Montag, 29. Mai 2017

Schottland-Urlaub Teil 4

Da bin ich wieder. Ich bleibe am Ball :) Aber es gibt auch schon wieder viel zu erzählen. Samstag war nämlich entgegen der Wettervorhersage wunderbares Wetter. Also haben wir unseren eigentlichen Plan - im Cottage rumfaulenzen und eventuell später eine Destillerie besuchen - über Bord geworfen und sind nach Glenmore gefahren. Das liegt im Cairngorm National Park und da wollte ich mir mal nach das Rentier Zentrum ansehen. Allerdings sind wir erst mal gar nicht so weit gekommen. Kurz vorher sah es nämlich schon so schön aus, dass wir am Loch Morlich angehalten haben und erst mal ein bisschen gewandert sind.


Einmal um den (das?) Loch ging es. Durch einen wunderschönen Wald, der wirklich märchenhaft ausgesehen hat. Mal war man nach am Wasser, mal mitten im Wald, mal ging es über kleine Brücken. 


Weil das Wetter so toll war, hat man auch viele Wassersportler, vor allem Kanufahrer gesehen. Und an der anderen Seite vom See war sogar ein richtiger Sandstrand.
Da konnte ich dann nicht widerstehen ;)


Ich war schon wieder hin und weg von diesem schönen Ort. Hinter jeder Ecke sah es anders aus. Berge, Flüsse, Wald, Strand. Einfach fantastisch <3 
Nach der Abkühlung sind wir weiter gelaufen und anschließend sind wir das kurze Stück zum Rentier-Zentrum weiter gefahren. Leider sollte der nächste Hill Trip (eine Wanderung zu einer Rentierherde) erst nachmittags stattfinden und wir hatten Kohldampf....also werden wir den Hill Trip wohl die nächsten Tage nachholen und sind erst mal was essen gegangen. Auf dem Hinweg hatten wir in der Nähe von Aviemore nämlich ein echt schönes italienisches Restaurant (La Taverna) gesehen und dort wollten wir hin. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

 
Für mich gab es dieses leckere Bruschetta und eine frische Lasagne und Tommy hat sich eine Pizza bestellt. Auf die waren wir besonders gespannt, denn überall hingen Urkunden, die darauf hinwiesen, dass dieses Restaurant schon mehrfach für seine Pizzen ausgezeichnet wurde. Völlig zurecht! Besser kann man es nicht machen. Da nahezu alle Angestellten Italiener waren, gehe ich davon aus, dass auch die Besitzer Italiener sind. Das erklärt das authentische Essen vielleicht. Alle waren extrem freundlich und die Preise waren mehr als angemessen. Ich hoffe ja, dass wir den Hill Trip mit einem zweiten Besuch hier verbinden können :D
Auf dem Rückweg waren wir dann noch bei Lidl einkaufen (Aldi gibts hier auch) und haben dort eine Auswahl an Ales mitgenommen.


Die Verköstigung wurde dann am selben Abend noch gestartet und das Orkney Ale hier war schon mal seehr gut. Ziemlich mild und lief gut runter :) bin auf die anderen gespannt.

Am nächsten Morgen, also am Sonntag, sind wir nach Fortrose gedüst. Das liegt genau gegenüber von Fort George (ihr erinnert euch...da wo wir schon mal Delfine beobachtet haben) und dort soll der beste Punkt sein, um Delfine zu sehen. Vor allem bei Ebbe, weil sich dort dann auch am meisten Fische tummeln, die die Delfine gerne essen. Wir wollten mal schauen, ob wir nochmal so viel Glück haben. Als wir ankamen war es schon sehr voll und die ersten fünf Minuten haben alle nur auf den Firth geschaut ohne etwas zu sehen. Doch dann tauchte der erste Delfin auf und ab da wussten wir quasi gar nicht, wohin wir zuerst gucken sollten. Mindestens fünf Delfine sind immer wieder aufgetaucht, gesprungen. Es war toll.


Ich habe gemerkt, wie schwer es ist, einen vernünftig vor die Linse zu bekommen. Immerhin ein paar Schwanzflossen und Rückenflossen habe ich hinbekommen. Und das Bild oben hat Tommy gemacht. Ich sag euch, die waren maximal 25 Meter von uns entfernt. Ich kann das noch gar nicht glauben...
Nach einer guten Stunde sind wir dann weiter gefahren und die Delfine waren immer noch da. Ich glaub, wir gehen da die Tage nochmal gucken :)


Im Auto haben wir dann unsere Schottlandkarte rausgeholt und einfach mal geschaut, wo es eventuell schön sein könnte. Etwas oberhalb von Fortrose haben wir eine Landzunge entdeckt mit dem kleinen Örtchen Portmahomack (klingt total indianisch, oder?). Landzunge lässt ja grundsätzlich eine gute Aussicht vermuten, also nix wie hin. Wir ihr auf dem Bild oben sehr, war das eine gute Idee! Solche spontanen Ausflüge sind ja eh oft die besten. In Portmahomack haben wir direkt am Strand geparkt (feinster Sandstrand) und sind bis zum Kai gekaufen. Ich dachte ja erst, damit hätte es sich, aber dann entdeckten wir ein kleines Hinweisschild auf einen Wanderweg, der an der Küste entlangführte (mit dem Hinweis, dass der Weg von Mai bis September von Highland-Rindern bevölkert sein könnte und dass diese mitunter aggressiv werden können, wenn sie grade Kälbchen bekommen haben....also bitte Abstand halten). Klang spannend, also los.


Und das war die beste Entscheidung des Tages, denn der Weg war toll. Zwischen den ganzen knallgelben Ginsterbüschen hindurch, über Steine, Wiese und Strand und die Steinformationen im Wasser sahen total toll aus. Da musste man zwischendurch auch mal eine Pause machen und fasziniert vor sich hinstarren.
Highland-Rinder haben wir nur von sehr weit weg gesehen, aber irgendwann tauchte am Horizont etwas Großes auf, das wir nicht identifizieren konnten. Dass hier und da mal ein angespülter Käfig von einem Fischerboot lag, okay...aber was sollte das sein.
Tommy meinte irgendwann, ob das ein Teil einer Schiffsschraube sein könnte.


Dort angekommen schlug uns aber schnell ein seehr unangenehmer Geruch entgegen und nach vorsichtiger Begutachtung war klar: das war mal ein Wal. Oben auf dem Bild sieht man vermutlich die Knochen einer Flosse. Ein Stück daneben lag eindeutig noch ein Stück Fleisch und ein Kieferknochen. Irgendwie ein trauriger Anblick, aber auch faszinierend! Hoffentlich ist das Tier schnell gestorben.

Auf dem Rückweg waren wir beide noch ganz gefangen von den ganzen Eindrücken, als mir plötzlich ein kleiner Punkt im Wasser auffiel. Ein Pinguin! hab ich sofort gedacht. Im ersten Moment schien er uns auch ziemlich hinüber, weil er nur so vor sich hin trieb und sich kaum bewegte. Ich war schon ganz traurig, weil er mir leid tat, da wurde er an den Strand gespült und wurde auf einmal quietschfidel, schüttelte sich und hüpfte zurück ins Wasser. Vermutlich wollte er einfach ein Päuschen machen.


Voll süß :) wir haben ihm noch einen Moment zugesehen, aber nochmal wollte er nicht an den Strand kommen, wenn da doofe Touristen warten. Also haben wir ihn gelassen und sind zum Auto zurück gelaufen. Auf der ganzen Wanderung ist uns übrigens bis auf eine Gruppe Jungs, die aussahen wie Pfadfinder (wir vermuten, dass sie sich auch den toten Wal angesehen haben) keine Menschenseele begegnet. Ein echter Geheimtipp :)
Auf dem Rückweg zum Cottage hab ich dann aus dem Auto noch einen Seehund entdeckt. Der lag im Cromarty Firth auf einer Sandbank wie ein echter Chiller :D Hat total blöd geguckt, als wir angehalten und Fotos gemacht haben.


Echt Wahnsinn, was wir an dem Tag alles gesehen haben, oder?
Ich fühle mich richtig gesegnet. :) Übrigens hat Tommy abends nochmal recherchiert und wir sind uns ziemlich sicher, dass wir doch keinen Pinguin gesehen haben, sondern eine Trottellumme. Ich will ja hier nix Falsches erzählen. Aber es sieht doch einem Pinguin echt ähnlich, oder? Und süß war er so oder so. Hihi.

Und im nächsten Beitrag kann ich euch ein bisschen was von unserer ersten Destillerie-Besichtigung erzählen. Gute Naaacht!

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