Montag, 3. November 2014

Krähenmädchen - Erik Axel Sund

Klappentext: Wie viel Schreckliches kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?

Stockholm. Ein Junge wird tot in einem Park gefunden. Sein Körper zeigt Zeichen schwersten Missbrauchs. Und es bleibt nicht bei der einen Leiche ... Auf der Suche nach dem Täter bittet Kommissarin Jeanette Kihlberg die Psychologin Sofia Zetterlund um Hilfe, bei der eines der Opfer in Therapie war. Ihr Spezialgebiet sind Menschen mit multiplen Persönlichkeiten. Eine andere Patientin Sofias ist Victoria Bergman, die unter einem schweren Trauma leidet. Sofia lässt der Gedanke nicht los, bei ihr irgendetwas übersehen zu haben. Schließlich müssen sich Jeanette und Sofia fragen: Wie viel Leid kann ein Mensch verkraften, eher er selbst zum Monster wird?
Meine Meinung: Da ich in Italien zwischendurch Panik bekommen habe, dass meine 4 mitgenommenen Bücher nicht reichen, sind Tommy und ich in Brixen in einen Buchladen gegangen und haben ein bisschen gestöbert. Tommy hat mich letztendlich auf "Narbenkind" aufmerksam gemacht. Das Buch sah interessant aus, aber beim Lesen vom Klappentext fiel mir auf, dass das Band 2 einer Trilogie ist. So hab ich nach Band 1 gefragt und prombt dieses Exemplar hier gekauft.
letztendlich habe ich erst in Bochum angefangen, es zu lesen, aber Hauptsache, ich habe es überhaupt gekauft!
Vorab zur Info: Erik Axel Sund ist kein Autor, sondern das Pseudonym der schwedischen Autoren Jerker Eriksson und Håkan Axlander Sundquist. Schon beim Blick ins Buch hat mir das Bild von den beiden sehr gut gefallen. Sie sehen irgendwie richtig cool aus, wie zwei Rockstars. Zufälligerweise machen die beiden auch tatsächlich Musik.
 
Die Story um die Kommissarin Jeanette Kihlberg und die Psychologin Sofia Zetterlund ist sehr düster, aber auch sehr spannend. Während Jeanette sich mit den Morden an kleinen Jungen auseinandersetzen muss und auch privat mit ihrem Mann so gar nicht mehr auf einen grünen Zweig kommt, schlägt Sofia sich mit ihren Patienten herum. Neben einer deprimierten Schauspielerin, die keine Jobs mehr bekommt, betreut sie momentan auch einen ehemaligen Kindersoldaten. Zudem lassen ihr die Tonbänder einer ihrer Patientinnen keine Ruhe. In jeder freien Minute hört sie die Bänder an, grübelt über das Gesagte nach, schläft über die monotone Erzählweise immer wieder ein...
Jeanetta und Sofia lernen sich im Zuge der Ermittlungen kennen und kommen sich schließlich auch näher, als beabsichtigt.
Der Thriller befasst sich sehr viel mit Psychologie und der Frage, was ein Mensch aushält, bevor er verrückt wird. Ich habe außerdem selten ein Buch gelesen, das so wunderbar die Grenzen zwischen Realität und Einbildung verwischt. Zwischenzeitlich war ich selbst völlig verwirrt und wusste nicht mehr, was ich jetzt glauben soll. Der letzte Teil des Buches hat mich sprachlos zurückgelassen und das nicht nur, weil das Ende offen ist!
 
Die Tatsache, dass der Erzähler nicht nur zwischen Jeanette und Sofia wechselt, sondern auch immer wieder Sequenzen aus den Erzählungen von Viktoria Bergmann preisgibt, macht das Lesen um so spannender.
 
Große Leseempfehlung! Muss unbedingt Band 2 besorgen.
 
(Heute ist Montag, dementsprechend ist The Walking Dead Tag. Tommy und ich haben letzte Woche extra ein Unity Media Paket bestellt, damit wir die Serie endlich gucken können. Maike kommt auch heute Abend und wir drei machen es uns auf dem Sofa gemütlich und gruseln und ekeln uns. ;P)
 

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