Samstag, 28. Januar 2017

Sieben Minuten nach Mitternacht - Patrick Ness nach einer Idee vonSiobhan Dowd


Klappentext: Es ist sieben Minuten nach Mitternacht. Wie jede Nacht erwartet Conor den Albtraum, der ihn quält, seit seine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist. Doch diesmal begegnet er einem Wesen, das seine geheimen Ängste zu kennen scheint. Und schon bald begreift Conor, dass es der einzige Freund ist, der ihm in den Stunden der Not zur Seite steht. Denn er wird zerrissen von der einen Frage, die er nicht einmal zu denken wagt. Darf er seine Mutter, die er über alles liebt, loslassen? Oder muss er es sogar, um nicht selbst verloren zu sein?
Meine Meinung: Seit Wochen verfolge ich im Internet den Hype zu diesem Buch. Nach dem Lesen einer Zusammenfassung war ich aber skeptisch. Es klingt eben schon arg traurig. Und dann sah ich auf einmal einen Trailer im Kino, der mich irgendwie wieder neugierig gemacht hat. Als ich das Buch am Mittwoch dann bei Karstadt für drei Euro habe liegen sehen, konnte ich nicht mehr nein sagen. Und eas soll ich sagen? Ich bin sooooo froh, dass ich dieses Buch gekauft habe. Hab es in einem Rutsch durchgelesen und bin begeistert. So einfühlsam, so lebensnah, so schonungslos ehrlich. Conors Vater hat mich sehr genervt, aber ich fürchte, von dieser Sorte Eltern gibt es viel zu viele auf der Welt. Dafür ist Conor mir direkt ins Herz geflogen! Und das Monster <3 Grandios.

Geschichten sind wilde Wesen, sagte das Monster. Wer weiß, was für Unheil sie anrichten können, wenn man sie loslässt?

Natürlich ist es trotzdem weitesgehend traurig, aber auf eine heilende Art und Weise. Klingt komisch, aber ich kann es nicht anders beschreiben. Und am wundervollsten finde ich, dass ganz klar betont wird, wie selten man wirklich zwischen Gut und Böse unterscheiden kann. Es gibt immer verschiedene Versionen einer Geschichte und man darf nie vorschnell urteilen. Ein Rat, den man sich in allen Lebenslagen zu Herzen nehmen kann.

Ich glaube, das letzte Buch, das mich so berührt hat, war "Ein ganzes halbes Jahr" von Jojo Moyes. Ständig habe ich über verschiedene Aspekte der Geschichte nachgedacht. Besonders nachdenklich gestimmt hat mich Conors Sorge, von niemandem mehr wahrgenommen zu werden und bei allem plötzlich außen vor zu sein. Auch die Wut auf seine Mutter hat mich überrascht, erschien mir dann aber einleuchtend. Das ist etwas, unter dem sicher viele Angehörige von Schwerkranken tagtäglich zu leiden haben. Darüber habe ich bislang sehr selten nachgedacht. Und am Ende habe ich richtig richtig weinen müssen.

Der Titel passt, denn das Monster kommt immer genau sieben Minuten nach Mitternacht. Am Ende erfährt man auch, weshalb. Und das Cover gefällt mir ebenfalls seehr gut. Der Baum in der Nacht, zur dunklen Stunde, harmoniert wunderbar mit der Geschichte. Von all den vielen Covern, die ich nun schon von diesem Buch gesehen habe, ist das definitiv vorne mit dabei.

Ach ich bin noch ganz verzückt von diesem kleinen Schätzchen! Ganz große Leseliebe <3

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Oh ja!

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