Dienstag, 29. Juli 2014

Nacht unter Tag - Val McDermid

Klappentext: Das Verschwinden von Mick Prentice gibt Detective Inspector Karen Pirie Rätsel auf: Micks Tochter meldet ihn erst nach über zwanzig Jahren vermisst – doch aus der Familie des Bergarbeiters ist nicht viel herauszukriegen. Und auch bei dem steinreichen Sir Brodie, dessen Tochter damals zur selben Zeit zusammen mit ihrem Neugeborenen entführt wurde, stößt Karen auf eine Mauer des Schweigens. Allmählich kommt ihr der Verdacht, dass dies kein Zufall ist …
Meine Meinung: Ich muss hier mal kurz erwähnen, dass Val McDermid 1955 in Kirkcaldy im schottischen Fife geboren wurde und dort, wie die Tochter von Mick Prentice im Buch,  in einer Bergarbeiterfamilie aufgewachsen ist. Sie hat die Zeit des Britischen Bergarbeiterstreiks also mit Sicherheit gut in Erinnerung. Dieses Hintergrundwissen macht die Lektüre dieses Buches um Einiges spannender, weil man weiß, dass man hier Informationen aus erster Hand bekommt und die beschriebenen Situationen gleich viel ernster nimmt.
Ich selbst habe vorher ehrlich gesagt noch nie etwas von dem Streik gehört und war schockiert unter welchen Bedingungen die schottischen Bergarbeiter damals gelebt haben, als ihnen das Geld ausging. Man muss sich dabei immer im Hinterkopf halten, dass der Streik im Jahr 1984 stattfand. Also schon in einer eigentlich recht modernen Zeit.
 
Die Story ist aber natürlich etwas komplexer und handelt nicht nur von dem Streik. Es geht um Inspector Karen Pirie, die die Abteilung für ungelöste Fälle in Fife leitet. Eigentlich soll sie Aufgaben deligieren und vom Schreibtisch aus arbeiten. Doch als eine junge Frau zu ihr kommt, und ihren Vater nach 20 Jahren als vermisst meldet, leckt sie Blut und vertieft sich selbst in den Fall. Auch wenn sie dabei immer wieder mit ihrem Chef aneinander rasselt. Hilfe bekommt sie von ihrem Kollegen Phil. Zunächst deutet tatsächlich alles darauf hin, dass Mick als Streikbrecker damals nach Nottingham gegangen ist. Doch nach und nach tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Wohin ist sein bester Freund verschwunden? Wieso ist Micks Ehefrau so verschlossen? Und dann bekommt Karen auch noch Hinweise zu einen anderen ungelösten Fall auf den Tisch. Sir Brodie, einer der reichsten Männer Schottlands, hat vor langer Zeit bei einem tragischen Zwischenfall seine Tochter verloren und sein Enkel wird immer noch vermisst. Er setzt Karen und ihren Chef nun, mit neuen Beweisen in der Hand, extrem unter Druck. Karen und Phil lassen sich aber nicht beirren und decken nach und nach die Wahrheit auf.
 
Ein sehr erfrischendes Ermittlerpaar. Karen, die gerne isst, nicht wahnsinnig hübsch ist und dazu noch klein. Die sich aber durch Nichts und Niemanden aus dem Konzept bringen lässt. Außer vielleicht mal von ihrem hübschen, charmanten Kollegen Phil. Dazu ein typischer Gegenspieler, der reiche und undurchsichtige britische Geschäftsmann und eine Journalistin, die entschlossen ist, die Story ihres Lebens zu schreiben. Ich mochte die Geschichte sehr und wollte immer wissen, wie es weiter geht. Auch wenn ich mir die Lösung zumindest teilweise denken konnte, hat die Geschichte nicht darunter gelitten, weil doch viele Details bis zum Schluss ungeklärt blieben.
 
Das war mein erster Krimi von Val McDermid, wird aber sicher nicht mein letzter sein!
 
(Heute hab ich bis 17 Uhr gearbeitet und anschließend mit Tommy einen Döner gefuttert. Zum Tagesausklang gab es zwei Folgen 4 Hochzeiten und eine Traumreise ;))

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