Samstag, 27. Mai 2017

Schottland-Urlaub Teil 3

Nachdem am Mittwoch das Wetter ja nur so mittelmäßig war, sollte es Donnerstag und Freitag spitzenmäßig werden. Wir hatten uns daher schon im Vorfeld ein paar Ziele ausgesucht, für die wir möglichst gutes Wetter und gute Sicht brauchen. Für Donnerstag war daher ein Besuch beim Glennfinnan Viadukt geplant. Da wollte ich unbedingt hin, weil es a) einfach ein beeindruckendes Bauwerk ist und weil es b) im zweiten Harry Potter Film als Strecke für den Hogwarts Express gezeigt wird. Ich Nerd, hihi. 
Tatsächlich fährt auch ein alter Dampfzug regelmäßig über das Viadukt. Der Jakobite Steam Train. Zuerst wollte ich dafür Tickets buchen, aber das hätte weit im Vorfeld passieren müssen und irgendwie war mir das zu unsicher wegen dem Wetter etc. Nächstes Mal eventuell.
Im Internet stand, dass der Zug so gegen 11 Uhr über das Viadukt fahren sollte. Ausgerechnet an dem Tag hab ich aber lang geschlafen ("lang" - bis 7:50 Uhr) und die Fahrt dorthin dauert zwei Stunden.
Letztendlich waren wir um viertel vor elf da und genau in dem Moment, in dem wir aus dem Auto stiegen, hörten wir das Rattern auf den Schienen. Neeeeeiiiin :( Wir haben leider nur noch eine Rauchwolke zwischen den Bäumen gesehen. Aber naja....da machste nix. Und wir waren ja auch nicht nur für den Zug dort. Also haben wir uns erst mal in Ruhe umgesehen. Direkt vor dem Viadukt liegt nämlich Loch Shiel (der ist übrigens in manchen Harry Potter Filmen der Hogwarts-See!) und das sah einfach malerisch aus. Sind dann erst einen kurzen Wanderweg am See entlang gegangen. Der war schon richtig schön, teilweise bestand er aus Holzplanken, weil es über das Moor ging. 


Danach sind wir auf einen kleinen Aussichtspunkt vor dem Viadukt gestiegen und dort habe ich dieses Foto gemacht. Sieht irgendwie weiter weg aus, als es war. :)
Und dann sind wir noch zum Viadukt gewandert. Man konnte darunter hindurch gehen und dann führten auf beiden Seiten Wanderwege hoch daran vorbei.


Da sind auch wunderbare Fotos entstanden, aber die zeige ich nach dem Urlaub eventuell nochmal in einem Sammelbeitrag. Die sind nämlich alle auf Tommys Kamera. Aber ich hoffe, ihr könnt euch auch so ein Bild machen. Ich hab mir jedenfalls oben auf dem Berg vorgestellt, wie es wäre, jetzt im Hogwarts-Express zu sitzen ;) Übrigens kann ich jedem nur empfehlen, in den Highlands auf den Wegen zu bleiben, denn auch wenn es trocken aussieht, die Wiesen sind allesamt getränkt mit Wasser und man bekommt ratzfatz nasse Füße, außer man hat Gummistiefel an. :D Und wir waren echt nicht weit weg vom Weg. Aber bei dem Wetter war das eher eine willkommene Erfrischung und für die Natur ist es ja auch besser, wenn die ollen Touris auf den Wegen bleiben.
Nach der Wanderei waren wir ziemlich kaputt, es war immerhin mit 27 Grad auch recht warm. Aber wieder zum Cottage wollten wir noch nicht. Ganz in der Nähe vom Viadukt und dem Dorf Fort William steht nämlich der Ben Nevis, der höchste Berg Großbritanniens (1344 m wenn ich mich recht entsinne) und dort gibt es eine Seilbahn, die immerhin auf gut 600 m hoch fährt. Höher geht es dann nur noch fürs Ski-Fahren. Ich liebe Seilbahnen! Also nix wie hin.
Dort angekommen war es überraschend leer für dieses tolle Wetter. Vor der Kasse stand eine große Gruppe Inder und während wir noch nach Preisen geschaut haben, haben die uns angequatscht und gefragt, ob wir mit ihnen eine Gruppe bilden wollen, denn dann würden wir statt 14 £ nur 11 £ zahlen. Joa klar. Also ging es rauf auf den Ben Nevis. Schon bei der Auffahrt hatte man eine tolle Sicht auf die Landschaft drum herum und auf die Mountainbike-Strecken, die sich den Berg herunter schlängelten. Offenbar ist der Ort beliebt bei Mountainbike-Fahrern, denn es war gut was los. Für uns war es super spannend, aus der Kabine zu beobachten, mit welcher Geschwindigkeit die dort runtergebrettert sind!

Oben sind wir dann natürlich auch noch ein bisschen gelaufen. Vielleicht erkennt ihr oben auf dem Bild den geschlängelten Weg zum Aussichtspunkt. 


Wie ihr seht: die Laune war super...


...und die Aussicht sowieso!
Da haben wir dann auch erst mal noch ein bisschen Pause gemacht und den Anblick genossen.
Die Abfahrt mit der Seilbahn war für mich dann nochmal echt super und Tommy hat uns dann schön heim kutschiert. Im Cottage angekommen haben wir uns noch raus in den Garten auf die Terasse gesetzt. Der Blick von dort ist nämlich unbezahlbar.


Dann sind wir aber endloch todmüde ins Bett gefallen.


Was auch gut war, denn für den nächsten Tag haben wir uns extra um 6 Uhr den Wecker gestellt. Wetter sollte wieder super werden und wir wollten nach Skye. Zwar sind das nur 200 km, aber da es hier in den Highlands keine Autobahnen gibt, braucht man dafür locker 3 Stunden. Wir waren also früh auf den Beinen und haben uns nur schnell was zu Essen zum Mitnehmen fertig gemacht und los ging es. Quer durch Schottland von Osten nach Westen und wieder mitten durch die Highlands. Dieses mal war ein großes Stück der Strecke wirklich richtig einsam. Man hat kilometerlang kein Haus und kein Auto gesehen. Nur Schafe und - wie Tommy sagt - "Noch und Nöcher - Löcher" :D. Es kamen auch zum ersten mal auf längerer Strecke die vielseits vorher erwähnten Single Road Tracks. Also die Straßen, auf denen nur ein Auto Platz hat. Es gibt aber genug Passing Places, wo dann der eine Autofahrer auf den anderen warten kann. Das klappt auch ganz gut, auch wenn es natürlich immerein paar Coole gibt, die meinen, sowas nicht nötig zu haben. Aber Tommy macht das super und bleibt immer ganz entspannt. Anstrengend ist es auf diesen Straßen aber so oder so, weil du doch sehr sehr aufmerksam sein musst.
Dennoch war die Fahrt nach Skye für sich schon ein echtes Erlebnis. Wir haben mindestens vier kleine Pausen gemacht. Die Sicht von den Rastplätzen sieht nämlich so aus:


Oder so:



Und gegen halb zehn kam dann Skye in Sicht.



Und sofort klang mir der Skye Boat Song, der Titelsong von Outlander im Ohr. Sing me a song of a lass that is gone.... Wer die Bücher noch nicht kennt, sollte die unbedingt lesen. Aber ich schweife ab!

Tolle Aussicht auf jeden Fall. Über die Skye Bridge ging es auf die Insel und dort dann weiter zu unserem ersten Ziel: den Fairy Pools. Ein Bild davon hatten wir ein paar Tage zuvor auf einer Postkarte gesehen und das mussten wir uns unbedingt ansehen. Natürlich konnten wir auch auf Skye nicht ohne Zwischenstopps durchfahren, nach jeder Kurve bot sich ein neuer spektakulärer Ausblick. Meer und Berge sind eine unschlagbare Kombination. An einem breiten Fluss, der sich zwischen Wiese und Steinen durchschlängelte, haben wir dann angehalten und ein paar Fotos gemacht.


Steinmännchen <3 ich liebe sie! Habe auch wieder einen dazu gebaut.


Wahnsinn! Generell habe ich an dem Tag bestimmt hundertmal "Wahnsinn!" gesagt. Der Weg zu den Pools wurde am Ende auch noch recht abenteuerlich, weil es auf den engen Straßen allmählich voll wurde. War ja zu erwarten, bei dem Wetter. Allerdings haben wir dann in Stück entfernt vom eigentlichen Parkplatz unser Auto abstellen können (und ich habe mich schrecklich darüber aufgeregt, dass es doch echt Leute gibt, die auf den engen Straßen auch noch die Passing Places zuparken -.-) und sind dann zu den Fairy Pools gelaufen. Während die Postkarte suggerierte, dass es ein größerer See mit vielen kleinen Wasserfällen ist, war es tatsächlich ein langer Fluss mit vielen abgestuften Wasserfällen. Das war aber nicht weniger schön. Das Wasser war glasklar und am Fuß von jedem Wasserfall war ein türkisfarbener kleiner See. Auch hier sah es hinter jeder Biegung anders aus. Überall haben Leute Pause gemacht oder gebadet und sogar Camper haben wir gesehen, die direkt an einem Wasserfall ihr Zelt aufgestellt hatten. Toll. So könnte ich mir Campen auch mal vorstellen. Es war übrigens schon was los, aber nie unangenehm. Das fand ich super.



Wir haben dann natürlich auch mal eine Pause eingelegt und ich habe meinen Füßen eine Abkühlung gegönnt. Ich kann jedem nur empfehlen, dort mal vorbei zu schauen, wenn er auf Skye ist. Je nachdem, wie viel Regen in den letzten Tagen gefallen ist, wird es sicherlich auch noch viel mehr Wasser sein, was dort entlangfließt und es war bei unserem Besuch schon nicht wenig.

Wieder am Auto angekommen haben wir kurz überlegt wo es hingehen soll und haben uns dann für einen Abstecher nach Portree entschieden. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht viele Straßen auf Skye gibt. Wir wollten nicht unbedingt die volle Straße wieder zurück fahren, aber nach ein bisschen Rumfahrerei und einem Blick auf die Karte war klar, dass es nicht anders geht. Auf der Rückfahrt war es aber auch schon viel weniger voll. Und Portree war eine gute Idee. Ein wunderschönes kleines Dörfchen direkt am Meer mit vielen süßen Geschäften. Wir konnten auf der Hinfahrt einen Blick auf den berühmten Old Man Of Storr werfen und in Portree selbst habe ich endlich meine erste Portion Fish and Chips gegessen. Leute, war das lecker. Offenbar wird das Gericht hier meistens mit Haddock, also Schellfisch, gemacht und offenbar mag ich diesen Fisch. Köstlich! Das gibt es hoffentlich nochmal für mich in diesem Urlaub.


Im Ort haben wir dann noch eine Flasche Skye Ale und ein paar Postkarten gekauft und dann sind wir noch weiter hoch nach Norden gefahren. Wenn wir schon mal hier sind, haben wir uns gedacht, dann nutzen wir die Zeit auch aus. Und wieder gab es neue atemberaubende Aussichten 



(und noch meehr Single Road Tracks) und letztendlich haben wir nahe Kilmanuag angehalten und sind dort noch zur Burgruine Duntulm gelaufen und ein Stück an der Küste entlang. So schön dort! Echt! (Davon gibt es dann auch später Bilder)

Dann ging es aber Richtung Heimat. Es war schließlich noch ein Stück Fahrt und wir waren echt im Eimer. Aber es hat sich sowas von gelohnt <3 


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