Mittwoch, 21. September 2016

Travis Delaney - Was geschah um 16:08? - Kevon Brooks


Klappentext:
War es wirklich ein Autounfall, bei dem seine Eltern, die als Detektive arbeiteten, starben? Als der dreizehnjährige Travis Delaney während der Beerdigung einen Mann mit einer versteckten Kamera erblickt, beschleichen ihn erste Zweifel. Kurz darauf wird das Detektivbüro seiner Eltern bei einem Straßenkampf verwüstet und der Mann mit der versteckten Kamera taucht dort unter falschem Namen auf. Nun ist Travis sicher: Der Tod seiner Eltern war kein Unfall. Er beginnt zu recherchieren – und kommt mysteriösen Vorfällen auf die Spur.


Meine Meinung: Das Buch kam vorgestern an und ich hatte es nach einem Tag durch. Bei 318 Seiten keine wirkliche Leistung, aber es zeigt doch auch immerhin, dass mir das Lesen Spaß gemacht hat. Deklariert als Jugendkrimi hatte ich nicht allzu große Erwartungen, aber die Leseprobe war wirklich ganz nett und daher hab ich mich unvoreingenommen ans Lesen gemacht. Und tatsächlich war die Story doch um einiges komplexer als ich gedacht hätte.
Travis glaubt nach den im Klappentext beschriebenen Ereignissen ganz sicher, dass seine Eltern nicht bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Und so macht er sich daran, Stück für Stück aufzudecken, woran seine Eltern zuletzt gearbeitet haben. Dabei bekommt er Hilfe von Freunden, der Angestellten seiner Eltern und später auch von seinen Großeltern, die hin und hergerissen sind zwischen dem Wunsch, mehr über den mysteriösen Unfall heraus zu bekommen und dem Wunsch, ihren Enkel zu beschützen.
Da Travis Großvater die Detektei vor seinem Ruhestand geführt hat, hat er selbst ein gutes Auge für Seltsames und vor allem für Gefahr. Und als er merkt, dass die CIA und mehrere Geheimdienste in die Sache verwickelt sind, ahnt er, dass es sich hier nicht bloß um einen typischen Auftrag für eine Detektei gehandelt haben kann.

Das Buch ist wirklich sehr spannend und Travis als Hauptperson sehr sympathisch. Immer wieder wird gut seine Trauer beschrieben, gepaart mit dem detektivischen Verlangen, herauszufinden, was wirklich passiert ist. Zweiteres hat er offenbar von seinen Eltern geerbt. Dazu kommt noch eine gute Portion jugendlicher Leichtsinn. Travis wirkt unglaublich authentisch dadurch und man kann sich jederzeit sehr gut in ihn hineinversetzen. Generell ist er für sein Alter ziemlich weit.

Abgesehen von der wirklich guten Story, die stellenweise ein bisschen verwirrend wird, aber nie so, dass man nicht mehr mitkommt, gefällt mir auch der Familiensinn. Nach dem Tod seiner Eltern lebt Travis bei seinen Großeltern und bei seiner Urgroßmutter und obwohl jeder anders mit dem Verlust umgeht, sind sie füreinander da und unterstützen sich, versuchen zu verarbeiten und weiterzumachen.

Neben dem spannenden Fall gibt es also auch einiges zum Thema Familie und Trauerarbeit. Wie macht man nach einem schweren Verlust weiter? Was treibt einen an? Wann ist man besser vernünftig und wann hört man lieber auf den Bauch?

Ein solider und kurzweiliger Auftakt zu einer Trilogie, von der ich definitiv auch Band 2 und 3 kaufen werde.

Das Cover finde ich sehr gut. Es ist schlicht und macht neugierig und passt zu Travis' Situation, da er ständig vor irgendwem flüchten muss. Der Titel klingt sehr spannend, allerdings handelt es sich hier nicht, wie ich angenommen habe, um die Zeit, zu der der Unfall von Travis Eltern passiert ist. Das finde ich etwas befremdlich, denn eigentlich ist ja die eigentliche Frage, was zu der Zeit des Unfalls passiert ist.

Würdest du das Buch erneut lesen? Ja.

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