Samstag, 30. Mai 2015

Black Star Riders und Def Leppard im Palladium in Köln - 28.05.2015

I get hysterical, hysteria
Oh can you feel it, do you believe it?
It's such a magical mysteria
When you get that feelin', better start believin'
Cause it's a miracle, oh say you will, oh babe
Hysteria when you're near

Diesen Donnerstag ist ein musikalischer Traum für mich Wirklichkeit geworden. Ich durfte Def Leppard live in Köln erleben. Ich kenne die Band seit ich Tommy kenne und seitdem liebe ich sie abgöttisch. Manchmal kann man eine Liebe zu etwas nicht genau erklären. Die Musik dieser Band hat mich einfach schon immer gepackt. Melodisch, eingängig, rockig.
Dazu kommt die großartige Geschichte der Band. Natürlich nicht großartig in dem Sinne, dass alles immer Friede Freude Eierkuchen war, sondern großartig im Sinne von bewundernswert. Mal abgesehen von den üblichen Problemen einer Rockband wie Alkohol und andere Drogen (der Gitarrist Steve Clark starb 1991 an einer Überdosis und wurde - nachdem die Band erst zu viert weitergemacht hat - durch Vivian Campbell ersetzt) ereilte diese Band ein ganz besonderer Schicksalsschlag:  Nachdem Drummer Rick Allen in den 80er Jahren bei einem schweren Autounfall seinen linken Arm verlor, hat sich die Band nicht etwa von ihm getrennt. Nein, stattdessen wurde extra für ihn ein spezielles elektronisches Schlagzeug entwickelt, das er mit dem rechten Arm und beiden Beinen bedienen kann. Noch heute sitzt Rick am Schlagzeug und trommelt sich die Seele aus dem Leib. Hut ab davor! <3
Es mag vielleicht pathetisch klingen, aber für mich sowas ein Zeichen, dass es nicht nur um das schnelle Geld und flott produzierte Songs geht, sondern dass es hier einen Zusammenhalt gibt. Hier spielen Freunde zusammen, die gute Musik mögen und die daran glauben, dass man besser zusammenarbeitet, wenn man füreinander einsteht. Eben auch oder besonders dann, wenn es mal nicht so einfach ist. Mir hat diese Geschichte immer sehr imponiert!

Aber ich will hier nicht nur über die Vergangenheit der Band schreiben. Schließlich geht es ja um das aktuelle Konzert. Wie ihr im Titel lest, fand es im Palladium statt. Dort war ich schon bei Mötley Crüe und bei Lynyrd Skynyrd. So ein Fan der Location bin ich ehrlich gesagt nicht. Ich finde die Säulen rechts und links ziemlich unpraktisch und zwar gibt es eine schöne Ballustrade rechts und links, dort dürfen aber maximal VIPs hoch. Da gefällt mir das E-Werk gegenüber schon besser. Aber hey....man ist ja nicht wählerisch wenn es um besondere Konzerte geht. Und so sind wir los gefahren und wurden auch pünktlich reingelassen. Sind ein bisschen rumgelaufen, haben Merch angeschaut (30 € für ein Shirt...war zu erwarten, war mir aber trotzdem zu teuer) und haben dann einen super Platz weit vorne rechts an der Bühne gefunden. 

Los ging es mit der Vorband Black Star Riders. Für die einen immer noch Thin Lizzy, für die anderen nur ein billiges Überbleibsel dieser bekannten Band und daher verpönt. Ich habe die Band nun zum dritten Mal gesehen und war zum dritten Mal beeindruckt. Der "neue" Sänger hat eine bombastische Stimme - nur bei den Ansagen kam ich mir manchmal etwas angeschrieen vor ;) - und erinnert mich stimmlich tatsächlich auch manchmal an Phil Lynnot. Daher kommen Songs wie Jailbreak oder The Boys Are Back In Town auch super daher. Der Sound war auch super, sehr gewaltig. Als besonderes Highlight kam Vivian Campbell für ein Lied schon mal mit auf die Bühne :) 
Also wie sagt man bei Ebay? Gerne wieder!

Ja...und dann kamen sie. Def Leppard. Nach 15 Minuten Umbau und 10 Minuten Intro mit Fool Again von Led Zeppelin. Ich war richtig nervös. Denn wisst ihr, so schön es ist, eine seiner Lieblingsbands nach so langer Zeit endlich mal live zu erleben, so groß ist auch das Potential, enttäuscht zu werden. Man kennt die Lieder in und auswendig, man hat die tolle Stimme im Ohr und man erwartet einfach etwas Großes. Damit kann man dann sehr schnell auf die Nase fallen. Aber nachdem die ersten Zeilen von Rock Rock Till You Drop gespielt waren, wusste ich, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Joe Elliot singt immer noch großartig, der Sound war perfekt, das Publikum gut drauf und der Band konnte man die Spielfreude wirklich ansehen. Schon beim zweiten Lied, Animal, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Es folgten Songs wie Let It Go, Foolin, Love Bites, Armageddon It, Rock On, Two Steps Behind (in akustischer Version - sehr schön!), Rocket (definitiv ein Highlight), Lets Get Rocked, Bringin' On The Heartbreak und Hysteria. Die Band hatte drei große Leinwände dabei und während Hysteria wurden alte Bilder der Band gezeigt. Tatsächlich wurde ich dann plötzlich ganz sentimental und mir sind ein, zwei Tränchen runtergekullert. Und weine wirklich selten bei Konzerten. Aber hier war alles so perfekt. Ich habe diese großartige Band live gesehen und bei dem tollen Lied, den Bildern, dieser ganz besonderen Stimmung....es war perfekt und wird sicherlich ein Moment sein, an den ich mich erinnere.
Als Zugabe wurde dann noch Rock Of Ages und Photograph gespielt und ich war überglücklich. Der Abend hätte nicht schöner sein können! Danke Def Leppard, ihr ward toll und super sympathisch, bitte kommt bald wieder <3

Und das hab übrigens nicht nur ich so empfunden: http://www.koeln.de/koeln/def-leppard-satte-und-eindrucksvolle-hardrockunterhaltung_935164.html



Ich habe selten noch Tage nach dem Konzert eine richtige Sehnsucht....aber hier ist es so. Würde sofort wieder eine Karte kaufen. Hoffentlich beehren sie Deutschland bald wieder!

(Videos von uns gibts nicht, weil man mit guten Kameras keine machen durfte. Naja...egal. Dafür haben so viele Leute verwackelte Handyfilmchen gedreht, dass ich zwischendurch Verrenkungen anstellen musste, um die Bühne zu sehen. Neben mir stand sogar eine Frau, die während Lets Get Rocked bei Whatsapp geschrieben hat...die ganze Zeit. What the fuck?! Und wem zeigt man später diese verwackelten 20 Sekunden Videos mit schlechter Soundqualität? Aber naja...wer dafür die schönsten Konzertmomente verpasst, ist ja selber schuld ;))

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