehe haben will - wenn die Person aus freien Stücken darauf verzichtet. Es ist für mich überhaupt nicht schlimm, wenn jemand seinen entfernten Cousin heiratet - wenn die Person es aus freien Stücken tut.
Aber es ist sehr wohl schlimm, wenn kleine Mädchen verstümmelt werden oder wenn Eltern ihre Kinder umbringen, weil sie der Meinung sind, so etwas schütze ihre Ehre!





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