Sonntag, 3. Mai 2015

Eine typische Tradition in Bochum: Die Maischützen

Dieses Jahr fiel mein Geburtstag mal wieder mit einem großen Fest zusammen: mit den Maischützen. Leider habe ich auch deswegen dieses Jahr nicht viel davon mitbekommen. Allerdings waren Tommy und ich einen Tag nach meinem Geburtstag in der Stadt und konnten dort unverhofft einen Teil des Umzuges der Maischützen bewundern. Das Wetter war grottig an dem Tag und trotzdem hatten alle gute Laune. Und auch mich hat das Zusehen beflügelt. Ich habe mich daran erinnert, wie ich früher immer mit Maike, meinen Großeltern, meinen Eltern, Viola und ihren Eltern zum Umzug gegangen bin. Wir haben die ganze Zeit "Blau Weiß" geschrien, die hübschen Uniformen und Kleider bewundert und uns gefreut, wenn uns jemand zugewunken hat. Anschließend gabs immer Erbsensuppe auf der Festwiese im Bockholt.
Und als ich mich an all diese Sachen erinnert habe, war mir klar, dass hier auch ein Blogeintrag her muss. 
Also erst Mal vorweg: Was sind die Maischützen? Von den Sachen, die wir in der Schule gelernt haben, habe ich echt viel wieder vergessen. Ich wusste noch, dass es um einen Streit zwischen Bochum und Dortmund ging und dass Graf Engelbert von der Mark etwas damit zu tun hatte.
Also mal schnell gegoogelt gewikipediat und zu folgenden Ergebnissen gekommen.
Der Legende nach haben die Bochumer Graf Engelbert III. von der Mark bei der großen Dortmunder Fehde unterstützt, indem sie das von den Dortmundern gestohlene Harpener Vieh zurückbrachten. Angeblich haben die Bochumer damals zu den Harpenern "Junge, do kass di drop verloten!" gesagt und sind dann den Dortmundern hinterhergejagt. Dieser Satz ist heute noch im Bochumer Jungenlied zu finden, das August von Kotzebue geschrieben hat (diesen Namen habe ich nie vergessen :D):

1. Strophe:
Es kann ja nicht immer so bleiben
Hier unter dem wechselnden Mond,
Es blüht eine Zeit und verwelket,
Was mit uns die Erde bewohnt.
Refrain:

Und kommen wir wieder zusammen
Auf wechselnder Lebensbahn,
sind wir immer noch die Bochumer Jungen,
Pfiff
Junge, do kass di drop verloten.

2. Strophe:
Es haben viel fröhliche Menschen
Lang vor uns gelebt und gelacht,
Den Ruhenden unter dem Rasen
Sei fröhlich der Becher gebracht.
Refrain: Und kommen wir wieder...
3. Strophe:
Es werden viel fröhliche Menschen
Lang nach uns des Leben sich freun,
Uns Ruhenden unter dem Rasen
Den Becher der Fröhlichkeit weihn.
Refrain: Und kommen wir wieder...
4. Strophe:
Wir sitzen so traulich beisammen
Und haben einander so lieb,
Erheitern einander das Leben,
Ach, wenn es doch immer so blieb.
Refrain: Und kommen wir wieder...
5. Strophe:
Doch weil es nicht immer so bleibet,
So haltet die Freundschaft recht fest.
Wer weiß denn, wie bald uns zerstreuet
Das Schicksal nach Ost und nach West.
Refrain: Und kommen wir wieder...


6. Strophe:

Und sind wir auch fern voneinander,
So bleiben die Herzen doch nah,
Und allen, ja allen wollt´s freuen,
Wenn einem was Gutes geschah.
Refrain: Und kommen wir wieder...
7. Strophe:
Und kommen wir wieder zusammen
Auf wechselnder Lebensbahn,
So knüpfen ans fröhliche Ende
Den fröhlichen Anfang wir an.

Nachdem die Bochumer das gestohlene Vieh tatsächlich zurück gebracht haben, wollte der Graf diese für ihre Tapferkeit und Hilfe belohnen. Er entschied dass die Bochumer Junggesellen ab sofort jedes Jahr am Vorabend des 1.Mai den besten Baum aus dem Bockholt in Harpen fällen durften. Diesem Baum durften sie unter den reichen Bochumern versteigern und von dem Erlös ein Fest feiern. Im Gegenzug haben die Bochumer dem Grafen den Engelbertbrunnen in der Kortumstraße gewidmet
Und seitdem wird das Fest jedes Jahr in Bochum gefeiert. Allerdings nicht mehr zwangsläufig am Vorabend des 1.Mai.
Weiß jemand, wonach sich das Datum nun richtet? Einfach durch Absprachen mit der Stadt?

Na jedenfalls wissen jetzt auch die Nichtbochumer ein bisschen mehr und ich habe nun einen Ohrwurm ;)

(Mir ist bezüglich des Monats Mai auch noch eine Tradition eingefallen: Der Maibaum. Ich muss allerdings gestehen, dass ich diese Tradition nur aus dem Fernsehen und als Geschichten kenne. Das wird hier in der Stadt so gut wie gar nicht praktiziert. Hat damit jemand Erfahrung? Ich weiß nur, dass der Mann seiner Auserwählten einen Baum vor die Tür stellt. Meistens ist es eine Birke und meistens ist sie mit bunten Bändern verziert. Meine Oma hat mir mal erzählt, dass der Mann den Baum irgendwann wieder abholt und dafür ne Kiste Bier bekommt. Süß ist das ja irgendwie schon. Vielleicht bringt Tommy mir nächstes Jahr einen....wenn er Bier dafür bekommt!? ;))



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