Sonntag, 16. August 2015

Genussregion Saarland


Es ist Sonntagmorgen, der Haushalt ist weitestgehend erledigt und hinter uns liegt bereits jetzt ein sehr ereignisreiches Wochenende. Wir waren von Freitag auf Samstag im Saarland, gestern Abend in Essen auf einem Konzert, aber dazu wird es noch andere Blogbeiträge geben.
Zunächst will ich einen lange geplanten Bericht schreiben, den ich eigentlich schon nach unserem letzten Saarland-Besuch Ende Juni verfassen wollte. Aber er ist einfach untergegangen und jetzt am Wochenende kam er mir wieder in den Sinn.

Das Saarland ist ja nun mal das kleinste Bundesland und wird von vielen einfach vergessen. Mir ging es nicht anders (ich wusste nicht mal genau wo es liegt), bis ich Tommy kennen gelernt habe. Denn mein Allerliebster ist gebürtiger Saarländer und mehr als Stolz darauf. Das ist übrigens allgemein eine höchst saarländische Eigenschaft: Der Stolz auf das Bundesland. Schon allein deswegen fühlte ich mich dort gleich wohl, den im Ruhrpott ist es ja nicht anders.
Aber ein weiterer Grund, weshalb ich das Saarland so gerne mag, ist die Essenskultur. Durch die Nähe zu Frankreich und vielen großen Weinanbaugebieten gibt es dort eine große kulinarische Vielfalt und es haben sich viele Sterneköche dort niedergelassen.
Nicht umsonst lautet DAS saarländische Motto "Hauptsach gudd gess!" ;) Ich persönlich durfte das schnell selbst erfahren, denn ein Großteil von Tommys Familie wohnt dort und dementsprechend sind wir mehrmals im Jahr im Saarland zu Besuch.
Auch wenn ich soeben von Sterneköchen geschrieben habe, kann ich euch nichts zu den speziellen Restaurants erzählen, denn ich war noch nie in einem und werde wohl so schnell auch nicht dort hin kommen. Sterneküche ist nicht so meine Welt. Aber auch für die Rustikaleren unter den Essern bietet das Saarland eine Menge.
Denn hier offenbart sich eine weitere Ähnlichkeit zum Pott: Es wird gerne gegrillt. Nur dass man hier eben nicht grillen sagt, sondern Schwenken. Mit Schwenkgrill über Holzkohle.
Und dazu passend gibt es im Saarland unheimlich viele und gute Metzgereien, die leckeres Grillgut herstellen. Schwamm, Schröder oder Höll dürften die größten sein.
Mitten in Saarbrücken haben all diese Firmen ihren Hauptsitz und zwar am Lyonerring.
Da es dort auch Werksverkauf gibt, sind wir bei unseren Besuchen natürlich regelmäßig dort.

  





Ein Fleisch- und Wurstautomat :D
Ohne Foto hättet ihr mir das vielleicht gar nicht geglaubt, aber da habt ihr den Beweis. Bei Schröder kann man rund um die Uhr Fleisch und Wurst am Automaten kaufen ;) Es gibt übrigens nicht einfach "nur" mariniertes Fleisch und normale weiße Bratwürstchen zu kaufen. Im Saarland gibt es grundsätzlich (auch an jeder Imbissbude) immer sowohl rote als auch weiße Bratwürstchen. Die roten sind zusätzlich noch oft mit Käse gefüllt, was wirklich sehr lecker schmeckt. Habe ich dort kennen und lieben gelernt. Zudem gibt es kleine, dünnere und scharfe Würstchen, die Merguez genannt werden. Das ist eine grobe Bratwurst, die ursprünglich aus dem arabischen Raum kommt, aber die vor allem in Frankreich sehr beliebt ist und sicherlich daher auch irgendwie ihren Namen hat. Wer nicht so auf Würtschen steht, der bekommt natürlich auch viele verschiedene Fleischsorten, aber am beliebtesten ist im Saarland der "Schwenker", marinierter Schweinenacken.


 

Wer  nur mal auf der Durchreise ist, bzw. keine netten Leute kennt, bei denen er mitschwenken darf, der kann auch einfach mal in der Diskontoschenke in der Innenstadt vorbei schauen. Dort gibts Tommys Lieblingscurrywurst (abgesehen von der Bochumer Dönninghaus natürlich ;)).


Praktischerweise gehts direkt neben der Diskontoschenke zur Diskontopassage. Dort sind wir auch regelmäßig, wenn wir in Saarbrücken sind, denn dort ist einer der vielen Barbarossa-Filialen. Das ist eine gant bekannte Bäckerei und wir lieben die Kuchen und Kekse dort. Vor allem den gefüllten Nusszopf nehmen wir hier immer mit. Sowas gibts hier oben ja leider fast gar nicht mehr. Wenn wir hier gefüllte Hefegebäcke bekommen, dann ist eigentlich immer Mohn drin.
Was ich vor meinen Saarlandbesuchen definitiv auch noch überhaupt nicht kannte, sind Anisplätzchen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, sind die vor allem in der Pfalz und im Saarland bekannt und Barbarossa hat um die Weihnachtszeit herum eben auch immer welche. Da schnappt Tommy sich immer gleich zwei große Tüten :).
Wer sich übrigens wirklich ausschließlich für süße Backwaren interessiert, der muss die Haupteinkaufsstraße ein Stück weiter Richtung Bahnhof gehen, denn dort hat Barbarossa noch eine Filiale ausschließlich damit.
Ihr seht, im Saarland gibts also nicht nur was für Fleischfresser.
 
 Ich hole mir in der Diskontopassage grundsätzlich irgendwas vom Früchtekreis. Die haben super frisches und günstiges Obst und vor allem herrliche Naschbecher mit Ananas etc. <3

Im Saarland gibt es übrigens nicht nur sehr leckere, einzelne Lebensmittel, sondern auch tolle Gerichte mit abendteuerlichen Namen. Z.B. Dibbelabbes (eine Art Rösti, in das noch Lauch und Speck oder Schinken reinkommt), Gefüllte (das sind mit Hackfleisch gefüllte Knödel in einer Speck-Sahne-Soße) oder Verheiratete (jaaa ich weiß, die Namen sind komisch :D...das sind auch wohl eine Art Knödel mit Speck....hab ich noch nie gegessen, nur den Namen hab ich mir gemerkt). Tommy hat von mir mal die Saarländische Küchenbibel geschenkt bekommen, damit wir auch hier in Bochum mal was saarländisches kochen. Müssen wir wirklich mal in Angriff nehmen.

Zu guter Letzt kommt noch eine Empfehlung für die Freunde des Alkohols. Wobei ich eigentlich nicht vom Empfehlung sprechen kann, denn bislang habe ich noch nicht probiert. Ich kenne nämlich noch kein Spirituosen-Geschäft im Saarland. Wenn also jemand weiß, wo ich den kaufen kann, ich freue mich über Tipps! Es gibt nämlich auch saarländischen Gin: Ferdinand' Saar Dry Gin
Klingt sehr köstlich und sieht herrlich aus. Ich hoffe, ich komme bald in den Genuss.

Soo...das war mal ein erster kleiner Einblick. Wenn ich zukünftig noch was schönes Neues entdecke oder doch mal ein Restaurant besuche, dann werde ich davon berichten.

Zum Abschluss noch ein kleines Bildchen, das beweist, dass die Saarländer nicht nur ein sehr herzliches, sondern auch sehr lustiges Völkchen sind:


Hihi.
Solltet ihr mal in der Nähe sein, dann stattet diesem herrlichen Bundesland ruhig mal einen Besuch ab :)

Übrigens esse nicht nur ich gerne im Saarland! Denn vor kurzem wurde es auf der Seite hotel.de zu Deutschlands Genussregion Nr. 1  gewählt.

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