
Dienstag, 1. April 2025
[kostenloses Rezensionsexemplar] Jane Austen - von einem Mädchen, das das Schreiben liebte / Deborah Hopkinson und Qin Leng
Zusammenfassung: Deborah Hopkinson vermittelt die Geschichte Jane Austens so lebendig und mit-reißend, dass sie junge Leser:innen dazu inspiriert, ihre eigene Lust am Erzählen, Lesen und vielleicht sogar Schreiben zu entdecken. Kindgerecht nähert sie sich auch dem charakteristischen Witz und den klugen Gesellschaftsbeobachtungen Austens. Perfekt ergänzt durch die lebhaften Tusche- und Aquarellzeichnungen der Illustratorin Qin Leng wird das Buch zu einer leicht zugänglichen Hommage an die Autorin. Im Anhang sorgen eine Zeitleiste mit biografischen Daten sowie Kurzzusammenfassungen von und Zitate aus Austens beliebten Romanen – von „Emma“ bis „Stolz und Vorurteil“ – für den perfekten Überblick.
Meine Meinung: Ich war schon vom Cover hin und weg und da ich "Stolz und Vorurteil" damals sehr gerne gelesen habe und mir vor allem der spitze Humor von Jane Austen für die damalige Zeit eher unkonventionell erschien, hab ich mir sehr über ein illustriertes Buch zu ihr gefreut.

Ein liebes Kärtchen vom Verlag Seemann Henschel lag bei, was mich immer irgendwie zusätzlich freut.
Das Buch an sich ist natürlich eindeutig für kleinere Kinder gemacht. Es gibt nicht viel Text, dafür viele, wunderschön von Qin Leng illustrierte Bilder:
Ganz am Ende gibt es dann noch eine ausführliche zeitliche Zusammenfassung von Jane Austens Leben sowie eine Übersicht mit Zitaten und Beschreibungen ihrer Bücher. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und das Buch wird nun an die Kleine einer Freundin vererbt.
Eine große Empfehlung für alle Jane Austen Fans und für kleine Buchliebhaber generell!
Titel und Cover: Wie schon erwähnt hat mir schon das Cover sehr gut gefallen, weil die ich Art der Zeichnung sehr ansprechend finde. Das Einzige, was mich leicht stört, ist der große "Jane Austen" Schriftzug, der mit glitzerndem Rosa sehr hervorsticht. Das hätte für mich ohne den Effekt oder in der Farbe Grün irgendwie ein stimmigeres Bild ergeben. Der Titel gefällt mir gut, er zeigt, auf welchen Aspekt von Jane Austens Persönlichkeit die Autorin das Augenmerk legt.
Montag, 17. März 2025
[kostenloses Rezensionsexemplar] Ich erkenne eure Autorität nicht länger an - Glenn Bech
Zusammenfassung: Wie kann es sein, dass Kunstschaffende sich in ihrer zur Schau gestellten Queerness sonnen, während sich Schwule andernorts nachts kaum aus dem Haus trauen dürfen – und keinen juckt’s? Wie kann es sein, dass Reiche immer reicher werden, die gebildete Großstadtelite sich in ihrem Elfenbeinturm einkastelt, während andere froh sein müssen, sich überhaupt nur die weiterführende Schule leisten zu können? Und wie vor allem kann es sein, dass die aufgeklärten Menschen in unseren westlichen Gesellschaften das alles gar nicht bemerken oder mit einer paternalisierenden Sonderbehandlung gar noch fördern?Glenn Bech, Jahrgang 1991, praktizierender Psychologe, Provinzschwuler, Mobbingopfer, aus einer Familie, von der sich die braven Bürgerinnen und Bürger im Flugzeug schaudernd abwenden, wie er selbst sagt, legt den Finger in die Wunde unserer westlichen, heterosexuellen, erfolgsverwöhnten Überheblichkeit – und zwar so, dass es schmerzt. In seiner direkten, poetischen Prosa arbeitet er sich ab an Identität und Identitäten, an der Klassengesellschaft, sozialer Gewalt, an der systematischen Diffamierung und Diskriminierung von Homosexuellen, heute, mitten in Westeuropa. Auf der anderen Seite der selbstgerechte Wohlstandsbürger, der keine Ahnung hat, wie privilegiert er eigentlich ist und entsprechend blind ist für die andere Seite. Die Essenz: »wenn etwas leicht ist für dich / ist das schön für dich«.
Sehr subjektiv, schonungslos offen, selbstentblößend, voller Wut, down to earth, bitter, provozierend, berührend – und immer auf den Punkt
Glenn Bech, in Dänemark ein regelrechter Star, hat die Sprache und den Nerv derer getroffen, die sich vergessen und verraten fühlen von Politik und Gesellschaft, der Abgehängten, Ausgegrenzten – und damit auch Leser:innen erreicht, die mit Ich erkenne eure Autorität nicht länger an zum ersten Mal überhaupt freiwillig ein Buch in der Hand halten.
Meine Meinung: Ich muss mich leider als kleine Banausin outen und gestehen, dass ich zu Beginn des Lesens arge Probleme mit dem Schreibstil hatte. Satzzeichen fehlen fast gänzlich und der Text ist, obwohl kein Gedicht, wie in Versform aufgebaut. Es ist, als würde Bechs Gedanken auf die Seiten tröpfeln, als habe er seine Gefühle einfach runtergeschrieben und keine Zeit gehabt für so banale Dinge wie Formatierungen. Zu Begin kam es mir manchmal arg wirr vor, doch nach einigen Seiten hat es besser funktioniert und auch wenn ich nicht direkt von Lesefluss sprechen will, haben mich seine Worte zumindest genug getroffen, um darüber gut hinwegsehen zu können. Er nennt Probleme beim Namen: Homophobie, Klassismus, Mobbing, Armut und wie sehr die Erfahrungen damit einen Menschen prägen und wütend machen können. Sprachliche Schönheit sucht man hier vergebens, der Leser soll nicht geschont werden. Grade das hat ich gepackt und hat mir teilweise auch geholfen, die Politikverdrossenheit vieler Menschen besser zu verstehen.
Ein Buch, das nachhallt und welches den Untertitel "Manifest" wirklich verdient hat.
Titel und Cover: Den Titel finde ich sehr passend zum Buch. Keine Umschreibung, ein ehrlicher Satz direkt ins Gesicht all derer, die Bech für die Missstände in Dänemark verantwortlich macht. Das Coverfoto erscheint mir allerdings fast zu schön für den Text, wenn ich versteht was ich meine. Das Haus ist fröhlich rot gestrichen, die weiße Holztür wirkt sauber und einladend. Ich kann weder einen Bezug zur unteren noch zur oberen Schicht herstellen, bin aber mit den Wohngegenden in Dänemark auch natürlich nicht sehr vertraut. Alles in allem ist es mir jedoch definitiv zu unscheinbar für den Inhalt.
Mittwoch, 15. März 2023
[kostenloses Rezensionsexemplar] Rosa kocht vegan - Rosa Roderigo
Zusammenfassung: Ich koch‘ mir die Welt so bunt, wie’s uns gefällt: Instagram-Star Rosa Roderigo zeigt auf ihrem Kanal „Rosa kocht grün“ tierfreies Kochen mit Spaß – unkompliziert und leicht und garantiert schmackofatz. Rosa präsentiert ihre neuesten Lieblingsrezepte, von Lasagnesuppe bis Köttbullar, von Grillfackeln bis Riesen-Cookies – modernes Comfort Food für jede Gelegenheit, alltagstauglich, auch für den kleinen Geldbeutel und so bunt gemischt wie das Leben heute. Und weil Herd-Held*innen wie Rosa immer eine Lösung zur Hand haben, verrät sie auch ihre besten Koch- und Foodhacks. Von wegen nur Salat und Gemüse! Rosa kocht nicht nur vegan, sondern leibspeisenlecker, einfach, bunt – und mit ganz viel Liebe!
Meine Meinung: Dieses wunderbare Kochbuch habe ich Ende letzten Jahres gewonnen und mich sooo dolle gefreut. Ich bin nach wie vor weit vom vegan sein entfernt, weil es mir oft noch schwer fällt, aber ich teste gerne aus und kann stolz sagen, dass ich schon für ganz viele Dinge Ersatz gefunden habe oder auch einfach Fleisch weglasse und merke, wie gut es trotzdem schmecken kann :) Und da kommt so ein Kochbuch natürlich grade recht um sich neue Inspiration zu holen. ich habe auch hier so lange gebraucht, weil man natürlich erst mal ein wenig testen will, aber nun bin ich bereit für eine Rezension.
Das Buch kommt mit dicken Seiten und der guten Haptik sehr hochwertig daher. Die Bilder sind ansprechend und ich mag die kleinen Tipps und Anekdoten die nebenher eingebaut sind.
Was mich schon beim ersten Lesen gestört hat, waren die teilweise zwanghaft herbeigeführten Alliterationen in den Rezeptnamen:
Das ist jetzt nicht schlimm, aber grade weil es nicht mal bei allen Rezepten so gemacht wurde, verstehe ich es eben erst recht nicht. Kann mir nun höchstens noch vorstellen, dass die Gerichte wirklich privat so genannt werden von der Autorin. Wer weiß ;)
Aber hey, solange das das einzige Problem ist! Denn die bislang von mir probierten Rezepte fand ich alle toll! Meine Favoriten sind die Apfelküchlein (die abgefahrenen ;)) und die Paprika-Pasta.
Generell hab ich eine richtige Obsession entwickelt, Gemüse mit Kräutern und Honig im Ofen zu rösten und anschließend zu pürieren und mit Nudeln zu essen. Egal was man reinpackt, es schmeckt einfach immer köstlich!
Dieses Buch ist also für alle, die gerne kochen, eine echte Bereicherung!
Titel und Cover: Ich hätte als Titel ja "Rosa kocht grün" genommen, aber vielleicht wollte man das nicht weil ihr Onlinename schon so ist. Das Cover mag ich sehr, rosa als Hintergrund ist ja sehr treffend gewählt und das Foto sieht sympathisch aus. Ich hätte es im Laden angeschaut!
Dienstag, 14. März 2023
[kostenloses Rezensionsexemplar] Catching up with the Carters - Fam Scharper
Zusammenfassung: Athena führt das Leben, von dem viele träumen: Glitzer und Luxus pur. Zusammen mit ihrer Familie dreht sie die angesagte Reality-TV-Show »Catching up with the Carters«. Doch der glamouröse Schein trügt. Hinter den Kulissen gibt es heftige Spannungen, und ihre Mutter lenkt den Carter-Clan mit eiserner Hand. Athena weiß, dass sie etwas unternehmen und die Show verändern muss, denn sonst wird der Ruhm der Untergang ihrer Familie sein. Der neue Produktionsassistent Sam steht ihrem Vorhaben allerdings im Weg und scheint eigene Interessen zu verfolgen. Athena ist entschlossen, sich nicht aufhalten zu lassen – egal, wie sehr Sam ihre Gefühle durcheinanderwirbelt und sie sich wünscht, sich in seinen starken Armen zu verlieren …
Das mitreißende Finale der »Catching up with the Carters«-Reihe
Meine Meinung: Ich gestehe, hätte ich das Buch nicht bei Vorablesen, sondern in einer Buchhandlung gesehen, ich hätte es nicht in die Hand genommen. Es sieht aus wie jedes x-beliebige New Romance Buch aktuell. Hätte ich dann bei Vorablesen genauer hingeguckt und gemerkt, dass es sich um den dritten Teil einer Reihe handelt, hätte ich es auch dort nicht probe gelesen :D Aber ich hab es nun mal übersehen und tatsächlich ist es nicht schlimm, wenn man die ersten beiden Bände nicht kennt. Glück gehabt. Habe nur lange gebraucht zum Lesen, weil ich nicht immer Lust auf diese Art von Story habe. Aber im grauen Februar hat es mich dann doch gepackt und ich habe mich über etwas leichtere Kost gefreut. Tatsächlich fand ich die Storyidee deshalb so gut, weil sie sehr zum aktuellen Zeitgeist passt. Wir alle kennen die Wollnys oder die Geißens und vermutlich hat sich auch jeder schon mal die Instaprofile von Müttern angeschaut, die sich und ihren Alltag mit den Kids zeigen. Ich kann nicht mal sagen, dass ich dem ein oder anderen nicht auch gerne folge. Die Frage, was die Kids später davon halten, bleibt halt dennoch.
Athena steht auf jeden Fall, genau wie ihre beiden älteren Geschwister auch bevor sie der Familie und der Show den Rücken gekehrt haben, unter der Fittiche ihrer Mutter. Deren einziger Gedanke gilt dem Profit und den Zuschauerzahlen. Als sie grade beschlossen hat, es ihren Geschwistern gleich zu tun, entdeckt sie ihre Nichte Poppy, die völlig verloren wirkt, weil sie ein nicht für ihre Ohren bestimmtes Gespräch belauscht. Da bringt Athena es nicht übers Herz, ihren Plan in die Tat umzusetzen.
Kurz darauf trifft sie auf den neuen Produktionsassistenten Sam und legt sich auch noch mit ihm an. So kann es nicht weitergehen und sie beschließt, in der Show und der Familie eine Veränderung herbeizuführen. Doch dabei stößt sie auf nie geahnte Hindernisse.
Ich mochte Athena sehr, ihre Figur war überraschend tiefgründig und ich konnte die Geschichte einfach so weglesen. Und auch Sam war mir sympathisch und ich mochte das Zusammenspiel der Beiden. Dafür hätte ich ihre Mutter oft genug an die Wand klatschen können! So ein Biest.
Die anderen beiden Bände werde ich mir ebenfalls zulegen. Für Fans von Lovestories auf jeden Fall eine große Empfehlung.
Titel und Cover: Wie schon gesagt gefällt mir das Cover so gar nicht. Den Titel find ich nicht schlecht, es wäre tatsächlich ein passender Name für eine Show. Von daher 50/50 :)
Montag, 19. Dezember 2022
[kostenloses Rezensionsexemplar] Ein Alman feiert selten allein - Aylin Atmaca
Zusammenfassung: Nie waren Klischees wahrer: Wie viel Alman steckt in dir?
Zu Weihnachten gehören ein geschmückter Baum, leckeres Essen, Geschenke und die Familie – das ist selbst Elif, die als Kind türkischer Gastarbeitereltern in Deutschland großgeworden ist, klar. Doch wie genau die Deutschen es mit ihren Weihnachtstraditionen und Bräuchen nehmen, wird deutlich, als Elif das erste Weihnachtsfest bei den Eltern ihres Freundes Jonas verbringt. Vom Planungswahnsinn in der Familien-WhatsApp-Gruppe über Diskussionen um nachhaltige Nordmanntannen, bis hin zum Bügeln des Geschenkpapieres aus dem letzten Jahr, bleibt ihr nichts erspart. Und schnell stellt sich die Frage, ob das wirklich noch besinnliches Beisammensein ist, oder schon der nächste Erbschaftsstreit naht.
Meine Meinung: Dieses Buch habe ich schon Anfang Oktober gelesen, also noch nicht zur typischen Weihnachtszeit. Dennoch hat es für mich einfach grad gepasst und da es ja auch eher um eine augenzwinkernde Betrachtung einer deutschen Familie an Weihnachten ging, lag der Humor im Fokus, nicht die Weihnachtsstimmung.
Ich mochte das Buch sehr. Elif war sehr süß aufgeregt und auch richtig vorfreudig auf ihr erstes deutsches Weihnachtsfest, denn auch wenn ihre Eltern auch immer Weihnachten für die Kids ausgerichtet haben, hatte es doch wenig mit den deutschen Traditionen gemein. Die Vorfreude weicht allerdings schnell echter Panik, als Elif zur Familien-Whatsapp-Gruppe hinzugefügt wird und seitdem mit Memes, Sprüchen (gerne auch rassistisch) und Aufgaben inklusive minutengenauem Zeitplan überschüttet wird.
Doch es hilft alles nichts, Elif muss und will da jetzt durch, vor allem will sie ihrem Freund beweisen, dass sie in seine Familie passt.
Dass das alles mit jeder Menge Pleiten, Pech und Pannen verbunden ist, dürfte jetzt niemanden mehr überraschen.
Ich fand es sehr interessant, ein deutsches Weihnachtsfest mal durch die Brille von jemandem aus einem anderen Kulturkreis zu betrachten und musste oft schmunzeln und habe mich oft ertappt gefühlt. Auch wenn unser Weihnachtsfest nicht so durchgetaktet ist wie bei dieser Geschichte hier. Einerseits ist das Büchlein eine schöne Geschichte, die zeigt, wie man voneinander lernen und aufeinander zugehen kann. Es macht aber andererseits auch deutlich, wie viel Rassist immer noch in jedem von uns steckt und dass man sich immer wieder bewusst machen sollte, was unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund täglich mitmachen und einstecken müssen. Unter diesem Gesichtspunkt erstickt fast jedes "Die sind aber auch manchmal ganz schön pingelig!" im Keim.
Alles in allem also unterhaltsam und lehrreich. Daumen hoch!
Titel und Cover: Ich mag die akkurate Anordnung der Geschenke und verstehe es als weiteren Seitenhieb auf die peniblen Deutschen, die alles immer planen :) Den Titel finde ich jetzt nicht ganz sooo super, zumindest ist es nichts, was explizit zum Buch passt. Ich würde sagen, andere Kulturen feiern noch viel weniger allein, wisst ihr was ich meine? Aber gut, es ist natürlich auch so ein geflügeltes Wort, von daher will ich mich nicht beschweren.
Abonnieren
Posts (Atom)