Dienstag, 22. September 2015

Herbst ist Kürbiszeit

Und somit ist es mal wieder Zeit für einen Traditionspost von mir. Tatsächlich habe ich Kürbis erst in den letzten Jahren für mich entdeckt. Als Kind habe ich ihn zwar mit Herbst und Halloween in Verbindung gebracht, aber ansonsten war er für mich eher uninteressant.
Aber seit ich viele Kochblogs lese, ist er für mich auch in der Küche interessanter geworden. Und nachdem ich letzte Woche auf diesem schönen Kürbisfest war und ich all die schönen Schnitzereien gesehen habe, kam mit einmal wie selbstverständlich die Frage "Wieso hast du eigentlich noch nie einen Halloween-Kürbis geschnitzt?"
Hab ich nämlich tatsächlich noch nie. Das musste sich dringend ändern, denn schließlich gehört das doch auch irgendwie dazu, zum Herbst. Oder? ;)
Ich habe mal im Internet nachgeschaut und die Entstehungsgeschichte des heutigen Halloweenkürbis gefunden:
Jack O'Lantern

Der Brauch, zum Halloweenfest fiese Fratzen in Kürbisse zu schnitzen, stammt - ebenso wie Halloween selbst - aus Irland. Man erzählt dort die Geschichte von Jack O., einem Betrüger und Trinker, der zu Lebzeiten nur Böses tat.

Durch eine List soll Jack O. den Teufel auf einen Baum gelockt und dann in den Stamm ein Kreuz geritzt haben, wodurch der Teufel auf dem Baum gefangen war. Jack versprach ihm, ihn herunter zu lassen, wenn er ihn nie wieder behelligen würde.

Als Jack später starb, verwehrte ihm der Himmel aufgrund der vielen schlechten Taten den Zutritt und auch in der Hölle fand Jack keinen Platz, da er den Teufel ja übers Ohr gehauen hatte. Der Teufel hatte
allerdings ein wenig erbarmen mit Jack und gab ihm ein Stück glühende Kohle in einer Rübe, mit der er durch die Finsternis zwischen Himmel und Hölle wandern konnte.

Allgemein wurde zur damaligen Zeit aus dieser Geschichte abgeleitet, dass man mit solch einer Rübe die Geister abschrecken könnte. Zu Zeiten der aktiven Ausübung des Halloween Brauches in Irland wurden auch weiterhin Rüben verwendet. Später, als der Brauch nach Amerika kam, fand man im Übermaß Kürbisse, die sich auf Grund der Größe für diesen Zweck sogar noch besser eigneten.

Um die bösen Geister auch sicher abzuschrecken, wurden hässliche Fratzen in den Halloween Kürbis geschnitzt. Wegen des Zusammenhanges mit der Geschichte des Jack O. wird der Halloween Kürbis auch oft "Jack O´Lantern" genannt.

Quelle: http://www.halloween-city.de/halloween_kuerbis.html


Maike war natürlich auch sofort angetan von der Idee und so haben wir uns beide ein schönes Exemplar rausgesucht. Ich muss nächstes Mal nur darauf achten, dass meiner oben auch noch so einen schönen Strunk hat. Sonst kriegt man den Deckel später nicht so gut angehoben.




Natürlich sollte man auch ein paar stabile und scharfe Messer in verschiedenen Größen haben. Wir haben die Kürbisse bei meinen Eltern geschnitzt und die haben eine recht gute Auswahl. Besonders wichtig wäre ein großes Hackmesser, um einen Deckel abzuschneiden, ein mittelgroßes und scharfes Messer um das Kürbisfleisch im inneren rauszuschneiden und ein kleines Messer. Mit dem kleinen kann man später gut die Konturen ausschneiden weil mal präziser Druck ausüben kann.
Ach ja und ein Löffel wäre auch gut, um die Kürbisinnereien und die Kerne rauszukratzen. (Ich finde, dieses fadenartige Zeug fühlt sich wirklich an wie Innereien. Oder zumindest so, wie ich mir das vorstelle, wie sie sich anfühlen :DD)

Wenn man öfter Kürbisse schnitzt, gibt es im Internet jede Menge Schnitzwerkzeug eigens zu diesem Zweck :).


Mein Papa war übrigens auch Feuer und Flamme fürs Kürbisschnitzen und hat uns geholfen. Man braucht nämlich manchmal schon ein bisschen mehr Kraft.




Wir haben das herausgekratzte und -geschnittene Kürbisfleisch mit den Kernen aufbewahrt und in einer Schüssel gesammelt. Ein paar Kerne haben wir hinterher direkt gefuttert und die restlichen werde ich rösten, aus der Schale pulen und damit ein Brot backen. (Keine Lebensmittelverschwendung und so ;))




Es war wirklich ein Stück Arbeit, den Kürbis auszukratzen und unsere waren hinterher auch immer noch viel zu dick, aber fürs erste Mal war ich sehr stolz :)
Und dann ging es ans Gesicht aufmalen. Im Internet gibt es wahnsinnig viele Beispiele und wir konnten und gar nicht entscheiden. Letztendlich haben wir uns beide aber erst mal für ein einfaches, böses Gesicht entschieden. Grob aufgemalt war es schnell...




Und ehrlich gesagt ging auch das Ausschneiden viel leichter als gedacht. Man muss ein bisschen aufpassen dass man nicht abrutscht, aber ansonsten. Den Mund habe ich in mehreren kleinen Einzelblöcken ausgeschnitten, da ging das auch super. Ich vermute, runde Formen wären schwerer zu schneiden. Aber nächstes Mal mache ich die Wand auch noch etwas dünner, dann geht es sicher allgemein noch leichter.
Ich habe mich jedenfalls unbändig gefreut, denn ich hatte nicht damit gerechnet, so schnell einen waschechten Halloweenkürbis in der Hand zu halten :).




Und so sehen die beiden Kumpanen zusammen aus. Der linke von Maike macht durch seinen zackigen Mund sogar noch einen etwas furchterregenderen Eindruck:




Aus dem übrig gebliebenen Kürbisfleisch hat Mama dann direkt eine frische Kürbissuppe mit vieeel Ingwer gekocht. Eine praktische Verwendung für den Rest Kürbis und außerdem eine leckere Stärkung nach dem Schnitzen ;)




Und hier seht ihr die beiden Exemplare nochmal im Dunkeln. Finds ja sehr amüsant, wie bei meinem die Naht durchscheint....wie ein grade operierter Hirnpatient :D
Im Internet habe ich gelesen, dass sich solche Kürbisse bei kühlen Temperaturen bis zu 4 Wochen halten. Zur besseren Haltbarkeit soll man sie mit Haarspray einsprühen. Hab ich gemacht, jetzt schauen wir mal, wie lange er hält.
Aber sicher war das nicht der letzte Kürbis, den ich dieses Jahr geschnitzt habe. Probiert das unbedingt auch mal aus!




Ich habe einen Tag später dann auch noch eine Kürbissuppe gekocht. Mit Kartoffeln und Bratwurstbällchen. Davon hab ich zwar kein Bild, aber da sie sehr lecker war, gibt's demnächst noch das Rezept dazu.




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