Sonntag, 24. Mai 2015

Cupido - Jilliane Hoffmann


Klappentext: Der Albtraum jeder Frau: Du kommst abends in dein Apartment. Du bist allein. Alles scheint wie immer, nur ein paar Kleinigkeiten lassen dich stutzen. Du kümmerst dich nicht darum. Du gehst schlafen. Und auf diesen Moment hat der Mann, der unter deinem Fenster lauert, nur gewartet ...                              
Meine Meinung: Nachdem ich in der letzten Zeit so viele gute, spannende Thriller gelesen habe, wollte ich mehr. Aber ich wollte die Garantie, dass das nächste Buch gut ist, genial ist. Tja...und wie krieg ich die? Ganz einfach: man liest ein Buch, das man schon mal gelesen hat. Natürlich ist das auch nur eine gute Idee, wenn man zwar noch weiß, dass das Buch gut ist, aber man die meisten Details vergessen hat. Glücklicherweise hatte ich noch genau so eins im Schrank: Cupido von Jilliane Hoffmann. Die Autorin ist meiner Meinung nach eine Garantie für gute Thriller. Das Buch hier habe ich vor mindestens 10 Jahren schon mal gelesen und war geschockt und begeistert. Hier zahlt sich meine Buchphilosophie aus: Ein Buch, das es nicht wert ist, zwei Mal gelesen zu werden, ist es auch nicht wert, ein Mal gelesen zu werden. Ich behalte dementsprechend nur Bücher, die ich noch ein zweites (drittes, viertes, fünftes, ...) Mal lesen möchte.
Und auch beim zweiten Lesen hat mich dieses Buch begeistert. Der Epilog ist grausam und erschütternd und der anschließende Gerichtskrimi ist furios. Das ist auch direkt schon mein erstes großes Plus bei dem Buch: Man lernt sehr viel über amerikanische Rechtssprechung, die so völlig anders ist, als bei uns. Ich bin immer noch fassungslos, dass man offensichtlich einen Mann mit Leiche im Auto laufen lassen müsste, wenn die Fahrzeugkontrolle nicht aus einem triftigen Grund durchgeführt wurde... (Das soll jetzt trotzdem nicht heißen, dass ich in Deutschland alles am Rechtssystem gut finde.)
Abgesehen von der interessanten amerikanischen Rechtssprechung, wird man hier andauernd vor das Dilemma "Wahrheit gegen Gerechtigkeit" gestellt. Ähnlich wie bei dem Film "Die Jury" fragt man sich, wie weit man gehen darf, um einen Verbrecher ein für alle Mal hinter Gitter zu bringen. Eine sehr intessante moralische Frage, die ich mir auch immer wieder gestellt habe.

C.J., Dominick und vor allem Manny sind tolle Charaktere, die man sofort ins Herz schließt. Und Marisol lässt jeden Grinsen, der schon mal in einem Büro gearbeitet hat. ;) Natürlich gibt es auch hier die obligatorische Liebesgeschichte, aber sie kommt authentisch und unaufgeregt daher und drängt sich nicht in den Vordergrund. Ganz wichtig bei Thrillern!

Nicht zuletzt sticht das Buch durch einige Überraschungen hervor. Direkt zu Beginn gibt es eine. Die hatte ich beim zweiten Mal Lesen zwar noch parat, aber ich finde sie deswegen nicht weniger gut. Ich weiß noch, dass ich beim ersten Lesen wirklich geplättet war. 
Bevor ich noch mehr verrate: Lasst euch selber überraschen und viel Spaß beim Lesen :)

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