Sonntag, 27. März 2016

Rosinante oder Die Liebe zum Meer - Joe Coomer


Klappentext: Drei völlig unterschiedliche Frauen - eine junge Archäologin, eine kauzige Malerin und eine dicke Siebzehnjährige - hat das Schicksal auf ein Hausboot verschlagen. Mit von der Partie ist außerdem der häßlichste Hund der Welt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft zwischen allen. Aber das Leben, dem sie entflohen sind, holt sie ein, und so bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich mit dem altersschwachen Kahn auf eine abenteuerliche Flucht zu begeben.

Meine Meinung: Ich hatte mal wieder Lust auf ein richtig richtig tolles Buch. Und am sichersten fährt man in solchen Situationen mit Geschichten, die man schon ein mal gelesen hat. Dieses Buch hier habe ich schon so lange, dass ich nicht mal mehr weiß, woher ich es bekommen habe. Ich wusste nur noch: Ich habe es geliebt. Also wurde es aus dem Regal geholt und wird jetzt natürlich auch ganz frisch für euch rezensiert. Der Klappentext fasst die Ausgangssituation schon ziemlich gut zusammen. Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wohnen zusammen auf einem Hausboot. Grace ist über 70 und Eigentümerin des Bootes. Eigentlich ist sie zufrieden, aber es macht ihr Angst, dass sie immer vergesslicher wird. Chloe ist 17, dick, hat einen ganz schrecklichen Freund und ist sehr sensibel. Charlotte, die dritte im Bunde, hat grade erst ihren Mann verloren und möchte nicht nur vor ihren anstrengenden Schwiegereltern fliehen sondern auch vor der Vergangenheit. Und nun sitzen sie alle zusammen auf einem Boot und versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Es ist sehr schwer zu beschreiben, wie zauberhaft dieses Buch ist. Es geht um die Probleme des Altwerdens und des Jungseins, um Verlust, um Mut, um Lebenslust, um die Angst vor dem Leben und die Angst vor dem Tod aber vor allem geht es darum, wie wunderbar das Leben ist.
Joe Coomer hat eine tolle, einfühlsame Art, seine Dialoge zu schreiben. Sie wirken so echt und so natürlich. Zudem schafft er es, die Figuren durch zwar alltägliche, aber intime Details sehr verletzlich und menschlich darzustellen.
Diese Geschichte kommt geradewegs aus dem Leben, trifft einen mitten ins Herz und kommt dabei ohne ein Quäntchen Kitsch aus. Ich habe mit den Frauen gelacht und geweint, habe mich geschämt und wollte sie verteidigen. Und wie gerne würde ich zu ihnen aufs Boot ziehen und mit ihnen Pancakes zum Frühstück verspeisen. (Das Pancake Rezept wird netterweise im Buch gleich mitgeliefert ;)). Am allermeisten habe ich Chloe ins Herz geschlossen.

Ohne es richtig zu merken, lernt man viel über Boote und Archäologie. Man macht sich im Alltagsleben so selten Gedanken darum, wie aufwendig archäologische Ausgrabungen sind und erst recht denkt man nicht drüber nach, weshalb das so ist.
Und unter anderem wegen diesem Buch hier habe ich mir "Anne auf Green Gables" geholt. Denn die drei Frauen lesen sich immer wieder aus dem Kinderbuch vor und machen sogar eine Wallfahrt zu der Insel, auf der Anne in dem Buch lebt. Ich muss das Buch endlich mal lesen. Ist es nicht toll, wenn man durch die Lektüre eines Buches auf ein anderes tolles Buch aufmerksam wird? 

Der Titel des Buches ist schön. Ich liebe den Namen "Rosinante" für ein altes Boot und die Liebe zum Meer kann man auch auf jeder Seite herauslesen. Diesen Freiheitssinn, den das Meer versprüht, lieben schließlich nicht nur die drei Ladies im Buch ;). Das Cover mag ich zwar auch, kommt aber durch die bunten Farben für mich ein bisschen zu sehr wie ein Kinderbuch daher, denn das führt einfach in die Irre. Es handelt sich hier bei Weitem nicht um ein Kinderbuch. Aber so fällt es einem immerhin ins Auge. 

Ich kann euch wirklich nur empfehlen, dieses Buch zu kaufen und es bei einer Tasse Tee und optimalerweise an einem Hafen zu lesen.Vielleicht steht ihr dann nach dem Lesen auf und sucht ein kleines, schickes Holzboot mit dem Namen Rosinante...

Würdest du dieses Buch erneut lesen? Habe es nun schon zwei Mal gelesen und werde es garantiert noch mal tun :)
 

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