Mittwoch, 29. April 2015

Mein erstes Brot

Ich hatte ja vor nicht allzu langer Zeit von meinen tollen Geschenken berichtet ;) Unter anderem gehörten zwei Bücher übers Brotbacken dazu. Ich habe mich rieesig darüber gefreut, denn nun habe ich direkt eine herrliche Auswahl an Rezepten. 

 

Nicht erst seit meiner Lektüre von Hab ich selbst gemacht wollte ich es unbedingt mal ausprobieren, ein Brot selber zu backen. Auch hier sind es wieder die üblichen Gründe. Ich backe gerne und es entspannt mich. Ich sitze gerne vorm Ofen und gucke zu, wie mein Werk langsam aufgeht und schön braun wird. Ich esse es natürlich auch gerne, sofern es denn hinterher schmeckt :D
Und nicht zuletzt weiß ich so, was in meinem Brot drin ist. Keine Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel.
Und daher habe ich auch direkt am Sonntag angefangen und das erste Rezept ausprobiert. Da ich wirklich null Erfahrungen im Brot backen habe und das bislang höchstens mal mit einer Brotbackmischung gemacht habe, musste es ein einfaches Rezept sein. Mit wenig Zutaten, sollte es daneben gehen. So hätte ich immerhin nicht zuviel Geld zum Fenster raus geschmissen.

Gefunden habe ich dann ein Rezept für Münsterländer Bauernstuten. Sah gut aus und klang auch so.

Zutaten für zwei Brotlaibe à 550g sind folgende:
- 20 g Hefe (ca. 1/2 Würfel)
- 500 g Buttermilch (zimmerwarm)
- 75 g flüssiger Sauerteig (selbst angesetzt oder aus dem Beutel)
- 300 g Weizenmehl (Type 550)
- 200 g Roggenmehl (Type 1150)
- 15 g Salz (ca. 3 TL)

Zuerst wird die Hefe in einer Schüssel mit der zimmerwarmen Buttermilch vermischt und darin aufgelöst. Ich habe die Buttermilch vorher nochmal kurz in der Mikrowelle erwärmt. So auf handwarm. Dann kommt der Sauerteig dazu, dann die Mehlsorten und zum Schluss das Salz. Das alles wird kurz verrührt und dann kommt - wenn ihr eine habt - die Küchenmaschine zum Einsatz. Ich war auch froh drum, denn der Teig ist extrem klebrig. Der Teig muss erst 4 Minuten auf langsamer, anschließend 4 Minuten auf schneller Stufe durchgeknetet werden. Anschließend gebt ihr den Teig auf eine bemehlte Oberfläche, deckt ihn locker ab und lasst ihn 20-30 Minuten gehen. Am besten auf oder unter einer Heizung, auf dem Balkon in der Sonne oder an einem anderen warmen Ort.



Nach der halben Stunde ist mein Teig tatsächlich größer und luftiger geworden. Völlig motiviert habe ich mich also ans Kneten gemacht. Dazu wird der Teig in zwei gleich große Hälften geteilt und jedes Stück wird für sich geknetet. Man soll den Teig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und erst mal rundwirken. Dazu einfach den Teig etwas platt drücken und dann immer wieder den Rand in die Mitte drücken. Das wiederholt man ein paar mal. Leider war der Teig immer noch so klebrig, dass mir die Hälfte des Teiges an den Fingern klebte. Daher konnte ich auch keine Bilder machen. Wenn ihr euch das Rundwirken nochmal ansehen wollt, guckstu hier 
Leider sah es bei mir eben üüüberhaupt nicht so aus wie im Video und ich sah mich schon brotlos und deprimiert den Teig wegschmeißen. Hrmpf.
Aber nun ja....den ersten Teig habe ich dann irgendwie aufs Blech bugsiert (wirklich rundgewirkt habe ich den gar nicht) und beim zweiten habe ich direkt viel mehr Mehl zum Kneten genommen. Ich hatte zwar Angst, dass das Brot dann zu trocken wird, aber immerhin klappte das mit dem Rundwirken jetzt schon viel besser. Das zweite Brot habe ich dann auch aufs Backblech gelegt, allerdings mit dem Teigschluss nach unten (sprich die "Teignähte" nach unten), weshalb es nicht ganz so schön aufgerissen ist, wie das andere. Aber naja...das kann ich verkraften. Merkt euch also: Diese Brote mit dem Teigschluss nach OBEN auf das Blech legen. Am besten streut ihr dann noch ein bisschen Mehl drüber und lasst die Brote nochmal 10 Minuten gehen.
Während dieser ganzen Kneterei solltet ihr den Backofen auf 210 Grad Oder- und Unterhitze vorheizen und ein mit Wasser benetztes Blech in den Ofen schieben. 
Sobald die Temperatur erreicht ist, nehmt ihr das Blech mit dem Wasser raus und schiebt eure Brote in den Ofen. Möglichst mittig natürlich. Dort backt das Brot dann 5 Minuten an.
Nach diesen 5 Minuten regelt ihr die Temperatur auf 200 Grad runter und lasst sie noch ca. 25 Minuten weiterbacken.
So sah mein Ergebnis aus:

Links: Teigschluss nach oben/Rechts: Teigschluss nach unten


Ich zeige euch auch extra nochmal die Krume des Brotes, also wie es aufgeschnitten aussieht. Ich finde, es sieht wirklich gut aus. So, wie man sich auch das gekaufte Brot vom Bäcker vorstellt.
Ich würde das Brot beim nächsten Mal (das wird es sicherlich geben;)) allerdings noch ein paar Minuten länger drin lassen. Unten am Boden könnt ihr erkennen, dass noch ein ganz kleiner klitschiger Teigstreifen übrig geblieben ist, der zwar beim Essen nicht stört, aber man kann sich ja trotzdem verbessern.
Geschmeckt hat es super. Genau so, wie man sich so einen herzhaften Bauernstuten vorstellt. Probiert es ruhig mal aus.
Es ist ein tolles Gefühl, wenn man so ein selbstgebackenes Brot anschneidet und allein der Duft, der durch die Wohnung zieht ist einen Versuch wert :)

Hinweis: In meinem Buch steht, dass zu dem Brot am besten guter Räucherschinken passt. Ich finde allerings, dass man dazu genau so gut auch was Süßes essen kann und Maike hat mir das bestätigt. Habe nämlich direkt etwas zum Probieren bei meinen Eltern vorbei gebracht und Maike hat sich ne Nutella-Stulle geschmiert :)

Guten Hunger ihr Lieben!

Dienstag, 28. April 2015

Erholungswochenende oder: Nach neun Jahren immer noch albern

Ich hatte es ja in einem meiner letzten Posts bereits angekündigt und vorletztes Wochenende war es dann soweit. Tommy und ich sind ins Sauerland gefahren um dort ein schönes Wochenende zu zweit zu verbringen. Wir sprechen schon ewig davon, dass wir sowas mal machen wollen und irgendwann dachte ich mir, dass ich ihm so was einfach mal schenke, sonst machen wir es nie.
Und so haben wir uns vor einigen Wochen hingesetzt und Angebote im Internet durchforstet. Die Auswahl war riesig und entsprechend überfordert waren wir. Letztendlich haben wir uns für ein Angebot von Welcome Hotels entschieden. Und zwar das in Meschede, direkt an einem Stausee. Das Sauerland ist eine tolle Region und nicht so weit weg und im Angebot war außerdem ein 4-Gänge-Menü (und Pralinen, Sekt und Obstkorb auf dem Zimmer). 
Freitag konnten wir ab 15 Uhr einchecken, sind aber früh in Bochum losgefahren, um den Tag vor Ort schon mal zu nutzen. Haben uns dann erst mal den Hennesee angesehen, denn direkt dort lag unser Hotel. Dann waren wir am Lörmecke-Turm, in Warstein (der Ort ist nicht so berauschend) und an der Warsteiner Brauerei (das war schon vieeel interessanter - nächstes Mal machen wir eine Führung!) und dann ging es aber erst mal zum Hotel. 



Man sieht, wie verpeilt ich nach dem Wendeltreppen-Aufstieg war :D





Sehr netter Empfang und das Zimmer war wunderbar. Als wir reinkamen, fehlten allerdings Sekt, Pralinen und Obst. Mir waren die Sachen zwar alle nicht wichtig, aber Tommy hatte schon Recht als er meinte, da ginge es ums Prinzip. Aber wir haben uns nicht geärgert, ich habe erst mal geduscht und als wir dann wieder los wollten um noch ein nettes Restaurant zu suchen, stand alles vor unserer Zimmertür ;) Also alles wunderbar.





Wir haben dann Freitagabend ganz köstlich in einem kleinen Gasthof gespeist und haben abends ganz entspannt das Hotelzimmer genossen und The Voice Kids geschaut. Ich bin auch echt früh eingeschlafen. 
Samstag waren wir beide dann auch dementsprechend früh wach. Um viertel nach sieben glaub ich. Haben uns dann entspannt fertig gemacht und sind runter in den wunderschönen Frühstücksraum gegangen. An dieser Stelle sollte ich vielleicht sagen, dass unser Hotel aus zwei Teilen bestand. Ein Teil ist sehr alt, weil dort eben früher das alte Hennesee-Hotel untergebracht war. Dieser Teil ist heute der Trakt mit dem Restaurant, der Bar und verschiedenen anderen großen Zimmern. Der Stil ist alt und würdevol mit schmiedeeisernen Wendeltreppen und alten Holzdielen. Aber alles sehr gepflegt und eben einfach gemütlich. Ich wollte die anderen Frühstücksgäste nicht fotografierenm daher müsst ihr euch das jetzt einfach mal vorstellen.
Das Frühstücksbuffet war astrein! Leckerer Kaffee, frisch gepresster Saft, einen Wilkommensdrink und auch ansonsten alles was das Frühstücksherz begehrt. Wenn sogar Tommy schon morgens 3 Brötchen isst, dann schmeckt es, glaubt es mir! Sein Frühstück besteht sonst eher aus Kippe und Kaffee ;)

Anschließend sind wir satt und zufrieden nach Bilstein aufgebrochen, weil ich gerne in den Wildpark und die Tropfsteinhöhle gehen wollte. Ich kann beides nur empfehlen! Der Wildpark ist nicht so groß aber sehr schön angelegt und außerdem umsonst. 
Und die Höhle ist auch nicht so riesig, aber sowas finde ich immer sehenswert. Besonders, wenn es Tropfsteinhöhlen sind. Da sieht man aus jedem Winkel etwas anderes. Die Führung dauert ne halbe Stunde und kostet für Erwachsene 4,50 €. Wir hatten sogar das Glück, dass wir so früh da waren, dass wir eine Führung ganz alleine bekommen haben. Höhö. Die junge Frau, die das gemacht hat war sehr nett und ich weiß jetzt endlich, wie ich mir den Unterschied zwischen Stalagmiten und Stalagtiten merken kann :D















Ich habe mich natürlich unsterblich in den Fuchs und n die kleinen Frischlinge verliebt. Tommy konnte mich grade noch so vom Wildschweingehege wegziehen, bevor ich versucht hätte, mir eins von den zehn kleinen Schweinchen zu mopsen ;)

Nach diesem schönen Auftakt sind wir weiter zum Möhnesee gefahren. Das ist der größte See im Sauerland und auch dort wars wirklich schön. Sind ein bisschen durchs Sumpfgebiet geschlendert und haben uns die Möhne-Talsperre angeschaut. Die war an sich erst mal sehr beeindruckend gebaut und zusätzlich fasziniert haben mich die Fotos von der Möhne-Katastrophe. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Talsperre von Bomben getroffen und die Bilder waren schockierend!
Als schönen Kontrast habe ich all die Liebesschlösser empfunden, die entlang der Talsperre hingen :)





Danach ging es für uns weiter nach Arnsberg. Wir haben lachend festgestellt, dass das Sauerland wirklich schon etwas völlig anderes ist als das Ruhrgebiet. Samstags haben nämlich alle Geschäfte schon ab 13 Uhr geschlossen. Das ist ja hier völlig undenkbar! War aber nicht schlimm, denn wir wollten ja nicht zwingend shoppen. Das können wir hier schließlich auch. Vielmehr wollten wir uns dieses wunderschöne alte Städtchen mit dem Kloster und der Schlossruine ansehen. Arnsberg ist wirklich schnuckelig und just an diesem Tag fand dort auch noch eine Hochzeit statt. Das war auch schön, dabei zuzugucken. 
Und ich habe außerdem diese Mauer hier entdeckt:



Mein absolutes Lieblingsbild von diesem Kurztrip!

Nachdem wir völlig kaputt auf dem Schlossberg angekommen sind (nur zur Nachsicht: wir waren auch noch etwas erschöpft von der Wanderung zum Lörmecketurm gestern), war ich fasziniert von der tollen Aussicht. Man konnte über die ganze Region gucken und ein Mädchen saß sogar so wie man es sich in einem Film vorstellen würde an der Kante eines Felsvorsprungs und ließ die Beine baumeln, obwohl es unter ihr tief runter ging. Zwar war der Vorsprung eigentlich abgesperrt, aber man konnte gut über den Zaun klettern. Würde ich in Arnsberg wohnen, wäre ich sicher öfter dort und als Kerl würde ich definitiv die Mädels fürs erste Date immer dorthin bitten ;) hihi

Nach dieser Rundtour haben wir uns eine köstliche Waffel gegönnt.


Und dann sind wir wieder zurück ins Hotel gefahren. Da wir Sky auf dem Zimmer hatten, konnte Tommy noch etwas Fußball schauen und ich habe mich in das grandiose Hotelbett gekuschelt und noch etwas geschlummert.
Um kurz nach sechs sind wir dann ins Restaurant, schließlich hatten wir noch ein 4-Gänge-Menü offen. 
Wir hatten vorher etwas Bedenken, ob das Menü was für uns sein würde. Schließlich sind wir eher so die Spaghetti Bolognese und Currywurst-Pommes Typen und so gar nicht in Richtung Jacobsmuscheln und Kaviar oder so.
Als wir zu unserem Tisch gebracht wurden, nahm meine Nervosität eher zu. Klassische Musik lief im Hintergrund und es war gedeckt wie man es in einem 4 Sterne Hotel eigentlich ja auch erwartet:



Aber meine Sorge wegen des Essens wurde gleich gemindert, als ich unser Menü lesen durfte.



Die ersten beiden Gänge und das Dessert machten mir keine Sorgen und Tommy auch nicht. Lediglich beim Hauptgang mit der Ente war ich mir unsicher, da ich das noch nie gegessen habe und wir das nur aus Kochsendungen kannten - und zwar immer ziemlich roh innen drin. Ab da fingen wir auch an, etwas albern zu werden, weil wir überlegt haben, ob wir der Kellnerin sagen sollen, dass wir die Ente ganz durch gebraten haben wollen und wie sie dann gucken würde. Generell mussten wir beide die ganze Zeit grinsen, weil wir uns selbst so komisch gefühlt haben in so einem Ambiente. Es war schön, aber einfach etwas ungewohnt. Das war übrigens das Beste am ganzen Ausflug!!! Mir ist wieder mal bewusst geworden, was für ein Geschenk es ist, dass wir nach über 9 Jahren noch zusammen rumalbern können wie am ersten Tag <3 

Die ersten beiden Gänge kamen und besonders der erste Gang mit dem Frischkäse war ein Gedicht!





Wegen der Ente haben wir übrigens nichts gesagt. Wir dachten, wenn wir schon mal so ein Menü bekommen, dann essen wir es auch so wie es sich gehört. Und zur Not hinterher noch was bei Burger King oder McDoof holen.
Und als der Hauptgang dann kam, waren wir beide total positiv überrascht. Es war wirklich lecker (bis auf Mangold...das brauchten wir beide nicht wirklich). Die Ente war nur noch ganz leicht rosa, sodass ich es ohne Probleme essen konnte, sehr zart und gut gewürzt. Genau wie das Mangochutney und der saugeile Duftreis.



Wir mussten zwischendurch übrigens auch immer wieder grinsen, weil die Kellnerin nach jedem Gang gefragt hat, ob sie direkt den nächsten Gang servieren sollen. Am Anfang dachten wir uns nichts dabei aber als die Frage nach dem Hauptgang wieder kam, meinte Tommy amüsiert, dass das vielleicht für viele zu so einem Essen dazu gehört....also längere Pausen zwischendurch. Und dass der Koch sich sicher schon wundert, was da für Fresssäcke in sein Restaurant gekommen sind. Hihi.
War uns egal. Wenn wir Hunger haben, haben wir Hunger. Ohne Pause.
Und das Dessert war ein Traum!



Kirscheis und Mousse au Chocolat. Besser gings nicht. Wir waren satt und mussten uns nirgendwo mehr Nachschub besorgen ;P
Wir haben dann den Abend gemütlich im Hotelzimmer ausklingen lassen und waren rundum zufrieden.
Am nächsten Morgen beim Frühstück haben wir uns geschworen, dass wir das nun öfter machen werden! Es hat echt alles toll geklappt und ich könnte mir keinen besseren Start in den Urlaub vorstellen, als diesen.
Mal abgesehen, dass ich mit diesem tollen Kerl sowieso immer wieder gerne irgendwohin fahren würde <3

Am Sonntag sind wir selbstredend auch nicht sofort heim gefahren, sondern haben noch einen Abstecher nach Attendorn gemacht. Dort haben wir uns die sehr beeindruckende Attahöhle angesehen. Leider durften dort keine Fotos gemacht werden.
Alles in allem war die kleine Privatführung in Bilstein aber schöner!

Joa...und so kamen wir dann irgendwann nachmittags glücklich und zufrieden zuhause an. Es war einfach großartig! :)

Montag, 27. April 2015

Ein mallorquinischer Sommer - Helen Walsh


 Klappentext: Jedes Jahr fahren Jenn und Greg in die Villa Ana nach Deià, Mallorca. In diesem Sommer sind sie jedoch nicht allein: Gregs Tochter Emma kommt mit ihrem ersten festen Freund auf die Insel. Jenn fürchtet, dass die Idylle durch die beiden Teenager getrübt werden könnte. Als Emma und Nathan eintreffen, ist nichts so, wie erwartet. Nathan entpuppt sich als gut aussehender, braun gebrannter 17-Jähriger, und Jenn muss sich eingestehen, dass sie sich zum Freund ihrer Stieftochter hingezogen fühlt. Es beginnt ein erotisches Versteckspiel, an dem die Familie beinahe zerbricht und das Jen zu einer schmerzlichen, aber erhellenden Konfrontation mit sich selbst zwingt.
Meine Meinung: Schon wieder ein Buchgewinn. Wen überrascht es noch? ;) Ich war von der Leseprobe völlig begeistert und habe mich unglaublich gefreut, als die Mail mit der Gewinnbenachrichtigung kam. Schon in der Leseprobe ist mir das Talent der Autorin aufgefallen, die Urlaubsstimmung einzufangen. Als sie beschrieb, wie Jenn auf der Terasse liegt und wie sie abends mit ihrem Mann in einem typisch spanischen Lokal essen gehen, da habe ich mich selbst gefühlt, als würde ich grade auf einer sonnenbeschienenen Terasse auf Mallorca sitzen und spanischen Wein spanisches Bier trinken. Man kann sich sehr gut in Jenn hinein versetzen, auch später, als sie ihre zwiespältigen Gefühle bezüglich des anstehenden Besuches von Emma und ihrem Freund beschreibt. Sonst hatten Jenn und Greg diesen Urlaub, diese Villa, immer für sich und sie konnten sich gut entspannen. Wie soll das werden, wenn Jenns verwöhnte Stieftochter aufkreuzt, nach dazu mit einem Jungen, den beide nicht kennen?

Das Cover ist schön, auffällig und passt zu dem Buch. Die Zitronen vermitteln einem genau das südliche Flair, in dem der Roman spielt und ist dabei nicht kitschig. Gefällt mir gut. Und ein Hingucker ist es auch.
Ich glaube, besonders gut gefallen, hat mir die Tatsache, dass es hier nicht um einen billigen Erotikroman geht, sondern dass vielmehr die Gefühle der einzelnen Beteiligten im Vordergrund stehen. Man versteht die verschiedenen schwierigen Konstellationen sehr gut. Greg, der seiner Tochter jeden Wunsch von den Augen abliest; Jenn, die nach und nach immer mehr genervt ist von ihrem Mann, der viel zu oft den Akademiker raushängen lässt; Emma, die mit ihrer egoistischen Art immer im Vordergrund stehen möchte und ihre Stiefmutter mit ihren Kommentaren viel zu oft verletzt; und Nathan, der eine unerklärliche Anziehungskraft auf Jenn ausübt. Zu lesen, wie sich die Situation immer mehr hochschaukelt, fand ich sehr interessant.
Was mich allerdings gestört hat, ist zu einen die Kürze des Buches. Viele Stellen kommen mir viel zu kurz vor, man hätte einfach viel mehr daraus machen können. Zumal der Anfang so gut uns ausführlich daher kam. Außerdem ist mir Nathan so dermaßen unsympathisch gewesen, dass es mir schlechtweg sehr unrealistisch vorkam, dass Jenn sich in ihn verliebt. Immer wenn man grade denkt, jetzt kommt es zu einem tiefgründigen Gespräch zwischen ihm und Jenn, die irgendeine Art von Verbundenheit erklären könnte, sagt oder tut er wieder irgendwas Dummes und der Zauber ist verflogen. Ich hätte diesen Bengel schon nach drei Tagen wieder fort geschickt ;).
Und zuletzt hat mich das Ende völlig unbefriedigt zurück gelassen. Esist, als ob ein paar Seiten im Buch fehlen und das hinterlässt immer einen faden Nachgeschmack.
Alles in allem also leider nicht so berauschend, wie ich es mir nach der Leseprobe erhofft hatte.

Sonntag, 26. April 2015

Ach Geburtstag...

Jedes Jahr ist Geburtstag haben einfach wieder soooo großartig. Es ging schon damit los, dass ich wieder mal bombenmäßiges Wetter geschenkt bekommen habe. Ideal für unseren Plan, den ganzen Nachmittag im Garten meiner Eltern zu verbringen :)
Der Plan ist auch aufgegangen. Wir hatten leckeren Erdbeerkuchen und Sachertorte zum Kaffee und abends wurde gegrillt. Und Maike hat uns Aperol Sprizz kredenzt. Ich liebe es!





Ich habe so herrlich passende Geschenke bekommen: Zwei Bücher übers Brotbacken, ein Buch übers Gärtnern auf dem Balkon, eine Karte für We Will Rock You in Köln, ein Hemd von Game Of Thrones, ein indisches Kochbuch und und und. Ich habe Briefe bekommen, SMS, Anrufe. Sogar Heidi hat angerufen <3
Und ich habe mich soooo über Tonis Armband aus Vietnam gefreut.
Und auch die Tage danach gabs noch weiter Geschenke. Eine perfekt zu mir passende Tasche, tamilische Spezialitäten. Ach ich hatte einen so tollen Tag und ich danke allen, die mich irgendwie kontaktiert und an mich gedacht haben!!!

Das Schönste war aber wie jedes Jahr das gemütliche Zusammensitzen im Garten. Zusammen essen, planen, quatschen, Bier und Schnaps trinken (das Bier war übrigens das Einzige, was uns am Freitag im Stich gelassen hat. Tommy hatte extra auf meinen Wunsch hin ein Fass Bier gekauft und als wir das erste Glas probiert haben, hat das Bier total sauer geschmeckt...sowas blödes! Zum Glück war noch Ersatz in Flaschen da :D). Abends, als alle anderen schon heim gefahren waren, haben Tommy und ich noch mit meinem Papa auf der Terasse gesessen und auf Youtube Musikvideos angesehen. Von Tina Turner, Def Leppard, INXS und all sowas. Total schön.

Und passend dazu hat meine Oma mir zu meinem Geburtstag eine Karte überreicht - mit einem Spruch, den ich so schön finde, dass mir teilweise die Tränen gekommen sind:

~ Ich wünsche dir Zeit ~

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
Und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
Nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit - nicht zum Hasten und Rennen,
Sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit - nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrigbleiben
Als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
Anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
Und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
Jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben!

Die Tatsache, dass meine Oma mit diesem Gedicht so sehr das getroffen hat, was mir wichtig ist und auch die Tatsache um das Wissen, dass sie sich jede Zeile wirklich für mich wünscht, hat mich wirklich berührt.

Ich bin gesegnet durch all diese Menschen um mich herum <3 Danke!



Donnerstag, 23. April 2015

Musik öffnet Schleusen

Heute Vormittag war ich mit meiner Mama und meiner Oma auf einer Beerdigung. Meine Nachbarin und sehr gute Freundin von meiner Oma ist Anfang April gestorben. Ich kann nicht sagen, dass ich sie sehr gut kannte, aber sie hat öfter zu meinem Geburtstag Torten gebacken (sie war gelernte Konditorin) und natürlich hab ich öfter mit ihr gequatscht, wenn wir uns mal getroffen haben. Sie war eine ganz tolle und liebenswerte Frau. Und da ich Urlaub habe, fand ich, meine Oma könnte ein bisschen seelischen Beistand gebrauchen. Außerdem weiß ich noch, wie sehr ich mich über jeden gefreut habe, der zu Beerdigungen meiner Angehörigen gekommen ist. Für mich hat das tatsächlich etwas mit "die letzte Ehre erweisen" zu tun!
Das heute war die fünfte Beerdigung, auf der ich war, und die erste, die mich nicht unmittelbar getroffen hat. Ich dachte also, ich komme ausnahmsweise mal ohne Tränen aus, aber weit gefehlt. Man ist ja sowieso schon betroffen, weil auf Beerdigungen eine bedrückte Atmosphäre herrscht, aber bei mir wars wieder endgültig vorbei, als die ersten Töne der Kirchenmusik erklungen sind.
Wie bei vielen Menschen löst Musik bei mir unheimlich viele Gefühle aus bzw. verstärkt sie immens. Ich musste sofort weinen, teilweise weil ich an die Beerdigungen meiner Großeltern erinnert wurde und teilweise weil die Situation einfach so traurig, melancholisch und auch schön war. Denn der Trauergottesdienst war sehr liebevoll geplant und durchgeführt worden. Der Pastor hat sogar ausdrücklich erwähnt, wie gut meine Oma mit der Verstorbenen befreundet war.
Der für mich schlimmste Moment ist aber immer der Auszug aus der Trauerhalle und das Blumen ins Grab werfen. Meine Oma war total fertig und sie weinen zu sehen war ganz grausam :( Und natürlich auch all die Angehörigen. Hab Oma erst mal feste gedrückt und hinterher haben Mama und ich noch gewartet, bis Omas andere Freundinnen da waren.
Eine der Damen hat total traurig erzählt, dass ihr Mann auch seit gestern im Krankenhaus liegt und es ihm nicht gut geht. Sie hat dann völlig resigniert gemeint "Mittlerweile brauche ich deutlich mehr Trauerkarten als Glückwunschkarten."
Und ganz ehrlich? Für mich ist es schon traurig zu sehen, wie stark die Generation meiner Großeltern hier im Umkreis die letzten Jahre dezimiert hat. Als Maike und ich klein waren, wurden wir nicht nur von meinen Großeltern verhätschelt, auch die gesamte Nachbarschaft/ der gesamte Freundeskreis hat sich um uns gekümmert, Späße mit uns gemacht etc. So viele von diesen alten Leutchen sind mir in wunderbarer Erinnerung geblieben. Alleine die Erinnerung an meinen Opa, der immer auf der anderen Straßenseite mit seinen Kumpels Bierchen getrunken hat, ist in mir so fest verankert, wie die Erinnerung an mein erstes Buch. (Irgendwann hat meine Oma dann immer mich geschickt, um Opa zu holen, weil sie wusste, dass er bei mir nicht nein sagen würde ;)).
Ich kann mir also gar nicht vorstellen, wie sich meine Oma und ihre Freundinnen fühlen. Für mich hat der Tag einmal mehr gezeigt, dass ich dankbar bin für jeden Tag, den meine Großeltern fit waren bzw. meine Oma noch fit ist. Und für die Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte.

Mama und ich sind nach der Beerdigung nicht mehr zum Kaffeetrinken mitgegangen. Ich habe Mama zur Arbeit gefahren und bin mittags mit Tommy zu Frau Imhäuser gefahren. Ihre Tochter wollte uns ein bisschen Trödel mitgeben und Frau Imhäuser war sowieso tödlich beleidigt, dass wir sie so lange nicht besucht haben. Ich glaube tatsächlich dass ihr vor allem Tommy echt fehlt. Aie hat sich dementsprechend über unseren Besuch gefreut und hat es sich natürlich wieder nicht nehmen lassen, uns Geschenke mitzugeben. Jetzt haben wir einen schönen Teppich im Esszimmer liegen und ich hab einen Strauß Tulpen bekommen. Die Gute <3 ist mir immer peinlich, wenn sie uns jedes Mal etwas schenkt. Wir haben aber immerhin hoch und heilig versprochen, sie wieder öfter zu besuchen!

Naja...und dann war heute auch noch der vierte Todestag meiner Oma. Heute vor vier Jahren ist sie für mich völlig überraschend gestorben. Obwohl sie schon im Hospiz lag. Aber sie hat das so gelassen und entspannt hingenommen, als wäre sie in einem Hotel und war geistig fit wie zwei Turnschuhe. Ich habe mich immer so auf die Besuche im Hospiz gefreut, denn so geredet wie dort, haben wir lange nicht. Sie wollte mir unbedingt Bilder von früher zeigen und hat meinem Vater extra aufgetragen, ihr Fotoalben aus ihrer Wohnung mitzubringen. Und sie hat mir feierlich ihre selbstgehäkelte Patchworkdecke vererbt, weil sie wusste, wie ich diese Decke liebe. 
Und ich erinnere mich so gut, wie sie trotz ihrer Krankheit noch zu Späßen aufgelegt war.
Damals kam irgendwann mal ein junger Pfleger in ihr Zimmer und sie meinte schelmisch grinsend "Ach Kati, das ist der Stefan. Der kümmert sich ganz reizend um mich und wenn ich gewusst hätte, was hier für hübsche Kerle arbeiten, dann wär ich schon viel früher gekommen."
Und sie lag im Hospiz! 
Ach....sie fehlt mir jeden Tag....