Sonntag, 29. März 2015

Der Mann, der kein Mörder war von Hjorth & Rosenfeldt

 Klappentext: In einem Waldstück bei Västerås entdecken Kinder die Leiche eines Jungen –brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Der Tote ist schnell identifiziert: Roger war Schüler eines Elitegymnasiums und seit Tagen vermisst.
Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist der Stockholmer Kommissar Höglund mit seinem Team in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Seit Bergman Frau und Tochter bei einem Unglück verlor, hat man kaum noch von ihm gehört. Nun bietet er Höglund seine Hilfe an. Das Team zeigt sich wenig begeistert. Doch schon bald ist der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in dem kleinen Städtchen Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele ...
Meine Meinung: Mal wieder ein Flohmarktschnäppchen. 4 € habe ich für das gute Stück bezahlt und da ich dieses Cover nun schon so oft gesehen habe, hab ich auch keine Sekunde gezögert.
In letzter Zeit komme ich bei Weitem nicht so viel zum Lesen, wie ich gerne würde, aber das hier hatte ich trotzdem innerhalb einer durchgelesen. Es war nämlich wirklich gut.
Vergleichsweise gab es sehr viele beteiligte Personen, aber trotzdem wurde es nie unübersichtlich, weil die Autoren jeder Figur sofort eine eigene Geschichte gegeben haben und dadurch alle sofort sehr greifbar waren. Der unfähige Polizist Haraldson, seine ehrgeizige Chefin Hanser, der einsame Kommissar Höglund mit seinen beiden pfiffigen Kolleginnen Vanja und Ursula und nicht zuletzt der höchst unsympathische Psychologe Sebastian Bergmann. Er hat sein ganz eigenes Problem. Mit seinen Eltern, mit den Frauen, mit seinem Selbstbild.
Das zusammen ergibt eine höchst interessante Ermittlertruppe. Denn natürlich gibt es auch einen Mordfall, der gelöst werden will. Ein Teenager wird brutal ermordet aufgefunden, doch so sehr sich auch alle Beteiligten bemühen, den Fall aufzuklären: Jede anfänglich gute Spur verläuft im Sande. Zwar wurde der Junge auf seiner alten Schule gemobbt, doch seit er auf ein Elite-Internat gewechselt ist, scheint sich sein Leben normalisiert zu haben, er hatte einige wenige Freunde und eine feste Freundin.  Bis auf das stereotypische, teure Internat (das stellenweise wirklich sehr klischeehaft daher kam), habe ich nichts zu meckern.
 
Ich mochte die gelungene Kombination aus den privaten Geschichten der Hauptfiguren und der Arbeit an dem Mordfall. Es wurde nie langweilig und die Spannung hat sich perfekt aufgebaut. Ich habe während der Lektüre sicherlich 10 Verdächtige gehabt.
Und auch wenn der Mordfall an sich natürlich aufgeklärt wird, bleibt am Ende noch einiges offen, gerade in Hinblick auf Sebastian Bergmann. Aber schließlich gibt es noch 4 weitere Bände dieser Reihe, wenn ich das richtig verstanden habe.
 
Als kleinen Bonus gab es ganz am Schluss, als ich eigentlich schon mit dem Buch abgeschlossen hatte, eine dicke Überraschung. So was liebe ich ja am meisten!
 
Zum Cover möchte ich auch noch ein paar Worte verlieren, denn da ich ja oft Bücher nach dem Cover kaufe, ist das für mich ein durchaus wichtiger Aspekt. Ich finde das Cover recht unspektakulär, aber dennoch zu einem Thriller sehr passend. Grade wenn es so viele Verdächtige gibt, wie hier, finde ich die Darstellung eines Menschen nur durch seinen Umriss sehr gelungen. Hinzu kommt, dass alle weiteren Bände der Reihe nach dem selben Schema gestaltet sind. Hoher Wiedererkennungswert, das mag ich bei Buchreihen auch sehr gerne.
Der Wald, der durch den Umriss zu sehen ist, kann hier den Tatort darstellen. Ob das so gewollt ist, weiß ich aber nicht.
 
Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den nächsten Band, denn der wird sicherlich den Weg in mein Regal finden.

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